Doppelsegel

Die Zeit vergeht super schnell dieser Tage. Es ist ein Spruch, den ich früher als Kind nie verstanden habe. Jetzt sollte man meinen, dass wir mehr als genug Zeit haben. Nun, ja, wir können uns unsere Zeit durchaus frei einteilen. Trotzdem liegen wir sicher nicht die ganze Zeit nur rum und genießen die Sonne (dann wären wir wahrscheinlich schon lange wieder daheim, weil uns so langweilig wäre).

Allein unser Boot will permanent Aufmerksamkeit. Unser Kühlschrank beispielsweise kühlt nicht mehr richtig. Als Alex den Kühlschrank ausräumt, um ihn mal abzutauen, sieht er wie sich der Boden aufwellt und das Holz ihm quasi schon entgegen fällt. Das muss raus und so ist der Kühlschrank derzeit nicht benutzbar. Glücklicher Weise haben wir noch einen Tiefkühler, den wir einfach so hoch drehen, dass er als Kühlschrank fungiert. Nicht optimal, aber besser als keine Kühlung.

Am Freitag wollen Jens und Dörte wieder einmal segeln gehen und haben uns und Inge und Tommy eingeladen, mitzukommen. Dieser Einladung folgen wir natürlich gerne. Schon zwei Tage vorher beginnen sie, ihre Ankerkette zu putzen. Die ist seit drei Monaten da, wo sie ist und entsprechend zugewachsen.

Wir lassen unsere Dinghis an einem eigenen Anker, der den beiden ihren Ankerplatz sichern soll. Kaum sind wir raus gefahren, ist auch schon Wind da. Recht schnell weht es mit 22 Knoten, in Böen 25. Da sind wir bei Windstärke 6, was schon recht viel ist. So wird auch nur die Genua gesetzt und die zieht uns mit 5 bis 6 Knoten über Grund. Die Bootsbewegungen sind mäßig, die Sonne scheint und wir genießen unsere kleine Ausfahrt.

Für das Mittagessen ankern wir kurz hinter Lagos, vor einem kleinen aber wirklich hübschen Strand. Zurück zeigen uns die beiden ihre recht spezielle Genua. Es sind zwei gleich große Segel, die am Vorliek zusammen genäht sind. Wenn das Tuch auf einer Seite gesetzt wird, liegt es direkt übereinander und tut so, als wäre es eins mit sehr hoher Tuchstärke. Vor dem Wind aber wird ein Segel auf einer Seite des Bootes und das andere auf der anderen Seite gesetzt, ohne großen Aufwand. Bei immer noch 6 Windstärken von achtern sieht das riesige Segel nicht nur traumhaft schön aus, sondern zieht das Boot auf ganze 8 Knoten über Grund. Wir scheinen zu fliegen.

Wir setzen uns einmal an das Heck des Bootes und lassen unsere Füße ins Wasser hängen. Das ist einmal ein Anblick! Ein riesen Spaß.

Leider in die falsche Richtung, denn der Wind weht uns in Richtung Marokko. So fahren wir eine Wende und schon wird aus den zwei Segeln wieder eins. Es ist super spannend zu sehen, wie einfach das geht.

Als wir abends wieder einlaufen, gönnen wir uns ein Glas Sekt und fallen dann alle doch recht müde in unsere Kojen.

Gemütlich im Cokpit
Wir ziehen die Fenster durch das Wasser
Doppelsegel vor dem Wind
Füße ins Wasser

Kategorien:Umbau

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