Ein Griff und die Sucherei fängt an…

Jeden Tag sind wir fleißig und schleifen und schleifen und schleifen. Jeder von uns jeweils zwei oder drei Stunden. Inzwischen haben wir uns da auch schon ordentliche Muskeln angearbeitet und es geht jeden Tag etwas einfacher. Abends sind wir aber meistens trotzdem platt. Während ich nachmittags schleife, macht Alex meist etwas anderes. Zum Beispiel die Badeplattform. Zwischendurch fragt er mich, ob ich wüsste wo dieses oder jenes ist. Da er das ganze Werkzeug verstaut hat, hab ich nicht die geringste Ahnung und so beginnt die Sucherei. Blöd, dass wir inzwischen nicht nur im Boot suchen können, sondern auch unten in unserer Werkzeugkiste oder unter dem Nachbarkatermaran, wo wir auch Zeug gelagert haben. Als wäre das Boot nicht schon groß genug um Kram zu suchen und doch nicht zu finden. Man sollte ja meinen, das so ein begrenzter Raum eher dazu neigen würde, seine Sachen schnell wieder zu finden, dem ist aber sicher nicht so. Falls jetzt jemand einwenden möge, wir sollen doch Listen machen, wo wir was aufbewahren, dem sei gesagt, dass das zwar ne super Idee ist, die aber nur so lange super ist, wie man den Kram nicht umräumt und er sich dann woanders befindet. Und umräumen ist schon fast eins unserer Hobbies. Listen erübrigen sich also gerade. Und im Prinzip ist es auch egal, denn egal, was man gerade sucht ist immer ganz unten und ganz hinten.

Wir haben zur weiteren Reparatur schon einiges bestellt. Pakete sollen hier im Büro ankommen. Dave, der Mensch im Büro, ist aber so gut wie nie im Büro, sondern rennt fröhlich über das Gelände oder macht sonst was. So sehen wir zwar online, dass ein Paket angekommen ist, aber wo genau es dann ist, müssen wir herausfinden. Entweder es ist bei Dave im Büro und wir müssen einen Moment abpassen, wo er mal im Büro ist und wir das Paket abholen können. Oder die Mitarbeiter haben es in ihrem kleinen Häuschen am Eingang, das ist aber abgeschlossen und wir müssen einen der Arbeiter abfangen und fragen. Eine weitere Möglichkeit, die besonders DHL gerade toll findet, ist unser Paket einfach beim „Nachbarn“, bei der Firma Bluewater abzugeben. Da ist zumindest fast immer jemand. Die sind inzwischen auch so lieb und kommen bei uns vorbei und informieren uns, dass mal wieder ein Paket für uns bei denen liegt. Das macht uns schon ganz verlegen. Die haben sich wohl mal einen Kuchen verdient, als Dankeschön.

Inzwischen habe ich auch die neue Rubrik hier auf der Seite veröffentlicht: Rezepte für die Bordküche. Die Seite wird sich noch weiter füllen. Bislang habe ich nur meine Lieblingsrezepte aufgeschrieben. Schaut mal hinein und lasst euch inspirieren. Gerne könnt ihr mir auch eure Lieblingsrezepte schicken. Bin gespannt auf Rückmeldung.

Am Samstag gehe ich mal wieder auf die Paketsuche und gehe aus Verzweiflung sogar zu Sopromar, wo unser Paket natürlich nicht ist. Aber ich komme mit einem anderen Deutschen ins Gespräch, der gerade auf einem anderen Boot arbeitet um sich Geld für die nächste Weltumsegelung zusammen zu kriegen. Später am Tag kommt er bei uns vorbei und schaut sich unsere Arbeit an. Wir quatschen ein wenig und währenddessen kommt Iris, unsere dänische Nachbarin vorbei und lädt uns für nachmittags ein, Kaffee und selbstgemachte Pfannekuchen. Herrlich. Das nehmen wir doch gerne an. Nach noch mehr schleifen gehen wir duschen und finden uns bei den Dänen ein. Die Pfannkuchen sind herrlich lecker und wir haben einen netten Nachmittag zusammen.

Seit ein paar Tagen haben sie hier in Portimao mal wieder die Herbstkirmes aufgebaut. St. Martins Kirmes, die gibt es schon seit 356 Jahren. Das war natürlich nicht immer eine Kirmes, wie wir sie nun kennen, sondern ein Zusammentreffen von Fischern oder Zirkusleuten, die kommen und die Menge unterhalten. Wir verabreden uns mit Inge, Tommy und Peter und wollen hin. Das Riesenrad und die Unterhaltungsmusik bekommen wir ja eh schon jeden Abend mit. Leider ist es am Montag sehr kalt und windig, mal wieder gespickt mit Schauern. Wir lassen uns aber nicht abhalten und ziehen uns warm an. 11 Grad sind es, als wir losziehen. Eigentlich ja noch nicht so kalt, aber wir sind wohl einfach schon an die Wärme gewöhnt, denn ich habe (zu Recht) beschlossen, eine Strumpfhose drunter zu ziehen, Mütze und Schal dürfen auch nicht fehlen. Es ist eine herrliche Kirmes, mit viel Futter (geräucherter Kalamaris!), Fahrbuden und dem obligartorischen Flomarkt. Einen ordentlichen Schauer passen wir gerade gut ab und holen uns halt was zu essen. Spaß macht es allemal.

gegrillter und geräucherter Kalamaris. Durchaus lecker, aber nicht in großen zu Mengen zu verzehren

SAMSUNG CAMERA PICTURES

der Rummel, noch ist wenig los

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Riesenrad

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Aussicht aus dem Riesenrad auf die Kirmes

 

Kategorien:Portugal, Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.