Geschafft!

Ja! It’s done. Am Freitag war der lang erwartete Krantermin. Da wir im Gegenzug für helfende Hände Zeit bekommen haben, um unsere Kielsohle mit Antifouling zu bestreichen, waren wir schon um 6.30 Uhr am Platz. Nicht besonders wach, aber anwesend. Strömender Regen hat uns ab dann für die nächsten 6 Stunden begleitet. Ein großer Kran hat im 15-minuten Takt Boote zwischen 3 und 16 Tonnen in den Neckar gehievt. Ab 10 Uhr stieg unser Adrenalinspiegel! Wir sollten planmäßig um 13.00 Uhr gekrant werden. Vorher hat ein Tieflader unsere Faith hochgebockt und wir konnten (hüstel: ich konnte) im nassen Dreck rumkrauchen und Antifouling auf die Sohle streichen. Dies war wichtig, da das Boot nun seit langer Zeit eben auf dieser Sohle stand und wir nicht mal eben die 9 Tonnen anheben konnten, um die Rostvorsorge auch unten zu vollführen. Es ging (immer noch im Regen) fröhlich Boot um Boot weiter und zumindest ich habe nicht mehr auf die Uhr geguckt. Bis plötzlich jemand unsere Faith auf eben erwähntem Tieflader ums Eck fuhr umd wir nun dran waren…. STRESS. PUR. Der Puls beschleunigte von 0 auf 180 in weniger als 1 Sekunde. Es half nix, Leinen wurden gespannt und sie wurde angehoben (es wurde ein Video gedreht und Bilder gemacht, die wir die Tage hochladen werden) und innerhalb von vier Minuten war es auch wieder vorbei und sie lag im Wasser. Sofort sind wir aufs Boot gesprungen und haben alle Bodenluken aufgerissen: kommt irgendwo Wasser rein? Ist die Stopfbuchse dicht? Sind die Seeventile dicht? Ist sonst irgendwas ganz schlecht? Nein, alles gut soweit. Puh! Dann haben wir alle Leinen festgezogen und schon kam der erste Besuch vorbei. Alex Bruder mit Familie und unsere Freunde von der Muffet kamen gucken, wie es uns ergangen ist. Dann die nächste große Herausforderung. Springt der Motor an? Wie arg werden wir ihm zureden müssen, dass er anspringt? Muss das System entlüftet werden? Aber nein. Nach drei oder vier unschön klingenden Versuchen: siehe da! Er läuft! YAY. Eine Probefahrt später war immernoch alles dicht und der Motor lief soweit gut. Ein oder zwei noch nicht definierbare Geräusche sind bei Motorfahrt da. Aber witzig: die Logge (das Gerät, das anzeigt, wie schnell wir fahren. Wird durch ein kleines Rädchen im Wasser angetrieben) zeigt nichts an. Nur bei Rückwärtsfahrt funktioniert sie. Auch das Echolot ist etwas Divenhaft. Vorwärts fahrend zeigt es nach einer Weile halbwegs vernünftige Werte, sobald wir rückwärts fahren, ist es aber eingeschnappt und zeigt nur noch „out“. Etwas doof, da das Echolot dafür da sein soll, uns die Wassertiefe unter unserem Kiel anzuzeigen. Ich hoffe ja noch auf eine Wunderheilung. Heute haben wir schon die erste Autoladung Kram, Klamotten und Futter im Boot verräumt. Wir sind noch ungläubig, müde aber sehr erleichtert und zufrieden mit der Welt. Morgen werden wir uns nach Hofen verholen und beim Max-Eyth See für die nächsten zwei Wochen bleiben. Die restlichen Dinge müssen aus der Wohnung ins Boot, Abschied will genommen werden. Wir gehen heute Abend das erste mal wieder auf dem Boot zu Bett und sehen gerade dem Regen zu, wie er auf den Neckar fällt. In diesem Sinne: gute Nacht.

Kategorien:Deutschland, Vorbereitungen

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