Gedanken zum CO2 Abdruck

Während das Unterwasserschiff langsam Gestalt annimmt und die Beschichtungen aufgetragen werden, möchte ich mich heute mal einem anderen Thema widmen, dass sonst so in den Blogs vom Segeln und dem tollen Leben nicht so angesprochen wird. Unser CO2 Abdruck.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass der Klimawandel existiert und er nicht nur eine Erfindung der Chinesen ist. Ausführliche Berichte, Recherchen und Beweise findet man haufenweise im Internet auf YouTube und Google Scholar. Darüber muss ich mich nicht auch auslassen. Die Frage, die ich mir stelle ist, wie ist unser eigener CO2 Ausstoß?

Als Segler, der von eigens produziertem Strom aus den eigenen Solarpanelen lebt, manche, die einen eigenen Wassermacher haben, sind komplett autark. Der Motor wird nur dazu genutzt, um in die Marina und wieder hinaus zu kommen. Ansonsten treibt uns der Wind voran. Gekauft wird, was die lokalen Märkte hergeben. Möglichst keine Produkte kaufen, die einmal um die halbe Welt gekarrt wurden, sondern bei Oma im Garten nebenan wachsen und dann auf dem Markt verkauft werden. Je nachdem wo man ist und von wem man kauft, wurde das dann auch mit dem Pferdekarren transportiert und nicht mit dem stinkenden zwei Takter. Soweit schön. Soweit kann man sich auf die Schulter klopfen und sagen, super, ich lebe soweit CO2 Neutral wie möglich. Auto haben wir keins mehr, sondern nutzen entweder die öffentlichen Verkehrsmittel oder nutzen das Fahrrad oder gehen eben zu Fuß.

Jetzt kommt das wohl erwartete aber. Die hoch gelobten Solarpanele müssen auch produziert werden und der Abbau der Produkte dafür ist alles andere als umweltschonend. Die Batterien, die den Strom speichern sind bleihaltig. Manches Mal kaufe ich eben doch eine Mango im Supermarkt, weil ich süchtig nach den Dingern bin und die wachsen nicht bei Oma im Garten. Jedenfalls nicht hier.

Gut, das kann man alles noch verschmerzen, aber seit wir auf dem Trockenen stehen, haben wir endlos geschliffen und auch trotz Absaugung ging der Staub in die Luft. Die Unmengen an Epoxy, die nun auf das Unterwasserschiff kommen, kann man beim besten Willen nicht als umweltschonend einstufen. Von der Produktion des Bootes selbst und all den Produkten will ich gar nicht erst anfangen.

Müssen wir uns jetzt deswegen grämen? Verstecken und die Schand-Mütze aufziehen? Ich glaube nicht.

Meiner Meinung nach geht es darum, sich dessen bewusst zu sein, was man tut und wo man noch Verbesserungspotential hat. Um das Boot zu schützen, muss man eben ungesundes Zeug aufbringen. Es wäre wirklich spannend, mal eine Gesamtbilanz des Bootslebens zu erstellen oder eine zu sehen, falls sich jemand schon mal die Mühe gemacht hat.

Ich kann nicht behaupten, eine super Bilanz zu haben. Denn ich weiß es schlicht weg nicht.

Es gibt schon so viele Menschen, die sich Mühe geben, den eigenen Abdruck so weit wie möglich zu mindern. Die kaufen eben keine Avocados oder Mangos mehr und verzichten komplett auf Flugreisen, sondern tuckern lieber tagelang mit dem Bus durch die Pampa. Manch einer verzichtet sogar auf ein Reiseziel, das zwar spannend wäre, aber eben nur per Flugzeug zu erreichen. Ich finde das bewundernswert und toll. Denn die Verantwortung auf die großen Konzerne und die Politik abzuschieben ist meiner Meinung nach zu einfach. Aber wie seht ihr das? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen.

Es geht voran an Unterwasserschiff.

Kategorien:Umbau

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