Goodbye friends

Wir waren segeln. Noch nicht mit unserm eigenen Boot, das jeden Tag weiter Fortschritte macht. Nein, wir haben unseren amerikanischen Freunden Al und Noah geholfen ihr Boot einzukranen und gleich eine Probefahrt mitgemacht.

Sechs Jahre stand das Boot FALCOR nun an Land, mal abgesehen von ein oder zwei Probefahrten. Die letzten drei Monate haben die beiden Freunde Al und Noah wie wild an dem Boot geschraubt, um es ins Wasser zu setzen, um damit nach Hause (Miami) zu segeln.

Ich erinnere mich noch gut, dass sie mir im November erzählt haben, dass sie Weihnachten sicher nicht mehr hier sein werden… Haha. Jetzt haben sie nur knapp meinen Geburtstag verpasst. So ist das eben im Bootsleben, nichts läuft so wie man es plant. Mal gar nichts. Das haben die beiden dann auch festgestellt.

Jetzt aber ist es soweit. Am Freitag soll das Boot ins Wasser. Sie haben den Termin um zehn Uhr mit dem Kran. Um neun Uhr soll der Trailer von Angel Pilot kommen und aus dem sollen sie in den Kran. Wir sagen, dass wir schon um halb neun da sein werden, um die restlichen Kleinigkeiten zu erledigen. Da gucken sie uns schon groß an, so früh?

Ja, wir sind tatsächlich um halb neun da (absolute Heldenleistung von mir, ich hasse früh aufstehen). Als wir ankommen steht rund um das Boot noch alles so, wie es die letzten Monate auch stand. An Deck kann man quasi keinen Fuß vor den anderen setzen, ohne über leere Kanister, Fender oder Noah’s Fahrrad zu stolpern. Das Dinghi ist noch nicht in den Davids, Strom hängt noch und es ist noch haufenweise Müll wegzubringen.

Al und Noah sind beide etwas planlos, daher beginne ich einfach mal das Achterdeck aufzuräumen. Ich räume Fender aus dem Weg, binde sie an die Reling, sortiere die Kanister und binde sie wellensicher fest. Das Fahrrad von Noah bekommt auch einen besseren Platz als auf dem Vorschiff. Eine dicke Arbeitsplatte und noch endlos viel anderes Zeug räumen wir von Bord.

Dann binden wir das Dinghi an die Davids und ziehen es hoch. Letztendlich sind wir zu viert locker anderthalb Stunden beschäftigt, um das Boot fertig zu machen bevor der Kran (und der Trailer) kommt. Al sagt kurz vorher noch: Ich hab mich schon gewundert, was ihr hier so früh wollt. Aber jetzt war es gut, dass ihr da wart.

Das Einkranen läuft problemlos, alles ist dicht, Maschine springt an und sie steuert sich auch rückwärts wie eine Lady aus dem Kran. Beide Jungs sind erleichtert. Rory, der Vorbesitzer, ist auch an Bord und erklärt vieles.
Dann fahren wir aus der geschützten Bucht und testen die Segel aus. Die Jungs haben die Segel bislang noch nie hoch gezogen. Sehen aber gut aus.

Viel Wind herrscht nicht, aber wir kommen vorwärts und haben einen entspannten und schönen Tag.

Während also Sturm Sabine über Deutschland tobt, bekommen wir hier davon nicht viel mit. Nur die Wellen die vom Nordatlantik herunter kommen.

Wer es noch nicht weiß: Nazare ist weltweit DER Surfspot, an dem man sein muss. Die weltweit höchste gemessene Welle mit über 30 Meter war in Nazare. Da waren wir auch schon, aber da war alles tiefenentspannt. Wer will, kann das hier nachlesen: Nazare und Peniche.

Jetzt aber waren Surfwettkämpfe angesagt. Unzählige Menschen strömen nach Nazare und bestaunen die Wellen.

Wir bleiben jedoch hier und winken unseren Freunden zu, als sie am Donnerstag morgen ablegen und in Richtung Süden aufbrechen. Wir wünschen ihnen alles Gute und hoffen, dass wir uns bald wieder sehen.

Bye bye Falcor

Kategorien:Umbau

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