Die Ruhe vor dem Sturm

In Portimao wieder angekommen und sicher vor Anker liegend, können wir die erste Nacht seit einer Weile wieder ruhig schlafen. Lediglich die Wellen der Fischer, die nachts beständig rein und raus fahren und sich einen Spaß daraus machen, mit ihren Wellen die Segler durchzuschaukeln, die stören ein wenig. Aber das können wir super wegignorieren.

Dann müssen wir los, einen Termin für Assai organisieren, dass sie aus dem Wasser kommt. So bald wie möglich. Das ist allerdings ein Problem, da in Corona Zeiten so gut wie keiner sein Boot im Frühjahr hat einkranen lassen, aber viele auf die Idee gekommen sind, ihr Boot derweil aufs Trockene zu stellen. Dementsprechend voll sind die Plätze. Wir wissen, wo wir hin wollen. Dieses Mal zu Antonio, der auch den neuen Schuh anfertigen soll.

Wir gehen hin und reden mit den Jungs. Hm, ja, also ihm fehlt es an Haltegestellen für das Boot, erst muss ein anderes Boot ins Wasser. Aber das soll in einer Woche geschehen. Okay, gar nicht schlecht, dann haben wir etwas Zeit runter zu kommen, uns zu ordnen und uns Gedanken zu machen. Vor allem können wir noch den Sommer ein wenig genießen. Es ist derzeit auch hier in Portimao ordentlich heiß und ohne den Nachmittagswind hält man es nur im Wasser aus. Sogar das ist für hiesige Verhältnisse mega warm – 24 Grad. So warm war das Wasser nicht, seitdem wir hier in 2016 angekommen sind. Globale Erwärmung oder „nur“ Auswirkungen des El Nino Jahres? Ich weiß es nicht, aber wir genießen es.

Alex geht mit einer Unterwasserkamera tauchen. Hier ist das Wasser klar genug, dass man was sehen kann. Als wir uns das Video am Computer angucken sind wir schon etwas geschockt. Der Schuh des Skegs ist, wie schon ertastet, weg. Fott es fott, wie der Kölner so schön sagt (= Weg ist weg). Der Kiel hat einige ordentliche Kratzer abbekommen, der Lack ist ab. Kurz unter der Wasseroberfläche müssen aber nochmal ein paar fiese Steine gewesen sein. Steuerbord vorne sieht der Rumpf aus, als ob Godzilla mit seinen drei fingerigen Klauen am Rumpf entlang gekratzt hätte.

Jetzt heißt es für uns warten. Da haben wir dieses Jahr schon Übung drin, das kriegen wir hin. Wir gehen alle paar Tage bei Antonio vorbei, damit wir nicht vergessen werden und auch wirklich einen Termin bekommen. 10 Tage nachdem wir hier wieder angekommen sind, soll es dann soweit sein. Morgens um 9, das ist gut, dann ist es noch windstill.

Zwei Dinghis sollen uns begleiten und bei Bedarf in die richtige Richtung schubsen.

David, der Yardmanager unserer alten Yard, weißt uns darauf hin, dass wir besser nicht von Maritime Police gesehen werden sollten. Sobald man von denen als nicht mehr seetüchtiges Schiff erkannt wird, müssten wir unsere Schiffspapiere abgeben, alle Reparaturen in Auftrag geben (nichts mit selber reparieren) und dann jemanden bezahlen, der das Schiff inspiziert und bestätigt, dass es wieder seetüchtig ist. Alles mit Kosten verbunden, natürlich. Das wollen wir gerne vermeiden. So überlegen wir uns, wie wir das am besten hinbekommen. Entweder beim ersten Licht des Tages schon vor den Kran legen (auch Maritime police beginnt ihre Arbeit erst um 8, und damit nach hiesigen Verhältnissen super früh). Oder wir gucken, dass wir so weit wie möglich aus eigener Kraft lenken.

Irgendwie kriegen wir das schon hin. Noch schwimmt sie und wir gehen so oft baden, wie möglich.

Weils so schön war, ein paar Bilder vom schleppen. Hier der Sonnenaufgang vor Ayamonte
Da kommt die Brücke, Mond und ordentliche Beleuchtung inklusive
Assai wird geschleppt, aus Sicht der Aurelie

Kategorien:Umbau

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