Hält er oder hält er nicht?

Nachdem der Anker das erste Mal in den fünf Jahren, die wir nun schon auf dem Boot leben, nicht gehalten hat, haben wir wie im letzten Beitrag beschrieben umgeankert. Wir haben neu geankert mit 5 facher Kettenlänge, gegen 20 Knoten Wind und drei Knoten Strömung, die an Boot und Anker ziehen. Und weil wir es sicher wissen wollen, zieht Alex mit der Maschine noch zusätzlich mit 1400 Umdrehungen rückwärts. Wir peilen, gucken, warten. Hält. Gut.

Wir bleiben noch einige Stunden und gucken immer aufmerksam nach draußen, ob wir woanders sind als wir sollen, aber alles gut. Wir sind motiviert an Land zu gehen und unsere Freunde zu treffen, die auf uns warten. Wir wagen es also, setzen uns ins Dinghi, denn der Wind hat auch etwas nachgelassen. Sicherheitshalber haben wir unsere Ankeralarm App auf Pro umgestellt. Damit haben wir die Möglichkeit, per SMS benachrichtigt zu werden, wenn sich das Boot aus dem erlaubten Bereich entfernt. Außerdem können wir genauso abfragen, wie weit das Boot sich vom Anker entfernt hat. Wir haben einen Radius von 25 Metern erlaubt. Als wir losgehen liegen wir gut bei um 15m weg vom Anker.

Wir laufen einen schönen kleinen und schmucken Wanderweg zum spanischen Dorf Sanlúcar. Alles sehr ruhig, beschaulich und wunderschön. Andere könnten meinen, es hat etwas „am Arsch der Welt“ Feeling, aber uns gefällt’s.

Da liegt sie, noch sicher

In Sanlúcar angekommen, setzen wir uns in eine Bar und warten auf unsere Freunde. Dabei gucken wir auf die App. Die sagt schon 31 m weg vom Anker. OHA. Wir rufen die Aktualisierung alle paar Minuten ab. Die Zahl bleibt zumindest gleich. Vielleicht ein GPS Messfehler.

Unser Freund Ray kommt vorbei, bestellt sich auch ein Bier und wir freuen uns sehr, uns zu sehen. Alfredas will auch bald kommen. Wir sind leider schwer unhöflich und prüfen weiterhin alle naselang den Status des Ankers. Als der bei 35m liegt, ist es vorbei mit unserer Ruhe. Ray schnappt sich Alex und sie fahren in Ray’s Dinghi zu unserem Boot. Ich bleibe bei Yvonne, in der Erwartung, dass alles gut sein wird. Ein paar Minuten später kriege ich eine Nachricht, dass das Boot nun 50 m vom Anker weg ist. Das ist mehr als nur ein GPS Fehler. Alex ruft auch prompt an. Kaum war er beim Boot, hat sich das Boot richtig auf Drift begeben. Er holt also alleine den Anker hoch, steuert gegen Wind und Stömung, während Ray mich zum Boot bringt. Der Gute. Das hat er sich sicher auch anders vorgestellt.

Wir auch. Nachdem der Anker nun zwei Mal nicht getan hat, was er sollte, legen wir uns an den Steg. Das geht schnell und problemlos. Nach knapp zwei jahren das erste Anlegemanöver an einem Steg. Läuft, als wäre es gestern gewesen. Als wir da fest sind, können wir auch endlich entspannt das nun wirklich verdiente Bier trinken gehen. Prost!

Morgennebel auf dem Fluss

Kategorien:Umbau

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