Bye bye Griechenland

Zwei Tage verbringen wir in Kioni, einem lieblichen kleinen Örtchen auf Ithaka. Dann sehen wir gutes Wetter für eine Überfahrt nach Italien und beschließen, abzulegen. Samstag morgen starten wir nach einer ziemlich windigen Nacht erwarten wir alte Welle aus Westen. Kaum biegen wir um die Ecke der Insel rollen lange Wellen unter unserem Kiel durch. Die sind gut zu steuern.
Ich weiß, ich beschwere mich oft genug über den Wetterbericht, daher sei hier dieses Mal nur lobend erwähnt: ein kleines Programm namens QTVLM und unserer Wetterfrosch Fritz in Deutschland. Alle anderen sind doof.

Nach ein paar Stunden unter Motor frischt es auf und wir können die Segel setzen. Leider kommt der Wind bald genau aus der Richtung, wo wir hinwollen und wir beginnen zu kreuzen. Das Boot verhält sich angenehm in der Welle und ist sehr gutmütig, aber gegen Wind und Welle schaukelt es halt eben.
Nach etwa 100 Meilen kommt uns ein kleiner Vogel besuchen, der sich an unserer Reling ausruht. Durch das Geschaukel wird er etwas hin und her geworfen, findet aber einen ruhigen Platz hinter einem Fender. Nach einer Weile kommt sein Kumpel vorbei und die beiden erkunden das Boot nach einem guten Rastplatz. Finden tun sie leider keinen und so verabschieden sie sich auch bald wieder.

Die erste Nacht ist für mich aufregend, aber während meiner Wache kommt der Mond zum Vorschein und ich kann gut sehen. Die Wellen rollen gleichmäßig an und das Boot liegt auf der Seite. Inzwischen haben wir auch heraus gefunden, dass das Boot sich selbt steuert. Da der Autopilot mit den Wellen überlastet ist, sind wir davon ausgegangen, dass wir von Hand steuern müssen. Aber wenn die Segel gut getrimmt sind, können wir das Steuerrad für Stunden loslassen, müssen nur ab und zu eingreifen, wenn eine Welle sie zu sehr aus dem Rhythmus bringt. Das erleichtert das Ganze ungemein. Leider ist es so auf freier See recht frisch, vor allem Nachts sitze ich mit langer Unterwäsche und dick eingepackt im Cockpit.
In der zweiten Nacht habe ich meinen Schlafplatz aus der Heckkabine in den Salon verlegt, da schaukelt es weniger. Als ich kurz aufstehe, um Nichos einen Tee zu kochen, trete ich auf die Fußpumpe und erschrecke mich tödlich, als es unter meinem Fuß flattert und protestiert. Während ich geschlafen habe, hat ein kleiner Vogel ähnlich dem am Tag bevor eine Bruchlandung im Cockpit hingelegt, mitten auf dem Weg zwischen Griechenland und Italien. Besonders gut schien es ihm vorher schon nicht zu gehen. Das ich dem armen kleinen die Fußpumpe auf den Kopf gehauen habe, scheint es nicht besser gemacht zu haben. Am nächsten Morgen finden wir den kleinen Besucher tot in der Mittschiffskabine. Wir trauern um den armen, können es aber nicht ändern. Er bekommt eine ordentliche Seebestattung.
Bald haben wir die Hälfte hinter uns gebracht. Wir legen auf Sizilien an. Als wir die Düseneffekte von Italiens Stiefel hinter uns haben ist auf einmal der Wind weg, aber die total konfuse See steht noch und wirft uns hin und her. Wir starten die Maschine, aber der Wind kommt nicht wieder. So viel motoren haben wir nicht erwartet und haben dementsprechend nicht genug Diesel an Bord. Nach einiger Dieskussion und hin und her Überlegen, entscheiden wir uns abzudrehen und Calabrien anzulaufen. Diestag morgen kommen wir an, in Rocella Ionica. Die Einfahrt ist laut Hafenführer oft versandet und als wir einfahren, wird es kurz spannend, als das Echolot nur noch 0,5 m unter dem Kiel anzeigt. Wir machen fest und gehen als erstes einen herrlichen italienischen Kaffee trinken. Nach drei Tagen auf See sind wir froh, wieder Land zu sehen und nicht mehr hin und her geworfen zu werden. Wir investieren in die Waschmaschine, gehen das Städtchen erkunden und freuen uns auf den Abend an dem wir die hiesige hochgelobte Pizzera entern wollen. Hier kann man die Pizza nur Meterweise bestellen. Es geht aber wohl auch ein halber Meter, den man mit zwei verschiedenen Belägen bekommen kann. Alles klar, wir sind gespannt.

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Kioni

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kleiner Besucher

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Sonnenaufgang

Kategorien:Griechenland, Italien

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