Ein unerwartetes Wiedersehen

Da dachte ich, jetzt wo quasi alle ausgeflogen sind kann ich super produktiv sein und ganz viel schaffen. Ja, Pustekuchen. Es kommt halt einfach immer anders als man denkt. Und dann kommt noch ein unerwartetes Wiedersehen hinzu.

Seit Tagen reden schon alle davon. Das Wetter wird schlechter, es soll nicht nur viel Wind, sondern auch Regen kommen. In ansehnlichen Mengen. Schlecht für uns, da man so nicht gescheit draußen arbeiten kann und schon lange nicht mit Epoxy. Gut für die Natur, denn der Winter war für die Region viel zu trocken. Schon jetzt herrschen Warnungen, dass man Wasser sparen soll. Dabei hat der Sommer noch gar nicht angefangen.

Also mache ich mich daran, die hoffentlich letzten Löcher zu schließen. Drei Stück geht es an den Kragen. Klappt auch super, inzwischen hab ich ja Übung darin. Dann denke ich mir, mach doch ein kleines Video von dem letzten Loch, findet der Rest der Welt bestimmt voll spannend. Genau das Loch wird dann natürlich doof. Ich nutze zu viel Epoxy und die Matten fangen mal wieder das Rutschen an. Zum Haare raufen. Das Wetter hält auf jeden Fall noch den Tag und das ist gut. Dann beginnt der Wind. Ich räume alles ordentlich auf, verstaue, verstecke und decke alles mit Planen ab.

Dann gibt Ursula die zweite, ihren letzten Abend bei uns. Matthias, Katja und Manuel, der Schreiner, kommen vorbei und wir essen ein wenig zusammen, lachen und unterhalten uns ganz wunderbar. Allerdings ist das mit dem essen gar nicht so einfach, wenn einer auf einer speziellen Paleo Diät ist, ein anderer keine Kohlehydrate will und die nächste eine Histaminintoleranz hat. Irgendwie geht aber alles und jeder wird satt. Am nächsten Morgen verabschieden wir sie nochmal mit einem Kaffee und viel Streicheleinheiten für Floh, der mir auch wahnsinnig fehlen wird. Dann fährt sie in den sprichwörtlichen Sonnenuntergang und ist erstmal weg.

Beim Fritz geht es auch fleißig voran, Ruben der Schweißer ist fast jeden Tag da und freut sich wie ein Kleinkind über das große Schweißprojekt. Alex schickt mich, ich soll Bilder machen. Also gehe ich hin und versuche mein bestes, Übersichtsbilder zu machen, wenn alles mit Planen gegen den kommenden Regen abgedeckt ist, Ruben auf dem Boden liegt und schweißt und da wo keine Plane ist, der alte Kiel noch hängt. Weitwinkel sei Dank, es geht. Nicht übermäßig schön, aber es geht. Als ich mich noch mit Fritz unterhalte, sehe ich jemanden auf dem Fahrrad fahren, den ich wieder erkenne. Ist das nicht Dean? Klar, das klapprige Fahrrad, das quiescht wenn es bremst ist einmalig. Also verabschiede ich mich schnell von Fritz und laufe ihm hinterher. Ich rufe und winke und tatsächlich, Dean dreht sich um und bleibt stehen. Seit Sonntag ist er wieder da. Wir trinken einen Kaffee zusammen und tauschen uns aus, wie es uns die letzten Jahre (oh Gott, es sind schon Jahre!) ergangen ist. Er gibt die Hoffnung nicht auf, bald aufbrechen zu können. Muss aber vorher den Dieseltank erneuern und nochmal auskranen, um das Antifouling zu erneuern… Na, ich hab da so meine Zweifel, ob das alles schnell geht. Für den Abend verabreden wir uns auf ein Bier und er radelt wieder von dannen.

So komme ich auf keinen grünen Zweig. Beim letzten kurzen Regen habe ich zwei kleine Undichtigkeiten im Deck entdeckt, die müssen noch zugemacht werden, bevor es richtig schüttet. Also, nochmal Epoxy angemacht und alles abgedichtet. Dann kommen schon die Wolken, die den Regen bringen sollen. Als ich vom Treffen mit Dean wieder Heim radele, fängt es auch zu regnen. Mal mehr, mal weniger, aber es regnet und regnet und windet dazu, dass das Boot wackelt und schaukelt auf dem Trockenen, wo es steht. Die Nacht wird unruhig, da hier und da immer mal etwas klappert und scheppert, aber es innen bleibt es trocken und warm. Ich denke an Ursula, die nun wieder mit ihrer Ape unterwegs ist und nur ein dünnes Zelt hat, dass sie vor dem Regen schützt. Ich drücke ihr die Daumen für eine gute Heimreise.

Abendessen auf einem Segelboot mit fünf Leuten am Tisch.
Abschiedsessen auf Assai, Matthias, Katja, Ursula und Manuel (von links)
zwei Freunde in einem Segelboot, beim Kaffee
Dean, ein freudiges Wiedersehen

Kategorien:Portugal, Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.