Going to Portugal

Kaum sind wir nach dem ausgedehnten Landgang wieder auf unserer Faith angekommen, überlegen wir, wie der weitere Weg aussehen soll. Wir haben Michael und seine Mutter Liana eingeladen, uns ein Stück Richtung Süden zu begleiten. Schon am nächsten Morgen beim Frühstück klingelt mein Telefon. „We are already in Portosin.“ Okay. Das ging schneller als erwartet. Die beiden wollten eigentlich noch einen Tag nach Finisterre fahren. Offensichtlich haben sie sich umentschieden und klettern nun an Bord.
Sie freuen sich sichtlich, uns begleiten zu können. Wir freuen uns, dass sie unser Angebot angenommen haben. So verbringen wir den Tag noch gemütlich am Strand von Portosin und fahren am nächsten Tag weiter nach Baiona. Das ist ein Segeltag, wie aus dem Bilderbuch. So gut wie keine Wellen, etwas Wind und strahlender Sonnenschein. Wir segeln gemütlich, genießen Wetter, Wind und das Leben. Wir bringen den beiden ein paar Knoten bei. Dabei hören wir ein komisches Geräusch. Das kam nicht von unserem Boot. Wir blicken auf. Was war das? Delfine! Eine Gruppe von ca. 20 Delfinen besucht uns und bleibt für eine Weile. Perfekter hätte man es nicht planen können.

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Wir kommen abends um 7 in Baiona an. Wir finden in den kleinen süßen Gassen des Städtchens einen Irish Pub und staunen nicht schlecht, als wir hineingehen. Der Laden ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Als Tische dienen ausrangierte Bügelbretter und Nähtische, an den Wänden hängen alte Nähmaschinen und Knöpfe finden sich überall. An der Bar, an den Wänden sogar auf der Toilette. Die Decke ist beklebt mit verschiedenen Schnittmustern. Alte Kleiderpuppen wurde eine Lampe angeschraubt und dienen nun als Lampenständer. Die Musik besticht durch 70er und 80er Oldies-Charme. Als wir die Chill-out Ecke zum entspannen mit großen bequemen Sitzkissen gefunden und eingenommen haben, sind wir vollends verliebt in den Laden. Zudem ist das P ersonal super freundlich und die Bierkarte lässt auch keine Wünsche offen. So versumpfen wir ein wenig in dem Laden, wo es an jeder Ecke eine neue Kleinigkeit zu bestaunen gibt.

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Am nächsten Morgen geht es schon weiter in Richtung Portugal. Bei schönstem Wetter laufen wir aus Baiona aus. Die Wettervorhersage berichtet, dass der Tag genau wie der vorherige sein soll. Wenig Wind und Sonne. Die Strecke nach Viana de Castelo ist nur 34 sm weit, so dass wir uns auf einen weiteren entspannten Tag einstellen.
Nach zwei Stunden Fahrt allerdings zieht Nebel auf. Wir haben etwas mehr Wind als gestern, aber leider Südwind. Also mal wieder Gegenwind. Wir setzen die Segel, aber müssen kreuzen. Da wir etwas eingerefft fahren, fahren wir im großen und ganzen eigentlich nur auf der Stelle hin und her. Nicht sehr zielführend. Vor allem, da der Nebel immer weiter zuzieht und wir zeitweise kaum 10 m weit gucken können. Wir aktivieren sowohl unser Radar als auch das Nebelhorn. Es sind zwar nicht viele Schiffe um uns herum, aber wir sehen kaum die Hand vor unseren Augen. Alex und ich stehen also rechts und links im Cockpit und teilen uns das Ausguck gehen auf. Er beobachtet die Steuerbordseite, ich die Backbordseite. Die Fischerbojen, die teilweise nur 20 cm über dem Wasse r aufragen sehen wir erst 2 Minuten bevor sie überfahren würden. Wir halten uns nah am Land, in der Hoffnung, dass die Sicht dort besser würde. Aber es bleibt eine einzige Nebelsuppe.

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Eigentlich ist das Land nur 600 m weit entfernt

So bleibt es die nächsten drei Stunden. Wir fühlen uns, als wären wir am Ende der Welt und können gut verstehen, dass frühere Seefahrer dachten, so könne man über den Rand der Welt fallen. Wir sehen und hören nichts außer dem, was auf dem Boot ist. Selbst die Einfahrt nach Viana de Castelo sehen wir erst als wir hineinfahren. Die Einfahrt zur Marina ist durch eine Brücke begrenzt. Nach einem kurzen Funkruf, wird die Brücke gedreht und wir können einfahren. Da wir nun zwei Amerikaner an Bord haben, kommt sogar das Immigration Office vorbei. Es könnte ja sein, dass die zwei illegal nach Portugal eingeschmuggelt wurden…. 😉
Aber alles ist in Ordnung. Den heutigen Tag verbringen wir in Viana de Castelo, da der Nebel keinerlei Anstalten macht, aufzuklaren. Für morgen ist Nordwind angesagt und eine Aufklarung der Sicht. Da Viana wirklich ein schönes Städtchen ist, fällt es uns nicht schwer, den Tag hier zu verbringen. Morgen geht es dann weiter nach Porto.

Kategorien:Portugal

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