Der frühe Vogel kann mich mal

Wir verbringen ein paar ruhige Tage in Cartagena. Viel schlafen, ausruhen und die Stadt angucken. Am Montag heißt es dann wieder früh aufstehen, der Wecker klingelt um vier Uhr und um fünf sind wir unterwegs. Wir wollen uns langsam an das Kap runter arbeiten, um am Donnerstag den vorhergesagten Winddreher in Richtung Gibraltar mitzunehmen. Das erste Zwischenziel ist nach einem ruhigen Tag mit wenig Wind um drei Uhr nachmittags erreicht. Aguilas. Dort gibt es eine geschützte Ankerbucht im Hafenbecken. Da liegen aber schon ziemlich viele an einer Boje und wir finden erst nach ein paar Runden einen Platz zum ankern. Allerdings jagt uns auch keiner weg, so dass wir uns ausruhen, lesen und im klaren Wasser baden gehen. Herrlich warm ist es schon. Die Nacht soll ruhig werden. Wir legen uns hin und bald fallen mir die Augen zu. Irgendwann werde ich davon wach, dass das Boot schaukelt. Offenbar hat der Schwell seinen Weg in die Bucht gefunden. Nach einer Weile ist auch Alex wach und steht bald auf, weil es ihn nervt. Als wir auf die Uhr gucken ist es zwei Uhr morgens. Na klasse. Nun, wo wir schon mal wach sind, können wir auch weiterfahren. Um drei Uhr heben wir den Anker und los gehts. Es ist stockfinster. Kein Lüftchen regt sich. So motoren wir durch die Nacht, bis es langsam hell wird. Da kommt etwas Wind auf und wir setzen die Segel. Das Glück hält aber nur zehn Minuten und dann schlägt die Genua am Mast. Segel also wieder rein. Der einzige Vorteil vom frühen losfahren ist, dass wir echt weit kommen. Um eins haben wir die 50 Meilen bis kurz vor’m Kap schon hinter uns. Glücklicher Weise habe ich morgens schon in der wirklich kleinen Marina San Jose angerufen und einen Platz reserviert. Kurz bevor wir einfahren hören wir jemand anderes über Funk nach einem Platz für die Mittagszeit fragen und er wird abgewiesen mit der Begründung alle Plätze seien schon vergeben. Wir kriegen den Logenplatz direkt vorne, können uns hinten und seitlich festmachen. Nach einigem adjustieren der Leinen liegen wir auch ruhig. Zwei Nächte mit wenig Schlaf machen sich nun endgültig bemerkbar und wir beide schlafen ein. Aus dem kurzen Mittagsschlaf werden fast vier Stunden. Um sieben Abends gehen wir noch kurz im hiesigen Spar einkaufen. Die Preise hier sind gepfeffert. Ein paar Bananen, Äpfel, eine Paprika und zwei Pfirsiche kosten knapp 10€. Schlau, da keine Preise dran zu schreiben. Bald schon liegen wir aber wieder in der Falle, lesen noch ein wenig und sind bald wieder eingeschlafen.

Den Mittwoch verbringen wir absolut entspannt. Ich gehe ein wenig shoppen im hübschen Dörfchen und finde endlich ein paar neue Flip Flops. Da ich mich zu 90% in Flip Flops bewege, geben die regelmäßig den Geist auf. Kurz gehen wir noch an den Strand und baden. Das Wasser hier ist aber deutlich kühler als in Aguilas. Es reicht um abzukühlen. Nun steht uns der Schlag Richtung Gibraltar bevor. Wir hoffen, dass der Wetterbericht zur Abwechslung mal Recht behält und der Winddreher auch kommt. So kommen wir dann hoffentlich bald an der Straße an und mit ein wenig Glück ungestreift durch.

San Jose

Spanische Küste

Sonnenaufgang auf See

Kategorien:Spanien

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