Der Strom ist weg – schon wieder

Kaum ist man wieder da, muss man im Dreck wühlen. Während es regnet. Denn der Strom ist weg – schon wieder.

Aber wie bin ich dahin gekommen? Am Donnerstag hat meine Oma ihren stolzen 95.ten Geburtstag gefeiert. Lustiger Weise hat mein Vater am gleichen Tag Geburtstag, er wurde 78. Da wir uns schon lange nicht mehr gesehen haben, bin ich kurz hingeflogen. Wirklich kurz. Mittwoch Mittag hin und Freitag Nachmittag wieder hier. Schön war es, wenn auch sau kalt und nass und grau. Da freut man sich doch, wieder in die portugiesische Sonne zu kommen. Oder so ähnlich.

Bevor der proppenvolle Flieger nämlich landen kann, dreht die Maschine erstmal 20 Minuten Kreise, geht runter, es wackelt. Die Dame vor mir wird super nervös und wackelt so arg, dass ich dauernd den Sitz im Knie hab. Nach weiteren Kreisen macht der Pilot eine Durchsage, dass er einige Gewitterzellen umfliegen musste. Jetzt würde er aber landen. Sagt’s und die Maschine steigt… Ich bin ja kein Experte, aber normalerweise ist die Landebahn unten, oder? 🙂

Weitere 10 Minuten und einige blaue Flecken an meinen Knien später landen wir dann aber doch in Faro. Wo es in strömen regnet. Na, toll. Ich sitze in der letzten Reihe und denke: „Super, dann komm ich wenigstens schnell raus.“ Denkste. Ausgang nur vorne. Bis sich da alle aus der Maschine gehangelt haben, ist eine weitere halbe Stunde vorbei. Dafür hat wenigstens mein Shuttle Bus nach Ferragudo auf mich gewartet. Als ich dort ankomme, ist es sogar trocken und Alex kann mich mit dem Roller einsammeln.

So langsam habe ich aber Hunger. Wir einigen uns auf Suppe. Wasser in den Topf, Herd an, plötzlich: puff. Strom weg. Fair, es hat den ganzen Tag geregnet, alle Kabel und das Sicherungshäuschen stehen unter Wasser. Da kann schon mal die Sicherung fliegen. Alex geht runter und drückt die Sicherung wieder rein. Kaum ist er wieder oben: puff. Strom ist weg – schon wieder. Das Spiel geht jetzt noch drei Mal so.

Bis es Alex reicht. Jetzt wird der Fehler gesucht. Entweder der Sicherungskasten, das Kabel zu uns, der Verteiler unten am Boot oder unser Kabel vom Verteiler zum Boot. Wir wollen den Verteiler mitsamt Kabel wechseln. Da gibt es einen, der ist nicht so weit weg und quasi nicht in Gebrauch. Den nehmen wir doch. Also, am Kabel entlang laufen, um es zu verfolgen. Beide Enden haben wir in der Hand, aber die Schlaufe verschwindet hinter einem großen Betonklotz, der direkt am Zaun steht und der ist komplett überwuchert. Alex zieht beherzt an dem Kabel, aber irgendwas hält das daumendicke Kabel fest.

Alex zieht los und sucht ein anderes Kabel, während ich versuche, das Kabel hinter dem Betonklotz hervorzubringen. Dazu hocke ich im Matsch, an den Maschendrahtzaun gepresst und quetsche meinen Arm hinter den Klotz während ich Grünzeug rausrupfe, um besser gucken zu können, wo das Kabel hängt. Dabei erschrecke ich einige Schnecken, die so schnell sie können das Weite suchen. Dann fängt es noch an zu regnen. Super. Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Hunger, kalt und nass von unten und oben während ich mir den Arm aufkratze an dem ollen Zaun.

Nach circa 10 Minuten fluchen und Grünzeug rausrupfen sehe ich, dass das Kabel irgendwie in den Maschendrahtzaun eingearbeitet wurde. (Seit wann liegt das da?) Also hole ich den Seitenschneider und… nichts. Der Zaun lacht sich kaputt. Glücklicher Weise kommt Alex gerade wieder von seiner Kabelsuche und er hat mehr Erfolg. Und siehe da: kaum hat der Maschendrahtzaun eine Masche weniger, kann man das Kabel ganz einfach hinter dem Betonklotz hervorziehen. Der Rest ging dann recht zügig. Kabel austauschen, neu anschließen, soweit wie möglich regensicher verstauen und nächster Versuch mit Suppe kochen. Zwei Minuten später wieder: puff. Strom weg. Das gibt es doch nicht!

Jetzt bleibt nur noch unser Kabel übrig. Als wir das austauschen und die Sicherung wieder reingedrückt haben, sehen wir auch den Übeltäter. Es war tatsächlich unser Kabel. Die extra Marine-super wasserdichten Stecker sind mal vieles, aber eben nicht wasserdicht. Wasser und Strom verstehen sich nicht so richtig gut und so flog dauernd die Sicherung. Verständlich. Na, das hätten wir auch einfacher haben können. Aber egal. Jetzt konnte es endlich warm werden und wir konnten Suppe kochen. Endlich.

Wasserdichter Stecker? Von wegen!
Da kommt der Regen. Faro Strand bevor ich nach Deutschland geflogen bin

Kategorien:Umbau

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