Einen Tag segeln

Yipiieh. Die Segel sind oben und wir gleiten mit angenehmer Fahrt mit 3 Knoten und so gut wie keiner Welle durch das Wasser. Was ist denn da passiert? Unsere Freunde von der Whippersnapper sind mit den Arbeiten an ihrem Boot durch. In Rekordzeit von zwei Tagen das Unterwasserschiff neu gestrichen, Anoden ausgetauscht, eine Schraube abgerissen und wieder repariert, Oberwasserschiff poliert und versiegelt und schwupps ist sie wieder im Wasser. Schnell ist noch ein neues Solarpanel angebracht und wir belohnen uns mit einem Tag segeln. Andreas und Wilko sind erfahrene Regattasegler. Die können uns was beibringen. So legen wir am Freitag bei wenig Wind ab und schon hinter der Ausfahrt setzen wir die Segel. Wir setzen unseren Blister, dieses Mal richtig herum (nicht wie auf der Biskaya) und auch der Spibaum wird getestet. Und zwar an der Genua bei Halbwind. Andreas sitzt im Cockpit und hofft, dass keiner seiner Kumpels ihn sehen kann. Ist wohl eher unsportlich und verpönt. Ich finde es klasse. Der Baum an der Genua verhindert das Einfallen des Tuchs bei schwachen Winden. Da wir zuerst nur 1 bis 2 Windstärken haben sind Alex und ich übermäßig begeistert zu sehen, dass unser Boot bei derartig wenig Wind noch bis zu 3 Knoten Fahrt macht. Vielleicht liegt es am neuen Jahr, besserem Karma oder einfach Glück mit der quasi nicht vorhandenen Welle, aber im vergangenen Jahr hätten wir bei derartigen Bedingungen nicht segeln können sondern motoren müssen. Jetzt gehts, als wäre es nie anders gewesen. Wir sind happy. Restlos zufrieden mit uns und dem Tag legen wir nach knapp fünf Stunden wieder in der Box an. 

Eigentlich sollten wir ja schon lange auf dem Trockenen stehen und unser Boot weiter betüdeln. Aber dank Dave, dem Manager des Boatyard, haben wir nun einen Termin für Dienstag den 4.4. Wir sind gespannt, wie sie so aussieht, nach nem halben Jahr in der Marina. Segeln kann sie noch. Besser als je zuvor. Wir nehmen das als gutes Zeichen für dieses Jahr. Wir haben ja Zeit und versuchen uns keinen Stress mehr zu machen. Der Motor, Percy, braucht noch ein wenig Zuwendung, wie immer. Aber wir freuen uns sehr auf die vor uns liegende Saison. 

Leider sind Andreas und Wilko schon wieder abgereist. Wir hoffen, ihnen bald einmal wieder zu begegnen, was nicht selbstverständlich ist. Wilko, mit seinen jungen 26 Jahren, arbeitet als Navigator auf einem Expeditionskreutzfahrtschiff in Arktis und Antarktis und in seiner Freizeit rettet er Flüchtlinge vor Lybien aus dem Meer. Völlig normales Leben für jemanden in seinem Alter also… 

Die Wetterprognose für die kommende Woche sagt herrlichen Sonnenschein voraus. Den ersten Sonnenbrand des Jahres haben wir beide auch wieder kassiert. Es wird vermutlich nicht der letzte bleiben, aber ab jetzt wird die Sonnencreme wieder ausgepackt und exessiv benutzt. 

Wieder unterwegs

Freie Fahrt

Blister!

Ausgebaumte Genua

Kategorien:Portugal

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