Bei Euch riecht es nach Arbeit..

Die Tage nach Alex OP verlaufen sehr ruhig. Ich werkel morgens am Boot und kümmere mich sonst um Alex. Da er kaum etwas machen kann als liegen. Ihm ist deshalb natürlich schrecklich langweilig, aber da kann man halt nichts dran ändern. Gott sei Dank gibt es das Internet und er guckt viele YouTube Videos.

Bald aber geht es langsam Schritt für Schritt besser. So dass er begeistert wieder anfängt, kleine Dinge zu erledigen. Am Samstag haben wir wieder einen Termin in der Klinik in Alvor, Fäden ziehen. Das System hier ist ziemlich konträr zu unserem deutschen System. Hier kommt man rein, zieht (wie fast überall) eine Nummer und wartet bis man aufgerufen wird. Dann kann man sich anmelden und später mit der gleichen Nummer bezahlen. Richtig, hier muss jeder seine Rechnung sofort selbst bezahlen. Bar oder mit Karte. Rechnung mitgeben wie bei uns ist hier Fehlanzeige. Ob nun beim niedergelassenen Arzt oder im Krankenhaus macht da keinen Unterschied. Als wir uns also anmelden wollen und den Zettel mit dem Termin überreichen fängt auf der anderen Seite die Diskussion an. Nach ein paar Minuten fragen wir nach. Tja, sie hätten von der Versicherung noch keine Kostenübernahme bekommen, obwohl sie den Termin an die Versicherung gemeldet hätten. Na klasse. Während Alex also seine Fäden gezogen bekommt, hänge ich in der Warteschleife der Versicherung. Die freundliche Dame hilft mir aber schnell, als ich ihr das Problem erkläre, indem sie sagt, ihnen fehle eben der Kostenvoranschlag für die Behandlung, dann wäre die Freigabe kein Problem. Aha. Kann ich verstehen. Also wieder zur Dame an der Rezeption und die meint dann wieder, jaha, hätten sie nicht geschickt, da sie die Kosten nicht abschätzen könnten, sie wüssten ja nicht was die Schwester alles brauchen und benutzen würde. Als ob er der erste Mensch in dem Krankenhaus sei, der Fäden gezogen bekommt. Aber aufregen hilft nichts, so zahlen wir die 20€ eben selbst.

Ansonsten wird Alex jeden Tag mobiler und ist top motiviert. Leider spielt genau jetzt das Wetter nicht ganz mit. Kalter Wind, Regen, Wolken und allgemein ein Wetter zum drinnen bleiben. Das machen wir dann auch. Da gibt es auch zu tun. Wir wollen die Decke dämmen und ihr einen neuen Look geben. Die alte hat einen Kunstleder Überzug, der vermutlich seit 40 Jahren da hängt und entsprechend aussieht. Da drunter ist reines Laminat, nicht sehr hübsch anzusehen.

In der Bugkabine fangen wir an. Decke runter geht schnell, aber raus bekommen wir sie nicht zerstörungsfrei. Offenbar wurde das Boot um die Deckenverkleidung gebaut. Nu, kaputt gemacht ist es schnell und dann gehts auch raus. Das rohe Laminat anschleifen ist eine ziemliche Sauerei, geht aber schnell. Dann wollen wir eine Dickschicht Farbe aufbringen. Die stinkt leider zum Himmel, im wahrsten Sinne des Wortes. 2K PU Lack lässt grüßen. Besonders dick ist die Dickschicht auch nicht. Und decken tut sie auch nicht so dolle. Immerhin war sie günstig. (Für diejenigen, die es interessiert. Wir haben die Farbe extra gekauft, um Unebenheiten auszugleichen. Von Veneziani, Polyrex Pro).

Jetzt soll bald Styropor angebracht werden. Das wird bestimmt spaßig, denn die Decke hat so eine Art Wabenmuster. Und von wegen viereckig und 90° Winkel. Kann man auf einem Boot komplett vergessen.

So streichen wir unten noch hier und da, Alex sägt fleißig die neuen Bretter für die Badeplattform und Hedwig aus der Schweiz kommt bei uns vorbei. Bevor wir zusammen essen gehen, streiche ich noch ein Stück Holz an. Draußen kann es ja riechen wie es will. Ihr Kommentar dazu: „Bei Euch riecht es ja nach Arbeit!“ Korrekt.

Die Decke ohne Verkleidung. Da müssen erst Löcher zugespachtelt werden

Manchmal kommt es eben doch auf die Größe an. Wenn man so ein neues Pad bestellt, weil es so günstig ist muss man sich nicht wundern. Aber es passt auf die Maschine

Kategorien:Portugal, Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.