Die Büchse der Pandora

Kennt ihr diese Tage, an denen man abends weiß, man hätte einfach im Bett bleiben sollen? Natürlich, denn so ziemlich jeder hat sie. Das Problem dabei ist, dass man es morgens eben nicht weiß und doch aufsteht und anfängt.

Nun, wir sind aufgestanden. Während ich mich daran mache, das Deck anzuschleifen (jawoll, schon wieder schleifen) beschreibt Alex seinen Tag wie folgt:

Man macht sich frisch an Projekt A, dass scheitert aber heroisch. Nun, nicht verzagen, man kann ja noch andere Sachen machen, also Projekt B. Das wiederum weigert sich mitzuspielen, Projekt C lacht einen aus und Projekt D hat einen schon drei Tage belogen und kommt nun damit ums Eck. Als ich ihn nach ein paar Stunden wiedersehe, ist die Laune rapide gesunken und er ist dabei, alle möglichen Baustellen aufzumachen und zu erweitern. Der Auslass des Generators ist mit 6 Schrauben fest, vier sind bei dem Versuch diese zu lösen, abgebrochen. Also darf ich in das Eck krabbeln und versuchen, die restlichen Schrauben, jetzt Gewindestifte, da raus zu kriegen. Da ist aber eine Schlauchschelle vor, die sich standhaft weigert, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Während Alex also die restlichen Borddurchbrüche abflext, kämpfe ich mit der Schlauchschelle und der Mutter auf dem Gewinde. In das Eck hineinzwängen, richtigen Schraubenschlüssel suchen und drehen. Der ganze Schlauch dreht sich wohl, nicht aber die Mutter. Schlauch festhalten bringt nichts, Ende vom Lied ist, dass ich die Schlauchschelle mit dem Dremel direkt neben der Gasflasche aufschneide. Man muss sich auch mal was gönnen im Leben. Irgendwann hab ich die letzten Schrauben rausgepopelt und gucke, was Alex so treibt. Der hat sich nun dem Ruder angenommen, wo immer noch Wasser rausläuft. Gegen halb sechs finden wir uns mit dem Tag ab und machen Feierabend.

Zufrieden, dass der Tag nun rum ist, liegen wir im Bett und gucken einen Film, als der Laptop sich plötzlich verabschiedet. Wieso das denn? Aha, Strom ist weg. Das erklärt, warum der Heizer nicht mehr läuft und es doch recht kühl geworden ist. Bei uns liegt der Fehler nicht, alle Sicherungen noch drin. Wir prüfen den Stromkasten unten, da riecht es schon komisch raus. Der Stecker riecht auch nicht mehr ganz koscher. Da hat sich ein Kabel nochmal heroisch verabschiedet. Während ich einen anderen Strompoller zu unserem Boot trage, bastelt Alex einen neuen Stecker ans Kabel. Eine halbe Stunde später haben wir wieder Strom und der Heizer tut auch wieder.

Wirklich jammern wollen wir aber nicht, denn schlimmer geht immer. Wie Fritz uns heute beweist. Der hat mal ein Guckloch in seinen Kiel reingeflext und nach einem Schwall Wasser kommen braune Einzelteile aus dem Kiel. Da hat der Vorbesitzer in ein Aluboot, Stahl und Blei als Ballast geworfen und das ganze mit Polyester aufgefüllt. Stahl rostet vor sich hin, das Alu korrodiert und das nun eintretende Salzwasser bildet mit dem nicht ausgehärteten Polyester eine Säure, die das Alu weiter angreift. Ende vom Lied: er braucht einen oder zwei neue Kiele.

Das gute an solchen Tagen ist, auch sie gehen irgendwann vorbei und ein neuer Tag bricht an. Der kann ja nur noch besser werden.

Das Ende eines Kabels. Schwarz= schlecht

Ein Loch im Kiel.

Die Rückseite der Platte, die der Fritz rausgesägt hat. Seht ihr das „kleine“ Loch?

Kategorien:Portugal, Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.