Die schöne Welt des schleifens

Nun, es ändert sich nicht viel. Wir müssen schleifen, was das Zeug hält. Leider sind wir beide nichts mehr gewöhnt und so können wir beide jeweils nur ein paar Stunden am Tag schleifen. Mir tun jeden Abend die Arme und der Rücken weh und ich fühle wieder Muskeln im Körper, von denen ich gar nicht wusste, dass sie weh tun können. Während ich völlig zerschossen im Bett liege und versuche, mich nicht zu bewegen, findet Alex das saukomisch. Daher wird mir am Mittwoch ein Tag Schleifpause verordnet. Während Alex also weiter fleißig den Lack abschleift, gehe ich einkaufen, Pakete abholen und wegbringen und suche einen Blumenladen.

Ruth hat am Freitag ihren 80.sten Geburtstag und wir legen alle zusammen um einen schönen Strauß zu organisieren. Guter Plan in der Theorie, aber die Portugiesen haben einen riesen Faible für Plastikblumen, den ich überhaupt nicht verstehen, geschweige denn teilen kann. Mit Plastikblumen will ich am Geburtstag natürlich auch nicht ums Eck kommen, daher begebe ich mich auf die Suche nach einem ordentlichen Blumenladen. Denys, einer der Arbeiter hier auf der Werft gibt mir einen Straßennamen und ich ziehe los. Die Straße ist gleich gefunden, aber der Laden nicht. So parke ich das Auto und frage mich durch. Eine Seitenstraße weiter finde ich den Laden dann auch tatsächlich. Die beiden Damen sind sehr nett und stellen mir wie gewünscht den Strauß zusammen. Mit dem riesen Ding ziehe ich dann wieder gegen Heimat. Am Freitag regnet es weniger als vorhergesagt und ich nutze die Zeit, um wieder fleißig zu schleifen. Man könnte ja meinen, da wir ja scheinbar nichts anderes tun als schleifen, dass wir zügig voran kämen. Dem ist aber nicht so. Gefühlt tonnenweise Spachtelmasse, weiße, grüne und beige, kommen unter dem Antifouling zu Tage und da dauert es eben, bis man mal was freigelegt hat. Gerade als ich aufhöre, fängt es wieder an zu schütten. So gehe ich duschen.

Bald darauf kommen Inge und Tommy vorbei und wir gehen gemeinsam zu Ruth, um den Strauß zu übergeben. Die staunt nicht schlecht, als wir mit dem riesen Teil ums Eck kommen und freut sich riesig. Abends gehen wir gemeinsam 13 Mann hoch Chicken Piri Piri essen. So viele Leute kann der gute leider nur im nicht beheizten Wintergarten unterbringen, aber das wussten wir vorher und haben uns warm angezogen. Wir verbringen einen herrlichen und lustigen Abend.

Heute nun fegt ein heftiger Sturmwind aus Nord über uns hinweg, aber das ist zum schleifen gut. So schwitzen wir nicht so stark in dem Schutzanzug und der Staub ist auch gleich weg. Eine Woche schleifen später haben wir fast die gesamte Steuerbordseite freigelegt. Morgen noch und dann können wir mit der anderen Seite anfangen. Was gibt es schöneres? (Viel, ehrlich gesagt). Aber es hilft ja nichts, der Lack muss ab.

das Geburtstagskind und der riesen Strauß

IMG_20181027_123403

Ich sehe aus, wie ein Marsmensch

IMG_20181027_145531

schleifen, schleifen, schleifen

Kategorien:Portugal, Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.