Ein aufregender Tag

Ich war die letzten Tage absichtlich ruhig. Wir sind nämlich heute eingekrant. Überraschung! Die gesamte letzte Woche ging für Vorbereitungen drauf. Aufräumen, wegräumen, Wäsche waschen, einkaufen und putzen. Ein halbes Jahr waren wir schon wieder auf dem Trockenen. Aber endlich haben wir alles wieder soweit hergestellt und es zieht uns wieder ins Wasser, auch wenn das Wetter derzeit noch ziemlich kalt ist.

Die große Kältewelle mit Temperaturen bis zu 0 Grad nachts ist vorrüber. Tagsüber in der Sonne ist schon wieder Flip Flop Wetter.

Wir stehen extra früh auf, füllen den Wassertank, spritzen das Deck nochmal ab, das Vorstag wird wieder zur Seite gebunden. Sonst kann uns der Kran nicht hochheben. Dann will Alex nur eben kurz noch das Ofenrohr einmal sauber machen. Beim Abbauen allerdings geht was kaputt, das kann er so schnell nicht wieder reparieren. Schöne Scheiße. Dann kommt aus der Stopfbuchse kein Fett, obwohl es soll und die Laune sinkt eine halbe Stunde bevor der Kran kommt auf den Nullpunkt.

Dann kommt der Kran, die Jungs sind professionell wie immer, heben das Boot hoch, ich kann noch schnell mit Antifouling über die Stellen am Kiel, wo das Boot drauf stand und los gehts. Wir laufen mal wieder unserem Boot hinterher. Es ist ziemlich böiger Wind, daher geben uns die Jungs noch eine Sicherungsleine, damit sie nicht gleich Kratzer bekommt. Als wir auf dem Wasser aufsetzen, warten die Jungs wie immer. Maschine anschmeißen, Seeventile prüfen. Unser Freund Erwin ist auch mitgekommen, der soll uns das Dinghi anreichen.

Als ich kurz gucke, sehe ich Alex nicht glücklich aussehen. Er läuft zwischen Cockpit und unter Deck hin und her. Was ist da los? Die Maschine springt nicht an. Er dreht den Zündschlüssel, man hört einen Anlasser, ein kurzes fettes KLACK und weg war er. Die Maschine lässt sich auch nicht von Hand drehen. Große Kacke. Eine blockierende Maschine können wir gar nicht gebrauchen. Wenn die jetzt hinüber ist, dann kann uns der Kran gleich wieder auf unseren alten Platz stellen. Dann wäre aber auch unsere Geduld aufgebraucht.

Ich rede mit den Jungs, dass sie uns etwas mehr Zeit geben müssen. Ob das geht. Wann ist denn der nächste Termin? Eine halbe Stunde haben wir. Alex läuft hin und her, schraubt, schwitzt, dreht den Zündschlüssel. Klingt wie eine Umdrehung mehr, bevor die Maschine auf Block geht. In solchen Situationen einfach Schnauze halten und gucken, dass ich nicht im Weg bin. 10 Minuten später läuft die Maschine. Gerade noch mal gut gegangen.

Wir fahren aus dem Kran heraus, drehen uns suchen uns einen Ankerplatz. Gerne würden wir wieder in das große Ankerfeld, aber der starke Südwind der letzten Tage drückt mit ordentlich Schwell in das Ankerfeld. Das brauchen wir wirklich nicht. Also legen wir uns wieder auf unseren „altbekannten“ Platz bei Ferragudo. Dort hat es aber dank des Schwells einige andere Ankerlieger. Wir suchen uns einen Platz aus, schmeißen den Anker und gucken. Bei 10m Wassertiefe bei Hochwasser haben wir knapp 30m Kette draußen, bei dem Ankergrund mehr als genug, aber wir sind ziemlich nah an den Strand gekommen.

Wir gucken uns das ganze eine Stunde lang an und beschließen dann doch, nochmal umzuankern. Dank des stark böigen Windes brauchen wir drei Anläufe, um nicht zu nah an dem einen oder dem anderen zu landen. Der Anker hält bombe. Jedes Mal wenn wir wieder Anker auf gehen macht der Bug vom Boot einen Knicks, bevor der Anker wieder frei ist.

Einer unserer Nachbarn mag unsere mehrfachen Ankermanöver gar nicht. Wir sehen ihn hin und her laufen und rufen. Wir finden den perfekten Ankerplatz und fahren mit dem Dinghi einmal rüber. Ist besser, als sich bei 25 Knoten Wind anzubrüllen. Schnell haben wir geklärt, dass alles gut ist. An ihm sind nur bei den windigen Nächten und Tagen einige Boote vorbeigetrieben und er hatte sich Sorgen gemacht, dass wir es nicht drauf hätten, weil wir mehr als einmal geankert hätten (hat so nicht gesagt, das waren mehr so die Untertitel). Da konnten wir ihn aber beruhigen. Unser Anker hält.

Whoop whoop. Endlich wieder im Wasser. Alles ist soweit dicht und wir sind trotz des aufregenden Tages zufrieden mit uns.

Opa Antonio entfernt die Leiter
Assai im Kran auf dem Weg ins Wasser

Kategorien:Umbau

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