Es geht weiter

Nach einer ruhigen Nacht in Trizonia brechen wir am Montag morgen wieder auf. Es regnet leicht, na klasse. Aber was solls. Wir wollen bis Messalonghi, dazu müssen wir aus dem Golf von Korinth in den Golf von Patras fahren. Die Grenze zwischen den beiden Gebieten ist die längste Kabelbrücke der Welt. Die vier Poller der Brücke sehen wir schon als wir aus der Bucht von Trizonia herausfahren. Da die Brücke an der engsten Stelle zwischen den beiden Landmassen gebaut wurde, bedeutet das auch für uns, dass wir uns auf einen Düseneffekt einstellen müssen. Der Wird wird kanalisiert und es soll auf bis zu 30 Knoten auffrischen. Aber zuerst sehen wir nur Nieselpiss und Wolken. Kein Lüftchen weht. Wir nähern uns also unter Maschine der Brücke und wollen die Segel schon mal setzen. Vielleicht können wir ja doch ein wenig segeln. Zuerst das Groß. Aber das macht uns weiterhin Probleme. Oder wir sind zu dumm, es richtig zu bedienen, eine durchaus wahrscheinliche Möglichkeit. Der letzte Meter ist in der Rollanlage „gefangen“. Es hat sich verdreht, Falten sind im Segel und rein kriegen wir es so auch nicht mehr. Keine besonders verlockende Aussicht. Also, holen wir das Segel komplett runter. Das klappt aber auch nicht, irgendwo auf den letzten Metern hakt es. Also, Segel wieder rauf. Wenn wir das Achterliek (das hintere Ende vom Segel) stärker durchsetzen, kommt mehr Zug drauf, also sollte das feststeckende Ende eher rauskommen. Alex zieht an der Großschot und ich höre ein ‚plock‘ sowie „So ein Dreck!“ von Alex. Die Rolle ist gebrochen. Na, schönen Dank auch. Alex sägt also die Rolle von der Aufnahme, als sie unten ist, sehen wir, dass man nur das kleine Plastik hätte anheben müssen, dann kann man den Bolzen entfernen und die Rolle ohne Probleme entfernen. Hm. Zu spät. Es dauert etwas, bis wir eine passende Ersatzrolle gefunden haben. Dann wieder Schot dicht holen und gucken, was das Segel macht. Offenbar hat es was gebracht, jetzt sind nur noch die obersten zehn Zentimeter verdreht. Alex holt das Segel wieder ganz herunter und kann das Segel befreien. Dann wieder rauf das Ding und nun können wir es wieder korrekt bedienen. Mann, was ein Aufwand. Der Wind hat aufgefrischt und wir versuchen zu segeln. Dümpeln aber mit 1,5 Knoten vor uns hin. So kommen wir nicht in Messlonghi an, jedenfalls nicht mehr heute. Maschine wieder an und weiter. Alex will schon den Gennaker setzen, aber ich will erst durch die Brücke gefahren sein und mir angucken, wie es dahinter aussieht.

Was auch kein dummer Gedanke war, denn wie so oft hier in dem Gebiet frischt der Wind innerhalb von 15 Minuten auf 4 Bft auf und es geht mit schnellen 5 Knoten fahrt vorwärts. Als wir durch die Brücke fahren gönnt uns der Nieselregen eine kurze Pause, so dass ich ein paar Bilder machen kann. Kaum sind wir unter der Brücke hindurch setzt auch die angekündigte Düse ein. Auch die Wellen werden größer und dankbarer Weise treffen sie uns von hinten. Nicht jede Welle allerdings und die, die uns seitlicher treffen schubsen uns ganz schön hin und her. Mit grefften Segeln kommen wir auf bis zu 7 Knoten fahrt. So nähern wir uns schnell Messalonghi. Der Regen allerdings bringt Unmengen an Dreck mit. So wie unser Deck aussieht, kann in der Sahara kein Sandkorn mehr übrig sein. Ein Albtraum in Orange. Durch die Fenster sehe ich nichts mehr. Das ist aber auch nicht unbedingt nötig, denn vor uns herrscht eh nur grau in grau. Als wir dann noch zwei Donner hören, fühlen wir uns wirklich an den Start mit Faith zurück versetzt. Mal abgesehen von ein paar starken Böen, die uns treffen, bleiben wir glücklicher Weise aber unbehelligt. Als wir um die kleine Landspitze vor Messalonghi biegen lassen Wind und Wellen nach, so dass wir die Einfahrt problemlos finden.

Wir fahren unter Motor in den 2,5 Meilen langen Kanal, der extra ausgebaggert wurde. Auf 20 Meter Breite hat das Wasser eine Tiefe von 6 Metern, dann wie abgschnitten steigt der Boden an auf 0,7 bis 0,1 m Wassertiefe. Da muss man nicht unbedingt landen, also fahren wir langsam und kommen problemlos in der Bucht an. Diese ist ruhig und schön.
Als wir auf die Marina zuhallten, hupt und winkt es von Land aus. Wir werden angefunkt, doch bitte zu ankern, da die Marina derzeit wegen Problemen mit der Hafenpolizei geschlossen wäre. Aha. Alles klar. Dann eben ankern. Auch kein Problem. Nach zwei Anläufen sitzt der Anker und wir sind froh, den Tag gut überstanden zu haben. Für Tag Nummer 2 haben wir einiges erlebt und sind durchaus zufrieden mit unserer Leistung sowie der des Bootes.

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Kategorien:Griechenland

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