Die olle Decke

Wer diesen Blog schon eine Weile verfolgt, wird so ungefähr vor einem Jahr gelesen haben, dass ich mich an die Deckenverkleidung im Boot gemacht habe. Wir hatten vorher so eine arg hübsche Verkleidung aus Kunstleder, die als sie vor 40 Jahren angebracht wurde sicher mal weiß war. Betonung liegt auf war. Inzwischen kann man (ich) putzen wie man will und was einem gerade in die Finger kommt. 40 Jahre alter Dreck geht nicht mehr raus. Also neu machen. Mal eben.

Nachdem ich durchaus motiviert angefangen hatte, habe ich feststellen müssen, dass ich so gut wie kein dreidimensionales Vorstellungsvermögen habe. Nicht überaus hilfreich. Denn wir haben uns für eine neue Verkleidung aus Holztafeln entschieden. Die sind aus MDF, ca. 5 mm dick und einseitig weiß lackiert. Nur ausmessen, zuschneiden und anbringen. Kein Problem. Oder?

Nun, für sehr viele Menschen sicher kein Problem. Ich dachte, ich sei besonders schlau. Da ja nirgends so was wie ein rechter Winkel zu finden ist und es nur so tut als wäre irgendeine Linie gerade, es aber nachher aussehen soll als wäre es gerade, war guter Rat teuer. Dann habe ich eine Folie mit Nadeln an die Decke gepinnt und den auszuschneidenen Umriss angezeichnet. Den dann auf das Brett abgemalt und ausgeschnitten. Hier dachte ich nun, ich sei schlau.

Denn ich hatte mich entschieden, nicht auf dem weiß anzuzeichnen, sondern auf der Innenseite, so dass man nachher nicht sieht, wenn die Farbe vom Stift raus guckt. Ausgeschnitten, hoch motiviert in die Kabine gelaufen und …? Passt nicht. So gar nicht. Egal, wie ich es an die Decke halte. Warum denn?

Warte mal! Dann drehe ich das Stück Holz um, auf die „linke“ Seite und siehe da! Es passt wie angegossen. Selbst ausgetrickst und zu viel gewollt.

So, die ganze Litanei als Vorwort, warum ich die olle Decke und ich nicht die besten Freunde sind. Das könnte ich noch weiter ausführen, wird aber langweilig. Kurz, ich hab das Projekt nicht zu Ende geführt, sondern in dem Durchgang zum Bug und über dem Kartentisch lag nun seit über einem Jahr die Decke frei. Alex hat sich (zu recht) schon beschwert, wann das hässliche Entlein denn mal fertig werden sollte.

Nun ist er ja weg, es regnet draußen und das Paket aus Deutschland fehlt, als das ich weiter nähen könnte. Mir gehen die Ausreden aus. Also kämpfen die Decke und ich nun weiter ihren Kampf um das schöne Aussehen. So ein Stück Holz zurecht zu sägen, dass es nachher gerade aussieht, an einer Stelle, die wirklich nicht gerade ist, ist für mich ein Albtraum.

Ich habe am nächsten Tag sogar Muskelkater (!) davon, dass ich die ganze Zeit die Treppe rauf (anpassen, gucken, anzeichnen) und wieder runter (sägen) gelaufen bin. Gut, dass Alex nicht da ist, denn es geht einige Zeit ins Land, einiges Gefluche und oftmals der Wunsch, es einfach in die Tonne zu kloppen und rosa anzustreichen. Mach ich aber nicht. Es ist noch nicht ganz fertig, aber so langsam sieht es doch annehmbar aus. Finde ich.

Es ist noch in Arbeit
Die neue Deckenverkleidung

Kategorien:Umbau

  1. Hervorragende Arbeit! Was Frauen Hände nicht alles schaffen können! Mit Ausdauer und fleiss. Lukas.

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