Die Befreiung des Ankers

Heute morgen sollte um neun Uhr Pedro aus der Marina bei den Pintails vorbeikommen und endlich die Kette vom monströsen Anker befreien.
Als wir um halb Zehn bei den Pintails vorbei schauen, hängt die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Offenbar hat ein weiteres Telefonat ergeben, dass Pedro kein passendes Tauchgerät dafür hat. Wie bitte? Das soll eine Tauchschule sein und will kein passendes Tauchgerät haben, um in 7 m  Wassertiefe tauchen zu können? Das verstehe wer will, wir nicht. Dafür wurde jetzt ein anderer Taucher angerufen, wohl aus Lissabon. Sind ja nur 45 min Fahrtzeit…. während Stefan vor unterdrückter Wut schäumt (die Information hätte man ihm auch gestern geben können, witzeln wir, dass der Taucher wohl den Fluss entlang taucht und erst hier ankommt, wenn die Tauchflasche leer ist. Währenddessen fängt Stefan an, in seiner Backskiste zu kramen und holt einen ziemlich großen Wantenschneider hervor. Offenbar ist er zu allem bereit, auch die Kette kurzer Hand durchzuschneiden. Da fängt Alex an, mit ihm zu diskutieren, denn das ist nun wirklich nur die letzte Notlösung, schließlich sind Kette und Anker ziemlich teuer.
Da fährt ein älterer Herr mit seinem Schlauchboot vorbei. Den hatten wir gestern schon gesehen, aber da er nur portugiesisch spricht, klappte die Kommunikation nicht hundert prozentig. Als Emma, auch nah am Nervenzusammenbruch, die Telefonnummer von Pedro 2 aus Lissabon wählt, klingelt das Handy von dem Herrn im Schlauchboot. Ja, dass ist auch für uns sehr verwirrend.

Letztendlich packt Pedro 2 oder wie immer er heißen mag, sein Tauchzeug aus und springt ins Wasser. Er befestigt den Pintail Anker an einer Leine. So können die Herren den Anker von Hand hinaufziehen. Puh. Den Anker hätten sie schon mal wieder. Die Kette wird vom Anker gelöst und Pedro 2 sinkt wieder herab, um die Kette von dem riesen Monster zu befreien. Nach weiteren 20 min ist es soweit. Die Kette ist wieder oben, in einem Stück und Pintail kann sich wieder frei bewegen. Stefan und Emma sind überglücklich. Sie bezahlen Pedro 2 drehen eine Runde und fahren direkt nach Lissabon. „Die Armen“, denken wir, denn schließlich war es hier in Cascais das erste Mal, dass sie geankert haben und nicht in einer Marina lagen. Und dann gleich so was.

Wir sind nun wirklich alleine und verbringen den Tag mit Recherche im Internet, bestellen längst überfälliges Material an den nächsten Hafen und auch einiges nach Hause. Wir füllen den Benzintank unseres Beiboots wieder auf und lassen es uns gut gehen. Morgen werden wir noch hier bleiben, da die super Marine-salzwasserbeständige Verbindung für die Fernbedienung der Ankerwinsch durchgerostet ist und ersetzt werden muss. Wie heisst es doch so schön? Langfahrtsegler zu sein heisst, sein Schiff an den schönsten Plätzen der Welt zu reparieren.

Hier noch ein paar Bilder des Monsters aus der Tiefe von Cascais, während es noch mit der Pintailkette verwoben war

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Kategorien:Portugal

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  1. Cascais – Adventures with Pintail

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