Fica em casa – stay at home

Derzeit passiert nicht viel. Über die Ostertage hatten die portugiesischen Behörden Großalarm, weil sie eine Reisewelle befürchtet haben. Hauptsächlich inner portugiesisch, die einzelnen Distrikte (Bundesländer) wurden abgeriegelt. Es fuhren Autos mit Lautsprechern durch die Straßen, die morgens und abends folgendes verkündeten: „Fica em casa. Stay at home“. Bleibt zu Hause.

Dazu wurden sogar die Tsunamiwarnungs-Lautsprecher benutzt. Wir halten uns soweit es geht daran. Wir gehen nur alle paar Tage an Land, um unseren Müll zu entsorgen, einzukaufen oder einfach mal Auslauf zu erhalten.

Ansonsten sind wir bei schönem Wetter schier todesmutig und gehen baden. Das Wasser hat 16 Grad. Recht frisch, um es nett auszudrücken. Aber sobald man den ersten „Schock“ überwunden hat, geht es. Wir schwimmen rund ums Boot, um ein wenig Bewegung zu bekommen.

Nach Ostern trifft hier eine Front aus Süden ein. Die bringt Regen, Gewitter und Böen bis zu 38 Knoten Wind mit. Natürlich kommen die starken Böen mitten in der Nacht. Wann auch sonst. Gerade als der Schwell aus Süd einsetzt, fährt ein Katermaran in die Ankerbucht vorne ein.

Unsere Freunde Dörte und Jens haben die Yacht schon auf dem AIS verfolgt. Eine deutsche Yacht, die von Gibraltar kommend versucht hat um das Kap Sagres zu fahren, hat wieder umgedreht. Sofort kommen die Behörden angesaust und wollen sie abwimmeln, aber irgendwie kriegen sie es hin, dass sie bleiben dürfen. Natürlich dürfen sie nicht an Land gehen. Obwohl sie nachweislich seit 17 Tagen auf See waren von Mallorca kommend. Mit zwei kleinen Kindern an Bord.

Eine weitere Segelyacht fährt in die geschützte Bucht hinein. Diese wird aber sofort abgewimmelt und wieder heraus geworfen. In dem stärker werdenden Südschwell fahren sie eine Weile vor der Einfahrt hin und her, dann ankern sie vor Praia do Vau. Nicht wirklich geschützt und bei dem kommenden Wind stark gefährdet für eine lebensgefährliche Legerwall Situation. Am nächsten Tag fahren sie weiter.

Ich verstehe, dass man sich, das Land und die Bevölkerung schützen will. Aber warum man deshalb Menschen in lebensgefährliche Situationen schickt und ihnen nicht erlaubt, Schutz zu suchen vor Sturm und Wetter, das verstehe ich nicht!

Die nächsten zwei Tage und Nächte werden erwartungsgemäß unruhig. Wir liegen angenehm geschützt, unser Anker hält und tagsüber bewundern wir die Wellen, die sich an der Einfahrt meterhoch brechen. Immer wieder gehen starke Regenschauer nieder. So nervig das für uns ist, so gut ist es für die Wasserreservoirs, die endlich wieder aufgefüllt werden.

Die Regierung hat den Ausnahmezustand noch bis zum 2. Mai verlängert. Wir werden also noch eine Weile länger hier bleiben. Trotz allem geht es uns gut und dafür sind wir dankbar.

Der große Ankerplatz liegt völlig verlassen da

Kategorien:Umbau

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