Es wächst überall

Der Sommer ist ausgebrochen. Wir waren ja schon im vergangenen Jahr hier mit dem Boot, da war es unfassbar heiß. Da haben wir uns schon sehr viele Gedanken gemacht, wie der Sommer hier wird. Denn zwei Monate diese Hitze wäre nur schwer zu ertragen. Und da wir uns mit dem Hund doch ziemlich gebunden haben, können wir nicht einfach auf’s Boot und flüchten gehen.

Aber bislang hatten wir Glück. Mal abgesehen von ein paar Tagen, in denen das Thermometer die 40 Grad Marke (im Schatten!) geknackt hat, kommen wir ganz glimpflich weg. Zugegeben, man gewöhnt sich an die Temperaturen. 34 Grad im Schatten halten wir inzwischen für ganz angenehm.

40 Grad im Schatten und es wird noch heißer

Die Pflanzen, die wir schon angebaut haben, wachsen ziemlich gut. Nur ab und an wird es auch denen zu warm. Aber glücklicher Weise haben wir genug Wasser zum gießen zur Verfügung. Das brauchen die Pflanzen auch.

Wir konnten sogar schon die ersten kleinen Dinge ernten. Radieschen, eine Paprika und die Tomaten fangen gerade an.

Genau an diesem Fleck hier herrscht meist nachmittags auch eine Thermik, so dass eigentlich immer etwas Wind geht, oft bis zu 23 Knoten. Für Sonntag sind bis zu 31 Knoten angesagt. Der Anker hält, wir liegen immer noch vor Front- und Heckanker. Die halten super. Nervig wird es aber, wenn Wind und Strömung gegeneinander laufen. Dann bildet sich schnell eine hübsche kleine Hackwelle, die das Dinghi fahren sehr nass macht. Aber ich will nicht jammern, besser etwas nass als das über 40 Grad im Schatten.

Man trocknet eh sehr schnell wieder.

Michael, unser Freund, den wir in Portimao kennen gelernt haben, ist inzwischen auch hier angekommen. Dem gefällt es ganz außerordentlich. Jochen war mit seiner 42 für ein paar Tage in Faro, der hatte Besuch aus Deutschland. Seit gestern ist er auch wieder hier. Der vielbeschriebene „Klebstoff“, den es hier geben soll, scheint schon seine Wirkung zu tun.

Solange es so warm ist, sind die Arbeitstage kurz. Morgens kann man bis mittags noch was machen, ohne gleich sofort in Schweiß auszubrechen. Ab Nachmittags dann ist Ruhe angesagt. Siesta. Man sucht sich ein schattiges Plätzchen und wartet auf den kühleren Abend.

Gestern haben wir mit unseren Freunden auf der Veranda gegrillt. Zwischendrin kommt jemand unseren Steg hoch und sagt: Hey, ich bin Dave. Ich habe die ganzen Beiboote gesehen und wollte mal hallo sagen. Schwupps, kam er mit seiner Freundin und deren 2-jährige Tochter auch noch vorbei. So lernt man Leute kennen. Die beiden leben seit vier Jahren auf ihrem Boot, sind mit ihrer Tochter schon einiges gesegelt, wollen aber jetzt auch ein kleines Stück Land für sich suchen. Ganz liebe Menschen. Die kleine findet unser Stückle super, ein riesen Abenteuerspielplatz. Allein der Dreck ist gut für eine Stunde spielen.

Wir sind zwar nun etwas mehr landgebunden, aber das Leben geht so überraschend weiter wie bisher.

Als ich eines morgens Paquito holen gehe, werde ich im Dorf von einem älteren Spanier angesprochen. Er könne Martina nicht erreichen, ob ich ihre Telefonnummer hätte. Martina ist eine Engländerin, die hier seit Jahren lebt und er geht scheinbar davon aus, dass sich hier alle Ausländer untereinander kennen. Mein armes Schulspanisch reicht so gerade aus, um zu verstehen, was er mir nuschelnd hinter seiner Maske sagen will. Hände und Füße helfen.

Ich habe Martina zwar tatsächlich schon kennen gerlent, aber ihre Nummer nicht. Irgenwie über 5 weitere Leute kann ich die Info aber an sie weitergeben, dass der ältere Herr mit ihr sprechen will. So fühlt man sich doch direkt angekommen im Dorfleben.

Es wächst. Die ersten Tomaten können wir ernten

Kategorien:Umbau

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