Arbeiten, Verluste und eine Operation

Die vergangene Woche war arbeitsreich. Wir haben eine neue Rollanlage für unser Vorsegel erstanden und dann leider festgestellt, dass unser Segel nicht in die dafür vorgesehene Nut passt. Dumm gelaufen, kann man sagen. Und recht hat man. Hilft nur leider nicht, denn eine Lösung muss her.

So suchen wir nach Optionen. Die da sind: neue Kederschiene einnähen lassen vom hiesigen Segelmacher oder anderes (gebrauchtes) Segel kaufen, dass da rein passt. Also, Segel zum Segelmacher gebracht und gefragt. Knappe 600 Euro will sie dafür, da die Kederrolle wohl 39 € den Meter kosten würde. Da schlucke ich erstmal und vertage die Entscheidung. Ein neues (gebrauchtes) Segel finde ich online für 1000 €. Das ist nicht mehr weit von den 600 entfernt, aber das neue ist nur halb so lang im Unterliek wie unseres. Das nimmt einiges an Segelfläche weg. Vor allem, weil wir die Genua von Faith ans Kutterstag hängen wollen. Rein rechnerisch hätte dann das Kuttersegel (was eigentlich kleiner sein sollte), 5 m² mehr, als die Genua. Voll sinnlos. Na, dann doch reparieren lassen. Also wieder zur Segelmacherin, die aber nun locker 100 Euro mehr für die gleiche Arbeit will. Ja, was soll denn der Quatsch? Verarschen lassen wir uns nicht und nehmen das Segel wieder mit wie es ist. Wir messen nochmal alles, was wir messen können. Da muss man doch auch selber was machen können! So langsam reift eine Idee, aber die ist noch nicht ausgegoren, wird also mal in einem anderen Beitrag ausgeführt.

Das Wetter hier ist nun Frühlingshaft. Meist Sonne und jeden Tag etwas wärmer, aber ab und zu kommt ganz schön Wind vorbei. Da kann man kaum was machen ohne weg zu fliegen. Also, ab zum Baumarkt. Als wir wieder kommen, ist nur noch einer meiner Flip Flops da. Der andere wurde wohl weggeweht und muss unter Verluste abgehackt werden. So ein Jammer, denn das waren mir sehr liebe Flip Flops. Suchen hilft nichts, der ist fott. Naja, ein bisschen Schwund ist immer.

Alex nervt zwischendrin die Welt an und er beginnt einen Räucherofen zu basteln. Auf dem Gelände lag eine ungewollte Alu-Gasflasche rum, die ist fluchs zersägt und umgebaut. Mit Material vom Baumarkt für geschlagene 10 Euro. Ich derweil beginne ich am Unterwasserschiff zu schleifen. Die Oberfläche, die gerade eher einer Mondlanschaft ähnelt als einem Unterwasserschiff muss eingeebnet werden. Die Flex bekommt dazu eine Diamantschleifscheibe, die erstens einen wahren Höllenlärm veranstaltet, wenn man sie auf’s Material hält und dazu noch starke Tendenzen hat, mit mir wandern zu gehen. Eigentlich sollte ich das Gerät ja unter Kontrolle haben, aber ich komme mir beim ersten Versuch nicht so vor. Die Maschine zieht mich hier hin und dann da hin, ich werde hinterher gezogen. So endet der Versuch schnell mit gewaltigem Herzschlag und dumm gucken. Erstmal das Höllenmaschinchen weglegen und Puls wieder in den grünen Bereich kriegen. Wie war das noch mal? Ach ja, Drehzahl. Sobald die etwas runter gedreht ist, lässt sich die Maschine gleich besser kontrollieren. Es ist immer noch anstrengend und mörderisch laut, aber es geht. Und schnell komme ich so voran. Das ist die Anstrengung wert. Das Ergbnis ist zwar noch weit entfernt von einer glatten und schönen Oberfläche, aber nicht mehr ganz so tiefe Krater im Material.

Alex bereitet sich zudem auf eine kleine Operation vor. Er hat einen Leistenbruch und der soll operiert werden. Freitag hat er den Termin. Eine Woche Telefondienst heißt das für mich, denn die Kosten sollen bitte direkt zwischen Krankenhaus und Versicherung abgerechnet werden. Nach etlichen Telefonaten und unzähligen Formularen, die ausgefüllt werden müssen ist die Freigabe der Versicherung da. Das Krankenhaus ruft an und wir vereibaren einen Termin für Donnerstag. Blutuntersuchung, EKG und Röntgen am morgen sowie eine Besprechnung mit der Schwester am Abend. Wir laufen also pünktlich auf und Alex lässt sich pieksen und anstöpseln. Als wir beim röntgen vorstellig werden, will die Dame Geld sehen. Von der Kostenübernahme wisse sie nichts. Einiges hin und her, dann brauchen wir doch nicht zahlen. Kaum sind wir aus dem Krankenhaus, rufen die schon wieder an und meinen, wir müssten wieder kommen und doch bezahlen. Da stehen wir gerade wieder im Baumarkt. Och Mensch.. Wir planen schon, bei der Versicherung anzurufen und uns eine Bestätigung zuschicken zu lassen, da ruft das Krankenhaus schon wieder an. Wir bräuchten doch nicht kommen, das werde inzwischen intern mit der Versicherung geklärt. Aha. Sind die wohl vorher nicht auf die Idee gekommen, bei dem Kostenvoranschlag, den sie der Versicherung geschickt haben, die Voruntersuchungen zu erwähnen? Hach, nicht aufregen, bringt eh nichts.

Freitag morgen hantieren wir noch etwas mit den Segeln rum und mittags geht es dann ins Krankenhaus. 15 Uhr sollen wir da sein. Alex darf natürlich nichts essen und trinken. Um 14 Uhr habe ich mir gleich einen Termin bei der Frauenärztin geben lassen. Wenn man schon mal da ist, kann man das ja auch nutzen. Als ich mit meinem Termin fertig bin, liegt Alex schon in seinem Zimmer und hat dieses schicke blaue Krankenhaushemdchen an. Zwei Stunden warte ich noch bei ihm darauf, dass er zur OP abgeholt wird, dann wirft er mich raus. Das war auch gut so, denn er wird erst um 19 Uhr abgeholt. Die OP läuft gut und heute darf ich ihn wieder abholen. Das heißt, nun ist Schonwaschgang für ihn angesagt, die nächsten zwei Wochen.

selbstgebastelter Räucherofen
Innenansicht

Kategorien:Portugal, Umbau

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