Aus Schaden wird man klug, aber selten reich

Am Freitag morgen stehen wir relativ früh auf. Ich als erstes, getrieben von der Blase. Als ich meine Hose anziehe, stelle ich fest, dass sie an manchen Stellen nass ist. Ich wundere mich zwar, aber die Blase gewinnt und ich sage mir, dass gucke ich mir später an. Als ich vom Klo zurück komme, steht der Kaffee schon fertig im Cockpit (was ein Service!) und wir sitzen wie jeden Morgen noch etwas müde zusammen und unterhalten uns.

Da haben wir den Kaffee noch nicht ganz auf, da hören wir es unter dem Boot schon wuseln und bald beginnt es, an den Haltern des Bootes zu wackeln. Die Mitarbeiter von Bluewater sind schon da und da heute unter den Haltern gesandstrahlt wird, hämmern sie da fröhlich drauf rum, dass es nur so scheppert. Halb neun Uhr morgens, klasse. Wir treten sofort die Flucht an vor der Höllenmaschine. Anziehen, Geld und weg. Kaum sind wir unten, sind bei Jungs auch schon fast startbereit. Wir wünschen ihnen viel Spaß und ziehen von dannen, Richtung Claudio, um den zweiten Kaffee in Ruhe zu trinken. Claudio ist heute nicht da, sondern eine eher unmotivierte Urlaubsvertretung, der uns gestern schon sechs Kaffee hat machen müssen. Wir bestellen zwei dieses Mal und er winkt ab. Kein Kaffee, Maschine kaputt. Na, das kann ja heiter werden. So ziehen wir weiter in Richtung Peter. Auf dem Weg unterhalten wir uns mit einem Holländer, dessen Boot nach zwei Wochen nun wieder ins Wasser kommt und der zusammen mit vier anderen Richtung Kanaren aufbrechen will um Ende des Jahres über den Atlantik zu segeln. Da kommt bei uns schon ein wenig Wehmut auf, wir werden noch ach so lange hier auf dem Trockenen sitzen. Das eigentliche Segeln macht uns schon mehr Spaß, als am Boot zu arbeiten.

Endlich bei Peter und Ruth angekommen, kriegen wir auch unseren zweiten Kaffee. Die beiden sind so lieb und gewähren uns auch heute wieder Asyl auf ihrem Boot. Gegen Mittag gehen wir zusammen zur Assai, mal gucken, wie es läuft. Da sieht es schon gut aus. Die eine Seite haben sie fertig, die zweite kommt jetzt dran. Also gehen wir nochmal zu Claudio und gönnen und einen Hamburger. Da ich diesen Monat auf Weizenprodukte verzichten soll, esse ich den eben mit Messer und Gabel, ohne Brötchen. Ist auch okay, aber nicht das gleiche.

Um drei Uhr dann ist es soweit, sie sind fertig und wir dürfen wieder an Bord. Das Unterwasserschiff sieht soweit gut aus, nur unter den Haltern ist eine erschreckende Kraterlandschaft entstanden. Unter dem Boot haben wir dafür unseren eigenen Sandstrand. Die Jungs haben zwar das Gröbste entfernt, aber man läuft immernoch durch viel knrischendes Zeug, dass wir fröhlich mit nach oben tragen. Das geht gar nicht und wir beginnen, sauber zu machen. Aber das Zeug ist recht resistent. Da es so klein ist, ist es super zum sandstrahlen, aber echt besch…eiden zum wegkehren. Da wir den Abend bei unseren Dänischen Nachbarn zum Abendessen eingeladen sind, machen wir nur husch husch und als ich in meinen Schrank greife, um mir was warmes für den Abend zu suchen, merke ich, dass es ziemlich nass ist. Wo kommt das her? Einer der Abläufe vom Deck verläuft genau durch meinen Kleiderschrank, und die Jungs von Bluewater haben die Abläufe unten alle mit Leckstopfen zugemacht. Plus den Regen von gestern, da hat es sich im Schlauch gestaut und ist oben an der Muffe übergelaufen und meine Klamotten haben aufgesaugt. Jetzt weiß ich auch, wo heute morgen das Wasser herkam.

Unser dänischer Nachbar Life kommentiert dazu trocken: „Aus Schaden wir man klug, aber selten reich.“ Wie wahr. Ich räume also die nassen Klamotten raus und hänge sie noch schnell auf. Viel nasser können sie nicht werden. Der Abend wird lustig, aber wir essen viel zu viel.

Wer nun glauben mag, die Schleiferei habe endlich ein Ende für uns, dem sei nur ein müdes Lächeln geschenkt. Kaum ist unter Wasser fertig zum trocknen, beginnen wir über Wasser zu schleifen. Sind wir irgendwann da fertig, kommt das Deck dran. Die Schleifmaschine bleibt uns also noch ein wenig erhalten.

Die Höllenmaschine und anderthalb Tonnen Quarzsand

IMG_1919

Das Boot wird eingehaust

IMG_20181111_073102

Fertig isses. Mitsamt eigenem Sanstrand unter dem Boot

Kategorien:Portugal, Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.