Die spinnen, die Griechen

Nun, ich will gleich klar stellen, dass die Griechen ein tolles und nettes Volk sind, gegen die wir keinerlei Groll hegen. Sie machen tolles Essen, guten Wein und die Landschaft ist schön.

Jeder den man anspricht versucht zu helfen, gibt Auskunft sofern er kann oder verweist an jemanden, der es besser weiss. Gut, Montag morgen im Baumarkt findet man nicht nur übermäßig motivierte Mitarbeiter, aber das kann man nun wirklich in keinem Land erwarten. Wo wir allerdings die größten Unterschiede feststellen ist, sobald wir in ein Auto steigen. Da hört die Liebe bei den Griechen auf. Ich persönlich habe noch kein System erkennen können, außer dass Rollerfahrer nach gar keinen Regeln fahren. Die Fußgängerwege sind komplett zugeparkt, so dass Fußgänger und Fahrradfahrer auf der Fahrbahn laufen bzw. fahren. Fährt man auf einer kleinen Straße und will auf die große abbiegen, muss man quasi mit dem halben Auto auf die Hauptstraße fahren, da man aufgrund der parkenden Autos sonst nichts sieht. Auf Kreuzungen fährt jeder dahin wo es ihm gerade einfällt, der ganz links will nach rechts und umgekehrt, die Hupe ist in Dauer-Benutzung und dazwischen fahren die ganzen Mofas und Roller ohne Rücksicht auf Verluste querbeet überall hin. Und wer braucht eigentlich einen Helm? Geblinkt wird auch nicht, denn es geht mich scheinbar nichts an, wo der vor mir hin will. Mehr als einmal wollte ich am liebsten das Auto mitten auf der Straße abschließen und stehen lassen. Lustiger Weise regt sich hier aber niemand groß auf über das Chaos und nachdem mich heute die Polizei rechts auf ihrem Motorrad überholt hat und halt mal eben die Vorfahrt missachtet hat, dachte ich mir: was solls? Irgendwie funktioniert es. Guckt man sich die Anzahl der Dellen, Beulen und Kratzer in den Autos um einen herum an, ist auch Feindkontakt erlaubt und gern gesehen. Teure Autos sieht man dementsprechend nur eher selten auf der Straße. Zu alledem kommt die lustigen griechischen​ Buchstaben, die keiner von uns lesen kann. Vorzugsweise auf Straßenschildern sind die Zeichen für uns wenig hilfreich. Man kommt sich vor wie der letzte Analphabet, der seinen Führerschein im vorherigen Jahrhundert gemacht hat. Noch sind wir aber gut durchgekommen, haben noch keine Delle in das gute Leihauto gefahren und sind, wenn auch mit Umwegen hier und da, immer am Ziel angekommen. 

Kategorien:Griechenland

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