Langweilig? 

„Wird Euch das nicht bald langweilig auf dem Schiff?“ fragt mich Thorsten bei seinem Besuch auf unserer Faith vor zwei Tagen. Klare Antwort: Nein, so gut wie nie. Die Tage vergehen oft wie im Flug, ohne das sonderlich viel passiert wäre. Dazu dauert an Bord eines Schiffes einfach alles länger, als in einer Wohnung, die nicht schaukelt und über endlos Strom und fließend Wasser verfügt (vorausgesetzt, man bezahlt die Rechnung) ;-).

Ich übe mich zur Zeit im Brot backen. Ein normales Weißbrot und ein Zwiebelhefebrot sind mir schon gelungen, sowie Hafer- und Erdnussbutterkekse. Gestern habe ich mich dann mal wagemutig daran gemacht, einen Sauerteig zu starten. Wer damit Erfahrung hat, darf sich hier auch gerne einbringen, ich teste nämlich recht ahnungslos herum. 

Zum Brot backen braucht man bekanntlich Mehl, sowie eventuell Hefe oder Backpulver. Also einkaufen gehen. Da wir nur zu Fuß unterwegs sind, heisst das mit dem Beiboot zum Hafen fahren, dann zwanzig Minuten zum Supermarkt laufen und dort: suchen. Roggenmehl für den Sauerteig gibt’s hier nur im Biomarkt, also auch wieder dahin laufen und suchen sowie übersetzen, was auf der Packung steht. Alles einpacken und wieder zurück zum Hafen, ins Beiboot und zum Schiff. Schwupps, ist der halbe Tag rum, ohne dass ich auch nur angefangen hätte mit backen. 

Bevor die Jungs von der Whippersnapper am Montag wieder abgereist sind, hat uns Karsten noch einen Besuch abgestattet. Gemeinsam sind wir zum Strand und haben das klare Wasser, die Wellen und die Sonne genossen. Aus der geplanten einen Stunde sind bei einem Bier und super Aussicht schnell zwei ein halb Stunden geworden. Warum auch nicht? Wäre ja nicht so,  dass wir irgendwelche Termine einhalten müssten. 

Das Wetter bestimmt dazu unseren Tag. So ist es heute morgen so neblig, dass man meinen könnte, jemand hat den Strand und die Stadt geklaut. Sehen können wir vom Boot aus nämlich nicht. Da das Wetter nicht will, trinken wir unseren Tee und lesen eben ein Buch. 

Ich werde auch nicht müde, mir die Wolken anzusehen und zu versuchen daraus das Wetter abzulesen. Natürlich braucht unser Boot auch immer Aufmerksamkeit. So wird sie von innen und außen geputzt und das Unterwasserschiff setzt im warmen Wasser so schnell Dreck an, dass wir alle paar Tage beim baden den Schrubber mitnehmen und den Schleim entfernen. Sicher, aktuell passiert nicht erschreckend viel, aber langweilig ist uns deshalb noch lange nicht. 

Karsten Abholservice

Am Strand

Sonnenuntergang in Portimao

Kategorien:Portugal

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