Die Kuchenbude – erschaffen aus dem Nichts

Sie ist endlich fertig. Die Kuchenbude. Ich, die ich so meine Hassliebe mit der Nähmaschine pflege, habe mir dieses kleine Mammutprojekt vorgenommen. Für alle, die keine Ahnung haben, wovon ich rede: Wir haben im Cockpit eine Stoffabdeckung oben als Schutz gegen die Sonne (Bimini), allerdings keinen Schutz an der Seite nach unten, so dass es dort rein regnet und kalt ist und eben nicht geschützt gegen Wind und Wetter. Das sollte sich ändern.

Cockpit mit Bimini

Da es allerdings keine Vorlage gab, an der ich mich orientieren konnte, musste ich mir was ausdenken. Wie am Bimini befestigen, wie am Cockpit? Reißverschluss, Klett? Was ist wichtig? Glücklicher Weise hatten wir schon eine Kuchenbude auf unserem alten Boot Faith. Daher hatte ich eine Idee, wie es werden soll.

Zuerst haben wir Stoff, Material für die Fenster, Reißverschluss und Klett besorgt. Sowie einen ordentlichen UV-resistenten Faden. Denn wenn ich schon anfange und eine Kuchenbude baue, dann soll die auch eine Weile halten.

Angefangen habe ich mit den Seitenteilen. Den am hinteren Ende ist bei uns der Traveller im Weg, sowie die Großschot. Stück für Stück habe ich mich voran gearbeitet, oft genug Nähte wieder aufgetrennt und mir noch öfter mit den Stecknadeln in die Finger gepieckst.

Andauernd muss ich das Bimini abbauen und wieder aufbauen, um Reißverschluss anzunähen und Maße zu nehmen.

Bimini ab

Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie lange ich insgesamt dafür gebraucht habe. Mal konnte ich ein paar Tage am Stück daran arbeiten, dann wieder nur ein oder zwei Stunden am Tag, andere Tage gar nicht. Bei Regen zum Beispiel. Denn ich sitze ja mit meiner Nähmaschine unter dem Boot.

So viel Stoff muss durch so wenig Maschine
Mein Arbeitsplatz unterm Boot

Da recht nah an den Toiletten liegen, kommt so ziemlich jeder bei uns vorbei, auf dem Weg zur Toilette und so ziemlich jeder hält kurz an und guckt, fragt und erzählt. Ist sozial klasse, arbeitseffektiv nicht so sehr. Aber was solls.

Ewigkeiten sieht niemand einen Fortschritt außer mir, da ich die Stoffbahnen immer wieder abbaue, denn sie halten ja noch nicht gescheit. So manch einer wird sich gefragt haben, ob ich nicht einfach immer wieder an der gleichen Stelle irgendwas nähe. Hab ich natürlich nicht.

Dann ist es soweit, die Stücke sind soweit fertig, dass sie an der „Unterseite“ befestigt werden können.

Seitenteile sind dran
Auf beiden Seiten. Zudem die Ausschnitte für die Winschen.

Ich habe mich für das Minax System entschieden. Dank Alex Tipps für Bohren ins GFK geht alles super einfach und die Befestigungen sind an einem Tag drin. Erst Löcher bohren, Schrauben rein, Stoff anzeichnen, dort Löcher rein und fertig. Okay, hat zwei Tage gedauert.

Dann kommt mein Angstgegner. Die Fenster in den Stoff nähen. Der Fensterstoff ist sehr „glitschig“ in der Nähmaschine und lässt sich auch nicht so gut mit Nähnadeln fixieren. Die Lösung? Doppelseitiges Klebeband. Habe da zuerst mit so einem günstigen Produkt hier aus dem Baumarkt hantiert. Ein Alptraum. Das Zeug klebte mehr an meinem Händen als am Stoff, geschweige denn an dem Fenstermaterial. Also, habe ich einen besonderen Kleber für genau diesen Zweck aus dem Internet bestellt. Und das war auch gut so. Dieses Klebeband macht keine Gefangenen. Das klebt wo es soll. So gut, dass ich aufpassen muss, dass ich nicht aus Versehen irgendwo dran komme, denn einmal irgendwo festgeklebt, geht es nicht mehr zerstörungsfrei ab.

Das macht meine Arbeit allerdings super einfach und das Ergebnis kann sich sehen lassen. So werde ich schnell und effektiv und so macht es richtig Spaß. Anzeichnen, auschneiden, aufkleben, fest nähen, Stoff weg schneiden. Fertig. Das klingt einfach und war es zur Abwechslung auch.

Die ersten Fenster sind drin!

Jetzt ist sie also endlich fertig, die Kuchenbude. Gut, gerade Nähte sind vielleicht über bewertet, aber sie sitzt perfekt, wirft keine Falten und macht dicht gegen Wind und Regen. Jetzt können wir abends den Ofen anwerfen, der den Salon und das Cockpit heizt, einen Glühwein in der Hand und auf das Wasser gucken. Das hat sich gelohnt.

Alle Fenster sind drin. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Kategorien:Umbau

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