Arnheim nach Schoonhoven – Sachen gibts

Heute war ein herzhaft unspektakulärer Tag. Toll! Nach all der Aufregung in den letzten Tagen auf dem Rhein, ist unspektakulär genau das, was wir wollen.
Wir sind heute morgen um halb 9 in Arnheim gestartet, der Wetterbericht hat nichts gutes vorher gesagt. Dauerregen. Bis 14.00 Uhr hatten wir Glück, uns haben nur zwei Schauer erwischt. Dann aber fing es an zu regnen und hat bislang nicht wieder aufgehört. Unser Ölzeug ist super und ich war heute mehr als einmal froh, es zu haben.  Insgesamt haben wir 90 km zurück gelegt. Beachtlich, da die Strömung zusehends abgenommen hat und auf den letzten Kilometern sogar ein bisschen gegen uns stand. Die Logge spielte heute morgen für ein paar Stunden mit. Mit 3 Knoten hat uns der Neder Rijn nach vorne geschoben. Daher war ich etwas panisch, was die kommenden drei Schleusen anging. Wie soll ich gescheit in der Schleuse aufstoppen und anlegen, wenn es uns mit drei Knoten weiter nach vorne schiebt? Aber die Holländer haben mitgedacht und der Strom geht durch die Wehre, die Schleuseneinfahrten liegen in einem kleinen fast separaten Nebenarm, der so gut wie keine Strömung hat. Zwei von drei Schleusen gingen super, obwohl wir in der ersten gleich wieder mit einem Tanker schleusen mussten, der aber gut neben uns gepasst hat. Die dritte Schleuse hatte leider etwas größere Abstände zwischen den Pollern und ich kam nicht so super an die Schleusenwand wie ich es wollte.
Hinter der zweiten Schleuse kam der Amsterdam-Rijn Kanaal, den wir queren mussten. Wie der Name schon sagt, ein Kanal, der den Rhein mit Amsterdam verbindet. Dementsprechend stark befahren von den vielen großen Frachtern und Tankern. Es gibt sogar eine Verkehrswacht, bei der man sich anmelden sollte. Die Kreuzung kam, wir meldeten uns an, waren gespannt auf den herrschenden Verkehr. Aber: nix. Kein Schiff weit und breit außer uns und einem anderen kleinen Sportboot. Topp.

Der Neder Rijn heisst nach dieser Kreuzung Lek und eine kleine Kanalkreuzung später, kamen sie dann doch. Plötzlich überholten uns zwei Tanker mit einem Affenzahn und natürlich kam auch direkt wieder einer entgegen. Zwischendrin fuhr noch eine Fähre von links nach rechts – man gönnt sich ja sonst nix… nach dem kurzen aber sehr verkehrsreichen Stück verteilten sich die Frachter aber wieder und wir haben uns heute mehr als einmal gefreut, uns für diesen Weg entschieden zu haben. Auch landschaftlich sehr hübsch hier. Überall von Weiden für Kühe, Schafe und Pferde umgeben, sowie ab und zu ein paar schöne kleine Häuschen.

Nachdem wir nun doch etwas müde nach 10 Stunden Fahrzeit angelegt haben, wollten wir die Heizung anmachen. Also Bodendeckel auf, und: Wasser! Mitten im Schiff. In dem einem Abteil der Bilge standen bestimmt 10 cm Flusswasser. Aber woher kommt es? In dem Abteil davor und dahinter war und ist alles wie vorher: staubtrocken. Sachen gibts, die gibts gar nicht. Wir haben das Wasser aufgewischt und können uns beim besten Willen nicht erklären, wie ausgerechnet da und eben nur da, Wasser hinkommen kann. Wenn es nicht spontan durch die Stahlwand diffundiert ist, sehen wir noch keine Erklärung. Aber, wir bleiben entspannt und gucken uns das ganze morgen früh nochmal an. Woher es auch immer gekommen sein mag, das Boot wird davon nicht untergehen, also können wir die Fehlersuche auch getrost auf morgen verschieben. Heute jedenfalls werden wir nur noch zu Abend essen und es uns gemütlich machen.

Kategorien:Niederlande

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