Die arme Ape

Die letzten Tage waren mit viel Aufregung um die kleine Ape und Ursula verbunden. Das Miniauto ist immernoch bei der Polizei in Verwahrung und das ganze Drama liegt nun tatsächlich bei Gericht hier in Portimao. Und die portugiesischen Mühlen mahlen langsam. Vor allem geht das Gericht Ende dieser Woche in die Weihnachtsferien bis Mitte Januar. Da passiert dann erstmal gar nichts. So kann Ursula sich von ihrem Plan verabschieden, bald wieder Richtung Deutschland aufzubrechen. Wir kennen ja nun hier ein paar Leute und da außer Arbeit am Boot nichts passiert, spricht sich das Drama um die Festsetzung der armen kleinen Ape schnell rum. Wir sollten langsam ein Schild aufstellen, wo drauf steht, was passiert ist, damit wir die immer gleiche Geschichte nicht mehr gebetsmühlenartig wiederholen müssen. Aber all die anderen sind ja nur besorgt und nehmen Anteil. Da erzählt man die Geschichte auch gerne noch ein zehntes Mal.

Es wird viel hin und her diskutiert und telefoniert. Unser Freund Moisés kommt netter Weise vorbei, der hat 17 Jahre im Bereich Autokriminalität gearbeitet und endlich ist da jemand, der in Ruhe einen Haufen Fragen beantworten kann ohne jeden Hintergedanken ans Geld verdienen oder den eigenen Vorteil. Moisés hört sich die ganze Geschichte an und bestätigt, dass das mit dem portugiesischen Schein und der deutschen Versicherung ein Problem ist, aber wohl nicht so ein großes, wie gedacht. Sie wusste nicht, dass es ein Problem ist und hier gilt der Grundsatz „Unwissen schützt nicht vor Strafe“ nicht. Seine Prognose ist, dass es wohl dauern kann, aber sie am Ende ohne Strafe und mit Auto wieder fahren kann. Das beruhigt alle Gemüter und so beginnt Ursula nun nach einer Bleibe für den kommenden Monat zu suchen. Sie findet auch bald ein Zimmer in Lagos und zieht mit Hund und der Hälfte ihres Krams um. Natürlich werden sie und Floh uns noch erhalten bleiben und uns oft besuchen.

Zwischendurch arbeitet Alex fleißig weiter an verschiedenen Holzbrettchen, die geschliffen und überarbeitet werden. Ich mache mich an das Überwasserschiff und popele an der Reling loses Material herunter. Gerade am Heck kommt einiges raus, dass muss bald mit Epoxy gefüllt werden. Dann soll großflächig Spachtel drauf und endlich eine neue Lage Farbe. Bis dahin wird allerdings auch noch Zeit ins Land gehen, so wie immer.

Der Rumpf trocknet langsam vor sich hin. Wir testen morgens einmal die Sandstrahldüse, um noch loses Material abzunehmen.

Ganz untätig war ich auch nicht, ich habe begonnen, Videos über unsere Arbeiten am Boot zu erstellen und auf YouTube hochzuladen. Hier also der erste Link, zu einer kurzen Erklärung, wie man besten und schnellsten erkennen kann, ob das Schiff Osmose hat oder nicht.

Auch erklärt Alex einmal die Geräte, die man benutzen kann, um den Rumpf blank zu legen und vergleicht im folgenden Video, was die beste und schnellste Methode ist.

Es sind meine ersten selbstgemachten Videos, man möge mir Wackler und Amateurhaftigkeit verzeihen. Es geht ja darum, euch zu zeigen, dass wir doch nicht nur faul in der Gegend rumliegen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Obwohl wir das ab und zu auch gerne tun. 🙂

Alter Spachtel ist abgefallen, sieht auf dem Bild schlimmer aus als es ist

Ursula und Ursula 🙂 während wir im Gerichtsgebäude warten

Abends im Pub.

Kategorien:Portugal, Umbau

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