Figuera da Foz

Nach vier Tagen in Leixões haben wir uns gestern morgen aufgemacht nach Figuera da Foz. 65 Seemeilen waren zu bewältigen. Die Tage vorher waren geprägt von viel bis sehr viel Wind, so dass wir das kurze Wetterfenster nutzen wollten. Vorhergesagt war ein schwacher Nordwestwind.
Im dunkeln aus einer Marina heraus zu fahren schreckt uns weniger, aber wir wollen vermeiden, im dunklen in eine uns unbekannte Marina einzufahren. Da wir für die Überfahrt ca. 14 Stunden eingeplant haben, hieß es früh aufstehen. Um drei Uhr morgens klingelt der Wecker und gegen zwanzig nach vier sind wir startklar. Die Welle draußen ist tragbar, leider herrscht um die Uhrzeit noch gar kein Wind, so dass wir doch schaukeln. Michael sieht bis Sonnenaufgang nicht sehr glücklich darüber aus, aber hält sich wacker. Das Großsegel gibt uns etwas Stabilität, leider kommt der Wind eher aus Süden. Da wo wir hinwollen, natürlich. Die Fahrt verläuft unspektakulär. Abgesehen von den allgegenwärtigen Fischerbojen, die scheinbar aus dem nichts auftauchen. Einige passieren wir sehr nah, andere sind weiter weg. Die Pintail Crew läuft um sechs Uhr morgens aus, auch mit dem Ziel Figuera da Foz. Die Sturmschwalbe ist gestern schon gefahren und konnte uns dem Hafenmeister anmelden.
Der Wind kommt die ganze Fahrt lang aus Süden, mit 2 bis 3 Windstärken. Erst als wir kurz vor Figuera um eine Landspitze fahren bläst es plötzlich mit 5 Windstärken aus Nordwest. Für die letzte halbe Stunde sind wir aber nicht gewillt, die Segel zu setzen und wieder zu bergen. So schaukeln wir uns bis zur Einfahrt, die dank der Wellen nicht sehr einfach ist. Die Pintail läuft direkt vor uns ein.

Den Abend verbringen wir alle gemeinsam. Wir essen Pizza in dem vom Lonly Planet hoch gelobten Restaurant direkt gegenüber der Marina. Der Laden ist klein, aber brechend voll. Glücklicher Weise finden wir sieben einen Tisch, da drei Gäste bereit sind mitsamt Teller und Getränken während des Essens an einen anderen Tisch umzuziehen. Wir freuen uns riesig über die Freundlichkeit und die Selbstverständlichkeit mit der das passiert. Wir stellen uns vor, der Kellner käme in Deutschland an einen Tisch, wo die Gäste gerade den halben Teller gegessen haben und fragt, ob sie für andere ausländische Gäste umziehen würden. Alex sagt: „Da hätte der Kellner wohl eher die Gabel im Knie stecken.“ Vermutlich hat er leider recht.

Nach dem Essen fallen uns am Tisch schon fast die Augen zu. Da die Sturmschwalbe aber noch von einem Konzert auf dem Wasser am Strand redet, lassen wir uns motivieren und gehen mit. Sehr schön wurde vor einer alten Ruine ein Orchester aufgebaut. Wir haben den Platz kaum erreicht, da beginnt das Konzert. Klassische Musik, die wir aber nicht zuordnen können. Zwei Musiker haben sich offenbar verspätet, denn sie schleichen sich mitten drin durch die anderen Musiker und setzen ein. Da wir wirklich sehr müde sind, verabschieden wir uns und fallen erschöpft ins Bett. Heute morgen stehe ich motiviert auf, gehe duschen. Es regnet und ist sehr neblig. Dazu Südwind. Angesagt war erst gar kein Wind, dann Nordwest. So langsam nervt uns der Wetterbericht. Wenn Starkwind angesagt wird, kommt Starkwind. Ist guter Segelwind angesagt, herrscht entweder Flaute oder Wind aus der falschen Richtung. Aktuell überlegen wir hin und her, was die beste die Planung für die weitere Route ist.

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Leixões Strand

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Fischerboje

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Noch mehr Fischerbojen

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Michael

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Pizza essen

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Konzert auf dem Wasser

Kategorien:Portugal

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