Im Schlepp bergab

Nachdem wir unseren Schlachtplan festgelegt haben, geht es am Sonntag morgen los. Die Aurelie mit Jens und Dörte kommen längsseits und wir vertäuen unsere Boote.

Vorleine, Achterleine und jeweils zwei Vor- und Achtersprings. Dann gehen auch wir Anker auf und gemeinsam als Päckchen 26 Meilen den Fluss hinab. Durch einige ziemliche enge Stellen, mit Zick Zack Kurs.

Kaum ist die Sonne draußen, wird es wieder heiß. Wir können zwar nicht mehr steuern, aber unsere Maschine läuft ja noch. So sprechen sich Jens und Alex ab, geben gleichmäßig Gas während Jens steuert. Läuft gut.

Läuft sogar ziemlich gut. Es dauert ein wenig, bis die perfekte Einstellung für die beiden Boote gefunden ist, aber dann stellt Jens auf Autopilot und ist die Ruhe selbst.

Im Gegensatz zu uns beiden, die wir doch etwas nervös aus der Wäsche gucken. Die erste Stunde bewegt sich Alex nicht hinter dem Steuer weg. Dabei kann er es gar nicht benutzen. Das Ruder ist mit Spanngurten an den Rumpf zementiert und so fest gebunden, dass es sich nicht mehr groß drehen lassen sollte.

Nach einiger Zeit, als wir sehen, dass die Fahrt wesentlich problemloser läuft als wir uns das hätten erträumen lassen, fangen wir an uns zu entspannen.

Es geht so gut wie kein Wind und wir kommen super voran. Einer unserer Freunde verfolgt uns am Computer von zu Hause aus und schreibt, ob wir noch alle beisammen haben, mit 6 Knoten als Päckchen zusammen den Fluss herunter zu fahren. 😇

Er hat ja Recht, aber wir haben nur 4 Stunden Zeit um mit dem ablaufenden Wasser die recht weite Strecke zu fahren und es läuft wirklich gut. Uns begegnen nur drei oder vier andere Boote, alles kleine Motorboote, die uns zwar ausweichen aber gar nicht daran denken, langsamer zu fahren, um uns die Welle zu ersparen.

Das zieht schon ein wenig an den Leinen, ist aber verschmerzbar.

Es sind noch 8 Meilen bis zu unserem auserkorenen Ankerplatz. Dann fängt es an zu winden. Und zwar so richtig. 5 bis 6 Bft auf die Nase kreieren eine hübsche Hacksee, die zwischen unseren Booten nirgends mehr hin kann, als nach oben. In dieser Stunde wird das schön mit Süßwasser gesäuberte Deck wieder salzig. Auf die Leinen kommt ganz schön Spannung jetzt.

Aber nach einer Stunde sind wir an dem Platz angekommen, an dem wir ankern wollen. Das machen wir auch wieder im Päckchen. Die Aurelie schmeißt den Anker und wir hängen einfach dran. Klappt sofort und super.

Alex geht noch mal baden, kontrolliert den Sitz der Leine und der Spannbänder. In dem nun klareren Wasser kann er mehr erkennen. Der Kiel muss einiges abbekommen haben, aber der ist aus Stahl, das wird zu verschmerzen sein.

Der Skeg allerdings sieht wohl sehr mitgenommen aus. Er hat auch etwas in der Hand. Das konnte er aus dem Skeg kratzen. Das gibt er mir in die Hand. Ich sehe es an und: Schaum. Irgendein 🤬🤯🖕🙊 Honk hat wohl mal gedacht, dass es eine super Idee wäre, den Skeg zu schäumen. Der hält ja nur das Ruder…

Unbeschreiblich.

Den Rest des Abends verbringen wir mit Wetter gucken und hin und her überlegen.

Wir wollen mit dem ersten Licht am nächsten Morgen unter der Brücke durch und dann setzen wir unser Vertrauen auf unser Notruder der Selbststeueranlage und auf das Bugstrahlruder. Wir basteln eine Umlenkung ins Cockpit und gehen dann früh schlafen.

Der Tag war aufregend und anstrengend und der kommende Tag verspricht mindestens genauso aufregend zu werden.

Im Päckchen den Guardiana runter
Wir sind gut vertäut
Gegen den Wind im Päckchen ist nass

Kategorien:Umbau

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