Hilfe, wir erstinken

Nein, ich hab mich nicht vertippt. Normalerweise gilt der Leitsatz: „Es sind schon viele erfroren, aber noch niemand erstunken.“ Diesmal ist das anders. 

Am Freitag beginnen wir damit, die Löcher im Deck zu zu machen. Klingt mal wieder einfach, nicht? Naja, sagen wir: mit Aufwand verbunden. Zuerst werden die Abläufe ausgebaut, dann die Löcher angeschäftet, von unten (im Schrank) glatt geschliffen. Holz angepasst, fünf Minuten Epoxy angemacht und eingeklebt. Soweit, halber Tag rum. Nach ungefähr einer Stunde sind wir überzeugt, dass das fünf Minuten Epoxy (die meinen das im übrigen wirklich ernst mit den fünf Minuten) durchgetrocknet ist. Dann mischen wir normales Epoxy an, vermischen es mit Hackschnitzeln und füllen das Loch auf. Unten gucken, dass nichts raustropft und wenn doch, Plastikdeckel drunter legen. Tag vorbei. So viel zu einfach. 

Nachmittags hat Alex noch den Termin zur Nachuntersuchung und anschließend besuchen wir nochmal den Baumarkt. Als wir wiederkommen, bemerken wir beide einen unangenehmen Geruch im Boot, schieben es aber auf das Epoxy das aushärtet. Bald aber wird der Geruch schlimmer. Ich verdächtige als erstes mein Zeug in der Spüle, dass ich heute hätte spülen wollen, aber nicht dazu gekommen bin. Nase rein halten, das ist es nicht. Bevor wir schlafen gehen, wird der Geruch langsam stärker. Also begebe ich mich auf die Suche nach der Ursache. Das Epoxy ist es nicht. Die Toilette ist es nicht. Es riecht nach faulen Eiern, Schwefel. Allerdings nur leicht, trotzdem ist es kein sonderlich netter Geruch. Bei uns hinten ist es fast am stärksten. In den Schränken werde ich auch nicht fündig. Nochmal in den Durchgang zum neuen Epoxy. Das Epoxy ist es immer noch nicht. Wo kann es dann herkommen? Ich blicke mich um und sehe den Motorraum. Also aufgemacht und Nase reingehalten. Mir scheint es dort stärker und ich gucke nach den Batterien, aber die sind alle gut. Alex guckt nochmal drüber, riecht und findet auch nichts. Also gehen wir ergebnislos schlafen. Lassen aber Fenster offen, damit es nicht zu schlimm wird. 

Das hilft allerdings nicht. Während der Nacht wache ich mehrfach auf und der Geruch wird schlimmer und schlimmer. Um sechs Uhr morgens ist die Nacht für uns beide vorbei. Als mich aufsetze ist der Schwefelgeruch überwältigend. Da kommen Kindheitserinnerungen hoch, als mein Papa mal in Ingolstadt auf Montage war und Mutti und ich ihn besucht haben. Da roch es ähnlich.

Alex hat den Übeltäter bald gefunden. Die Batterie des Generators köchelt vor sich hin. Das eigentlich schlaue Ladegerät schiebt fröhliche 15V in die 12V Batterie. Das ist zu viel für die und so wurde sie heiß und gast aus. Was gibt es schöneres als morgens um sechs ne Batterie auszubauen? (Achtung, rhetorische Frage). Um die Uhrzeit die richtige Größe Schraubenschlüssel zu finden ist gar nicht so einfach.

 
Sobald wir den Stinke-Übeltäter ausgebaut haben, lüftet unser Schlafzimmer aus und wir können uns wieder hinlegen. Ich krieg sogar nochmal die Augen zu.
Den Rest des Tages verbringt Alex vornüber gebeugt in dem Generatorschapps und baut das Ladesystem um. Ich bastele am zweiten Loch im Deck. Oben im Schrank kommt man nur als Schlagenmensch gut ran um zu schleifen. Ruck zuck ist der Tag vorbei und wir sind total glücklich, müde im stinkefreien Boot zu liegen.

Das Loch im Deck wird aufgefüllt mit Epoxy und HAckschnitzel
Morgens um sechs Batterie ausbauen
Das ist der Stinke-Übeltäter

Kategorien:Portugal, Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.