Hochzeitstag und Verluste

Am Samstag fahren wir nach Cascais. Ein kleines Städtchen kurz vor Lissabon. Die Überfahrt erweist sich als sehr windstill, so dass wir fast die ganze Strecke motoren müssen. In Cascais können wir das erste mal richtig ankern. Der Ankerplatz befindet sich direkt vor der Marinaeinfahrt und ist geschützt vor Schwell und Wind.
Als wir um fünf Uhr ankommen, liegen Unmengen an Booten vor Anker und der Strand ist brechend voll. Während der Überfahrt haben wir einen Temperaturanstieg bemerkt. Wasser und Wind sind hier im Gegensatz zu Peniche mindestens 10 Grad wärmer, obwohl es nur 40 Seemeilen weiter südlich liegt. Unsere Freunde von der Pintail und der Sturmschwalbe haben sich gleichfalls aufgemacht. Pintail liegt die ersten zwei Nächte im Hafen und dann verlegen sie sich auch vor Anker. Die Tage vergehen wie im Flug, ohne das wir übermäßig viel unternehmen. Wir gehen einkaufen, schwimmen und erkunden das erstaunlich schöne Städtchen Cascais.
Abends frischt der Wind oft auf, manchmal mit Böen bis zu 7 oder 8 Windstärken. Die erste Nacht schlafen wir dementsprechend unruhig, bei jedem neuen Geräusch wachen wir auf und machen uns Sorgen, ob der Anker auch wirklich hält. Aber wir haben ihn gut festgezogen und mehr als genug Kette gegeben. Wir liegen also sicher. Nur müssen wir uns erst daran gewöhnen. Das Beiboot wird aufgebaut. Ab jetzt müssen wir überall mit dem kleinen Beiboot hinfahren oder schwimmen. Dadurch und die Wärme kommt so langsam Langfahrtfeeling auf.
Am Montag feiern Alex und ich unseren 3. Hochzeitstag. Abends treffen wir uns mit den anderen und trinken einen Mojito in der Marinabar. Als wir allerdings den Preis für den Mojito sehen, beschließen wir, keinen zweiten zu bestellen und die Party auf die Pintail zu verlegen.

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Party on Pintail

Am Mittwoch fahren wir zu dritt mit dem Zug nach Lissabon. Wir suchen zuerst den Magnum Pleasure Store. Der wurde uns schwerstens empfohlen. Wir finden ihn und lassen uns unser eigenes personalisiertes Magnumeis machen. Ich wähle dunkle Schokolade mit Pistazien, weißen Schokoflocken, Erdbeer, essbaren Blüten sowie einem Überzug von weißer Schokolade. Es sieht überragend aus und schmeckt sogar noch viel besser als es aussieht. Wir sind hellauf begeistert! Da wir ohne Reiseführer unterwegs sind, fragen wir einen Mitarbeiter nach einem Tipp, wo wir hingehen können. Er schickt uns weiter den Berg rauf in einen Laden namens Lost in. Also laufen wir bei strahlendem Sonnenschein den Berg rauf. Ich gucke aus Neugier in jeden Klamottenladen und staune nicht schlecht, als ich den Namen lese: Lost in. Wie das? Draußen wird der Laden auch als Bar bezeichnet. Wir sehen nur Reihen von Kleidern, Röcken und Blusen. Etwas verwirrt treten wir ein und fragen die Verkäuferin. Diese führt uns quer durch den Laden in einen idyllischen Hinterhof, der zu einer Bar mit Restaurant hergerichtet wurde. Top Aussicht inklusive. Wir sind nochmals begeistert. Nachdem wir es uns dort haben gut gehen lassen, laufen wir durch die Nachmittagshitze (immer im Schatten) nach Belem. Dort soll es die absolut besten Pasteis de Nata geben. Das sind kleine Blätterteigtaschen gefüllt mit Pudding und mit Zimt bestreut. Die Jungs beschweren sich langatmig über die Hitze und über meinen Vorschlag zu laufen. Als wir nach über einer Stunde Fußmarsch ankommen, ist der Laden nicht nur brechend voll, sondern draußen stehen die Leute schon Schlange. Ich sehe es Alex schon an, am liebsten würde er wieder umdrehen. Der weite Weg, die Hitze und jetzt auch noch anstehen, wo er nun wirklich keinen Hunger mehr hat? Aber wo wir schon mal da sind, stellen wir uns an und bekommen erstaunlich schnell die gewünschten kleinen Kalorienbomben. Wir lassen sie uns einpacken und nehmen sie mit Heim. Als wir sie aber endlich essen, sind die zwei aber doch zufrieden. Es sind die besten Pasteis, die sie je gegessen haben. Da hat sich der Weg dann doch gelohnt.

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Magnum Pleasure Store

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3 eigene Magnum

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Meins

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Selfie im Lost in

Auf dem Rückweg besorgt sich Michael noch eine neue Karte für sein Handy, so dass er günstig ins Internet kommt und mit seinen Eltern telefonieren kann. Der Papierkram für seinen Antrag auf einen portugiesischen Personalausweis ist auch so gut wie erledigt, am Montag sollen die Unterlagen ankommen. Als wir endlich wieder beim Boot sind, hat der Wind derartig aufgefrischt, dass wir noch mehr Kette ins Wasser lassen. Ich falle erschöpft ins Bett. Alex liest noch und Michael schnappt sich die Angel, um ein wenig zu entspannen. Plötzlich hören wir: klonk, klonk, bumms. Und Michael: „Oh mein Gott. Alex! Alex! Alex!“ Beide stürzen wir aus dem Niedergang. Was ist passiert?, fragt Alex. Ich sehe mich um. Das Boot driftet schon mal nicht weg und kein anderes ist dabei auf uns zu treiben. An der Angel hat er offensichtlich auch nichts. Aber im Wasser schimmert irgendwas hell. Michael zeigt auf das Licht im Wasser. „Mir ist mein Telefon ins Wasser gefallen.“ Glücklicher Weise ist das Display noch an und zeigt nach oben. Daher das Licht im Wasser. Alex sagt: „Spring!“ Michael reisst sich quasi die Klamotten vom Laib und springt ins Wasser. Als er kurz danach wieder auftaucht, hat er sein Handy in der Hand. Er hat für sein I-phone 6 zwar ein Wasserdichtes Gehäuse, hatte aber eine Schraube gelöst, um die Kopfhörer einzustecken. Dort ist leider auch Wasser reingekommen. Wir trocknen Michael und das Telefon sofort ab  und legen das Telefon in Reis, in der Hoffnung, dass der Reis das Wasser aufsaugt. Am nächsten Tag lassen wir es in der Sonne trocknen und bringen es zum nächsten Laden. Die müssen das Telefon zu einem Spezialisten schicken und können natürlich keine Garantie geben, dass es wieder funktioniert. Der arme Michael ist am Boden zerstört. Wir hoffen das Beste und drücken die Daumen.

Kategorien:Portugal

1 Antwort

  1. Happy Belated Anniversary Ursula and Alex!!!!! I hope that you have MANY more to enjoy together, it only gets better. Hugs and Blessings

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