Culatra und ein blinder Passagier

Nach unserer Ankunft in Culatra, schlafen wir durch bis um 11. Das ist lange her, dass wir so lange geschlafen haben. Das zeigt uns nur, wie erledigt wir waren.

Den Tag lassen wir gemütlich angehen. Wir lassen das Dinghi wieder ins Wasser, was auch wunderbar funktioniert. Dann fahren wir zusammen mit Dörte und Jens an Land, um es ein wenig zu erkunden. Culatra besteht eigentlich nur aus Sand, wo ein paar kleine süße Häuser drauf gebaut wurden. Die Insel ist platt wie eine Flunder, die höchste Erhebung beträgt ganz 4 m.

Es ist ganz wunderbar hier. Die Restaurants sind schon wieder gut gefüllt mit Touristen, die Strände gut besucht aber nicht voll. Ein zehn minütiger Fußmarsch und man hat die Insel überquert und kann im glasklaren Wasser des Atlantiks baden. Genau das machen wir auch. Damit haben wir unseren Tagessoll auch erfüllt. Dörte und Jens versorgen uns nochmals mit leckerem Essen und dann ist der Tag auch schon rum. Wir genießen den recht faulen Tag.

Am nächsten Tag ist mehr Aktivität angesagt. Wir müssen ein paar Dinge organisieren. Als wir bei Dörte und Jens vorbei fahren, sind die beiden sehr geschäftig. Sie haben einen blinden Passagier an Bord. Einer, der in der Nacht rumgetrappelt ist und die Holzgräting im Cockpit angenagt hat. Weitere Verdachtsmomente finden sich auf dem Vordeck in Form kleiner schwarzer Hinterlassenschaften. Die Frage ist nun: Ratte oder Maus? Und wo steckt das Viech?

Wir hoffen, dass es noch an Deck ist und nicht unter Deck. Mal abgesehen von den unschönen Hinterlassenschaften und den angeknabberten Äpfeln, knabbern die Tiere auch gerne Kabel und Wasserschläuche an. Das kann zu einem sehr gefährlichen Kabelbrand oder Wassereinbruch und somit im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust des Bootes führen.

Wir steuern unsere Mäusefalle zu und helfen suchen. Aber tagsüber ist das scheue Tier kaum zu finden und zu fangen. Am kommenden Tag wollen wir nach Olhao, ans Festland, um weitere Fallen zu kaufen. Das sind nun schon die zweiten, von denen wir hören, dass sie einen ungebetenen Gast an Bord haben, und so wollen wir uns auch ein paar Fallen auf Lager legen.

Die Frage, die sich stellt ist auch, wo und wann ist das Tier an Bord gekommen? Die beiden liegen seit März vor Anker. Haben sich aber zwei Mal trocken fallen lassen. Ein angeknabberter Apfel kurz vor der Abfahrt in Portimao, lässt uns vermuten, dass das Tier in Portimao an Bord gekrabbelt ist.

Ist es durch das Wasser geschwommen und über Ankerkette oder Heck an Bord geklettert? Beim Trockenfallen irgendwie durch den Matsch gelaufen und bei ihnen Schutz gesucht? Irgendwie ins Dinghi gelangt bei einem Besuch an Land und somit an Bord gekommen? Eins unrealistischer als das andere. Wir können das Tier leider nicht fragen, selbst wenn wir es fangen würden. Wir überlegen hin und her, kommen aber zu keiner Antwort.

Ansonsten gefällt es uns hier aber ganz besonders gut. Es ist ruhig, das Wasser ist klar und die Insel ist schön. Nur die vielen Motorboote, die den ganzen Tag mit Vollgas durch das Ankerfeld brettern, nerven. Aber irgendwas ist ja immer.

Culatra, Sandinsel
Ein Spaziergang zum Strand
Manche hübsche Häuser finden sich hier

Kategorien:Umbau

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