Athen

Nach einem feucht fröhlichen Abend zu Jims Geburtstag wachen wir etwas später am Morgen auf. Alex hat sich leider eine ordentliche Erkältung zugezogen, dank des Wechsels von heiß draußen und kalter Klimaanlagenluft egal wo man rein kommt. Daher beschließen wir, einen ruhigen Tag zu verbringen. 

Bevor wir abfliegen können wir es uns aber natürlich nicht entgehen lassen, Athen selbst und somit die Akropolis anzusehen. Dafür haben wir uns leider den heißesten Tag ausgesucht. 38 Grad stehen uns bevor und schon um 10 Uhr morgens bricht der Schweiß aus allen Poren, ohne das wir uns auch nur ein Stück bewegen. Letztendlich müssen wir aber eh los, da unser Flug bald geht. So packen wir unsere sieben Sachen, trinken gemeinsam noch einen Kaffee und dann müssen wir uns auch schon wieder verabschieden. Alex und ich setzen uns in die Metro und fahren Richtung Akropolis. Als wir aussteigen, wird uns klar, dass ja heute Sonntag ist. Nach den ruhigen Tagen am Ankerplatz und in der Marina sind so viele Menschen auf einem Haufen überwältigend. Alle wollen hier oder da hin, keiner in der Geschwindigkeit, die uns genehm wäre, plötzlich bleibt jemand vor mir stehen, dreht sich um und geht dann in die entgegengesetzte Richtung. Dumm, dass halt eben ich gerade da stehe oder laufe. Es wuselt wie im Ameisenhaufen. Die Akropolis ist schnell gefunden. Immer der Menge hinterher, immer den Berg rauf. Mittags. Klar, was sonst? 

Alex macht seine Erkältung leider schwer zu schaffen, so machen wir langsam und bauen viele Pausen ein. Oben angekommen, kriege ich einen kleinen Schock. Die Schlange an Leuten, die auch die alten Steine angucken wollen ist immens lang. Während Alex im Schatten auf unsere Rucksäcke aufpasst, versuche ich herauszufinden, wie hoch der Eintritt ist. 20 Euro pro Person sind uns dann doch zu viel, vor allem weil wir beide vor Jahren schon mal hier waren und die Menschenmenge sowie die lange Warteschlange uns doch sehr abschrecken. Merke: Nächstes Mal nicht in der Hochsaison und möglichst an einem Wochentag wiederkommen. So entschließen wir uns eben, um die Akropolis herumzulaufen. Auch gut. Wir können gar nicht genug trinken, so sehr schwitzen wir. Langsam bewegen wir uns Richtung Metro zurück. Dabei finden wir im Städtchen noch einen wunderbaren Straßenmarkt, wo man alles kaufen kann, was das Herz begehrt. Von Schuhen über Klamotten und Comicbüchern bishin zu Stühlen und der halben Hauseinrichtung ist alles im Angebot. Über die allgemeine Qualität der angebotenen Ware wage ich kein Urteil zu fällen. Aber es ist ein wahrer Augenschmaus, während wir zwischen all den anderen Touristen versuchen beieinander zu bleiben und auf unsere Rucksäcke aufzupassen, dass nicht plötzlich die Hälfte fehlt. Zugegeben, mehr als dreckige Wäsche hätten etwaige Diebe nicht gefunden, aber Vorsicht ist nunmal die Mutter der Porzellankiste. Gegen Nachmittag machen wir uns dann auf zum Flughafen. Wir müssen uns hier zwar wieder einige Stunden um die Ohren schlagen, aber die angenehme Kühle und die Möglichkeit, sich einmal wieder auszustrecken ziehen uns magisch an. So warten wir nun auf unseren Flug Heim nach Portugal. 

Ich muss auch zugeben, dass ich inzwischen anfange, die Preise im Supermarkt mit denen in Portugal zu vergleichen. Die Wärme, das Meer und die Menschen, alles wird mit unserer aktuellen Wahlheimat verglichen. Lustig, wie sehr wir doch schon angekommen zu sein scheinen in dem Land, an das wir vor unserer Abreise so gut wie keinen Gedanken verschwendet haben. Griechische Buchstaben und die Sprache sind mir total fremd. Ich verstehe kein Wort. Wir versuchen zwar sofort, uns die wichtigsten Worte wie ‚guten tag‘ und ‚danke‘ zu merken, aber mein erster Impuls bleibt doch immer, meinen Gegenüber mit einem freundlichen „Olá“ zu begrüßen. Nun, ab morgen kann ich das ja wieder. 

Akropolis Theater 

hübsche kleine Gasse auf dem Weg um die Akropolis

Straßenmarkt

mittendrin statt nur dabei…

Kategorien:Griechenland

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