Arbeiten am Boot

Wir sind immernoch in Stijensas, aber natürlich nicht untätig. Wir haben eine neue Sprayhood beauftragt, da unsere vom Stoff her zwar durchaus in Ordnung ist, aber die Plastikfenster nach der langen Lagerzeit doch arg undurchsichtig geworden sind. Bei schönem sonnigen Wetter sieht man vom Cockpit aus genug, aber bei Regen, Nebel oder unsichtigem Wetter sieht man leider gar nix. Und damit meine ich wirklich NICHTS.
Unser Hafenmeister hat uns ein Start-up Unternehmen empfohlen. Nach anfänglichen Kommunikationsproblemen (mein Gegenüber sprach leider weder Deutsch noch Englisch und ich nun mal kein Niederländisch) kam aber ein sehr netter englisch sprechender Kollege – Peter – vorbei. Wir einigten uns auf einen Preis und nun haben wir in der alten Sprayhood schon neue Fenster und bekommen dazu noch eine nagelneue Sprayhood, mitsamt klappbarem Mittelfenster und Seitentaschen zur Lagerung von Kleinkram.
Unser Biminigestänge haben wir gekürzt und Peter macht uns auch gleich ein passendes Bimini dazu, da mein selbst genähtes nun nicht mehr passt. Die alte Sprayhood mit den neuen Fenstern haben wir gestern schon wieder zurück bekommen und können kaum genug davon bekommen, uns zu freuen, dass man nun tatsächlich etwas sieht! Was nun unsere Erwartungen an die neue Sprayhood und das Bimini in endlose Höhen schraubt.

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Alte Sprayhood, neue Fenster

Unser Freund Linus ist nun seit vorgestern bei uns zu Besuch und wird mit uns durch den englischen Kanal und die Biskaya fahren. Derweil müssen wir noch einiges vorbereiten. Die Lazy-jacks wollen wir heute anbringen, die aufgebaute Aries muss getestet werden, es muss umgeräumt und aufgeräumt werden, und und und…

Vorgestern abend stand ein Pärchen vor unserem Schiff auf dem Steg und schaute unser Schiff genau an. Zuerst dachten wir, sie würden sich ärgern, da unser Anker schon ein wenig auf den Steg hinausragt und gingen heraus, um uns quasi zu stellen. Das erste was er zu mir sagte war: „Ihr habt Euer Schiff Faith genannt. Habt ihr so wenig Faith, dass ihr so viele Anker und die Reling braucht?“. Wir kamen ins Gespräch. Ein schwedisches Paar, lebend in Malta und über den Sommer segelnd quer durch Nordsee und Ostsee. Nach gegenseitigem Besuch der Schiffe haben sie uns freundlicher Weise ihr Kartenmaterial für den englischen Kanal zur Verfügung gestellt. So haben wir nun den gestrigen Abend damit verbracht, hin und her zu überlegen, wo wir den Kanal am sinnvollsten queren und wie wir Kurs legen sollen. Dabei ist vieles zu beachten. Durch die letzte Schleuse an der Haringvliet kommen wir nur von 10 bis 21 Uhr. Queren wollen wir den Kanal nur bei Tageslicht, die ersten Meilen im Kanal wollen wir auch bei Helligkeit fahren. Dazwischen liegen ca. 100 sm. Da wir zu dem Entschluss kamen, den Kanal vor Dover zu queren, müssen wir Wind, Tide, Entfernungen, Strömung und Wassertiefe beachten. Wir werden also noch eine Weile über dem bestmöglichen Plan brüten und hoffen, dass wir den Plan nachher auch wirklich realisieren können (denn merke: es kommt immer anders, als man denkt).

Kategorien:Niederlande, Umbau

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