Die Bordküche

Wie der Leser wohl inzwischen weiß, schleifen wir ziemlich viel am Boot. Das Unterwasserschiff, Überwasserschiff, Deck, Innenraum und überhaupt. Dabei ist schleifen keine sonderlich geistig anstrengende Tätigkeit. Nebenher kann man wunderbar über andere Dinge nachdenken. Während Alex dabei über die besten Lösungen für das eine oder andere technische Problem nachdenkt, gelten meine Gedanken meistens der nächsten Mahlzeit in unserer Bordküche. Was gibt es heute zu essen, wie mache ich das am besten und wie kann ich es so variieren, dass es nicht jedes Mal gleich schmeckt?

Klingt verfressen? Nun, ist es wahrscheinlich auch. Nichts desto trotz kriege ich es aber meistens hin, was ziemlich leckeres und abwechslungsreiches zu kochen. Kochen an Bord ist anders als das Kochen, welches man von daheim gewohnt ist. Das Boot schaukelt meist, mal mehr mal weniger. Auf den meisten Booten finden sich Gasöfen. Da gibt es zum Backen nur Unterhitze, weil da das Gas verbrannt wird. Ober- und Unterhitze, Umluft oder Grillfunktion ist nicht. Ende der Geschichte. Da musste dir halt was ausdenken. Aber es klappt doch ganz gut nach einer kurzen Eingewöhnungsphase 🙂

Allein ein gutes Rezept zum Brot backen zu finden hat fast ein Jahr ausprobieren gedauert. Alex, der meine Machenschaften immer kosten musste, hat es fast einen Zahn gekostet, da man manches Mal mit meinem „Brot“ fast jemand hätte erschlagen können. Rezepte zu finden, die ich ausprobieren konnte war nicht das Problem. Es gibt tausende Rezepte zum Brot backen im Internet und in all den Büchern, die ich mit an Bord geschleppt habe. Und obwohl ich mich durchaus an die Vorgaben gehalten habe, wurden die Brote einfach nicht so, wie gewünscht.

Dazu haben wir ja immer wieder Gäste an Bord gehabt und die haben uns meist auch eins ihrer Lieblingsrezepte verraten. Oder all die unzähligen anderen Segler, die wir so auf dem Weg getroffen haben. Jeder hat so seine Tipps und Tricks in der Küche, seine Lieblingsrezepte und die werden gerne und ausführlich ausgetauscht. Essen ist ja durchaus ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Und wie alle wissen ist der Smutje, also der Koch nach dem Kapitän der wichtigste Mann an Bord. Ist das Essen schlecht, sinkt die Laune. Die Meuterei ist nahe.

Letztendlich habe ich also angefangen all die Rezepte zu sammeln und zusammen zu tragen. Eigentlich sollte es nicht so umfangreich werden. Jetzt sind es über 200 Seiten geworden. Ein ganzes Kochbuch ist es geworden. Eine umfangreiche Sammlung alles leckeren und selbst ausgetesteten Rezepte, sowie all meine Erfahrungen und Wissen, dass man braucht um an Bord gut Kochen und Backen zu können. Herausgekommen ist DIE BORDKÜCHE. Hier einmal das Inhaltsverzeichnis:

Da ich ziemlich viel Zeit und Mühen darin investiert habe, mache ich hier nun ganz unverschämt Werbung dafür. Klickt einfach hier und könnt von dem aktuellen Angebot profitieren.

Ich hätte in meinem ganzen Leben nicht geglaubt, dass ich jemals ein Kochbuch schreiben würde. Ich, die ach so unabhängige, eigenständige und fortschrittliche Frau. Ich habe während meines Lebens an Bord festgestellt, dass Kochen und Backen mir riesig Spaß macht. Jetzt habe ich tatsächlich ein Kochbuch geschrieben. Aber keine Sorge, ich arbeite weiterhin mit der Flex, mit der Schleifmaschine und kann genauso gut oder schlecht mit dem Schraubenzieher umgehen, wie vorher. Dabei kann ich mir dann überlegen, was es denn heute zu essen gibt.

Ein gutes Brot aus der Bordküche

Kategorien:Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.