Alle ausgeflogen

Nachdem die letzten Tage und Wochen unser Boot ziemlich gut besucht war, sind plötzlich alle ausgeflogen. Markus Urlaub ist leider wieder zu Ende und er macht sich auf den Heimweg. Wirklich weg scheint er aber nicht zu wollen, denn er trinkt an seinem letzten Tag noch ein Kaffee hier und geht noch einkaufen und da geht sicher noch ein Kaffee, und und und. Es bringt aber nichts. Wenn er nicht seinen Job kündigen will, muss er wieder Heim. Obwohl er darüber nachzudenken scheint, entscheidet er sich doch für das losfahren. Alex und ich winken ihm hinterher und wissen, dass er uns fehlen wird. Einer der wenigen Menschen, mit denen man absolut unkompliziert leben und arbeiten kann.

Die Gerichtsverhandlung von Ursula zieht sich noch weiter hin, am Freitag wurden nur die Plädoyers verlesen, eine Entscheidung soll es dann am 9. April geben. Bis dahin wird sie aber schon wieder in Deutschland sein, sofern die Ape das mitmacht. Sie kommt uns noch einmal besuchen, wird noch bis Mittwoch hier sein und sich dann auf den langen Heimweg nach München machen. Im langsamen zwei-Takt Schritt ihrer Ape. Immerhin hat sie dann jetzt besseres Wetter und wärmere Nächte als Ende Dezember.

Alex ist für ein paar Tage unterwegs. Sonntag morgen bringe ich ihn zum Bus. Als ich wieder zurück komme, scheint mir das Boot doch auf einmal leer, nachdem die letzten Wochen ein permanentes kommen und gehen herrschte. Das hält aber nicht lange an. Es gibt hier ja noch genug Leute, die kommen und ein Schwätzchen halten wollen. Karl-Heinz steht auf einmal vor der Tür und fragt nach Augentropfen. Seine Frau Bärbel hat wohl ein „blutunterlaufendes Auge“. Eieiei, ich schnappe mir schon Handtasche und Autoschlüssel, um sie ins Krankenhaus zu fahren. Bei näherem hinsehen ist ihr aber nur ein kleines Äderchen im Auge geplatzt. Das sieht zwar dramatisch aus, aber ist nicht schlimm.

Dann steht Manuel, der Schreiner, auf der Matte und fragt, wo denn die Ursula sei, sie wolle doch heute zu ihm kommen. Nun, die war zwar kurz da, aber ist schon wieder aufgebrochen. Richtung Manuel. Da kann ich leider auch nicht helfen. Auch Fritz kommt kurz vorbei und erzählt mir vom Tagesausflug ans Kap Sao Vicente. Ruck zuck ist der Tag vorbei.

Ein paar weitere Löcher im Rumpf muss ich noch zulaminieren. Leider ist die Wettervorhersage für die kommenden Tage eher durchwachsen, was die Sache mit dem Epoxy eher zu einem Glücksspiel werden lässt. Macht aber nichts, denn die Decke dämmt sich nicht von alleine. Schade, eigentlich. Ich warte immernoch jeden Morgen darauf, aufzuwachen und zu sehen, dass die Heinzelmännchen meine Arbeit getan haben. Wie lädt man die nochmal ein? 😉

Ausblick auf einen Flusslauf bei untergehender Sonne, mit kleinen Booten im Hintergrund und Palmenwedel im Vordergrund
Ein Abendspaziergang in der Sonne

Kategorien:Umbau

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