Geburtstag haben und Decke dämmen

Das tolle daran Geburtstag zu haben ist, dass sich alle möglichen tollen Menschen melden. Mit manchen habe ich viel Kontakt über das Jahr, mit anderen nur alle paar Jahre mal. Klar, werden die meisten von Facebook an meinen Geburtstag erinnert, aber wen juckt’s? Wichtig ist, dass sich all diese tollen Menschen dazu aufgerafft haben, mich anzurufen, mir eine Nachricht zu schreiben oder sich sonst wie zu melden. Auch hier auf dem Trockendock haben einige mitbekommen, dass ich Geburtstag habe und ich werde lieb gedrückt und bekomme Wein und Prosecco geschenkt.

Wir haben in der Bugkabine angefangen, die Decke mit Styropor zu dämmen. Am Regentag wir beide gemeinsam in der beengten Bugkabine. Alex zeigt mir einmal, wie es geht und wir wurschteln vor uns hin. Kaum habe ich mein erstes Stück zugeschnitten und angeklebt, bin ich sehr stolz auf mich. Da gucke ich begeisterungsheischend zu Alex und sehe, dass er in der gleichen Zeit drei Stücke zugeschnitten und angeklebt hat. Deprimierend für mich. Aber gut, so ist es halt. So verbringe ich drei Tage damit, die Decke zu dämmen. Die der Bugkabine und die des Bads. Irgendwann ist dann der Kleber alle. Aber es sieht soweit gut aus. Finde ich zumindest.

Im Februar Geburtstag zu haben, heißt für mich seit jeher, drinnen feiern. Meist ist kalt und nass. Da habe ich mich dann gefreut, da es zwischendrin schon angenehm sommerlich warm ist hier. Bin schon in kurzer Hose und Flip Flops rumgelaufen. Ohne zu frieren, im übrigen. Leider ist das am Mittwoch nicht ganz so schön. Der Ostwind aus Gibraltar steht wieder in den Startlöchern und die Anfänge kriegen wir schon mit. Dafür ist es der Tag der Tage für Fritz und Bow, ihr Material kommt endlich an. Knapp 10 Tage verspätet, soll es zwischen acht und neun Uhr morgens ankommen. Als ob in Portugal irgendwas zu so unchristlicher Zeit offen hätte oder funktionieren würde. Letztendlich kommt der LKW dann so gegen 15 Uhr, aber wir wollen nicht meckern, er ist da und hat tatsächlich alles dabei.

Trotz des nicht ganz so schönen Wetters hatte ich also einen wunderbaren Geburtstag und ich möchte mich hier nochmals für all die lieben Glückwünsche bedanken.

Wir sind nun schon fast fünf Monate auf dem Trockenen und so langsam gehen die großen Arbeiten am Rumpf los. Löcher zu machen (wer bitte braucht 23 Löcher im Boot??), Rumpf neu beschichten, Kielnaht neu ziehen, so Kleinigkeiten halt. Wir sind top motiviert so bald wie möglich wieder ins Wasser zu können, aber wir nehmen uns inzwischen schon gar keinen genauen Termin mehr vor. Pläne ändern sich. Einige der lieben Menschen, die mich zu meinem Geburtstag angerufen haben, haben gefragt, wie unsere Pläne denn nun aussehen. Ganz ehrlich? Wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass wir zwar top motiviert Pläne schmieden können, aber letztendlich kommt es doch immer anders als wir uns das so schön denken. Daher planen wir nicht mehr weiter im Voraus als 6 Monate. Und auf dem Plan steht: Boot ins Wasser, alles soll funktionieren. Und das alles möglichst bald. Dann wieder an das Geschaukel gewöhnen und mal wieder segeln gehen. In die Richtung, in die uns der Wind dann weht. Was wir auf dieser Reise bislang gelernt haben ist uns treiben lassen, auf das Leben vertrauen, auf das was kommt und eben genau das anzunehmen, wie es ist.

Sonst würden wir uns mit gesetzten Plänen nur selber unter Druck setzen und sind nachher nur enttäuscht, wenn es nicht klappt. Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht an unseren Zielen festhalten und darauf hinarbeiten, aber wir sind nicht verbissen dabei. Wenn es passt, dann wird es passen und das kommt früher oder später.

Decke der Bugkabine auf einem Segelboot im Rohzustand, blankes GFK
Die Decke der Bugkabine, roh wie sie war
Bugkabine Decke angeschliffen und gestrichen
Decke der Bugkabine einer Segelyacht, mit Styroporplatten gedämmt
Bugkabine Decke mit den ersten Styropor Platten
So langsam wird es eine ebene Fläche

Kategorien:Portugal, Umbau

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