Immer weiter

Wir sind wie im Fieber. Denn wir haben einen Termin mit Dave gemacht, um unser Boot endlich wieder ins Wasser zu kranen. Daher geht es bei uns immer weiter.

Alex räumt seit Tagen auf, in und unter dem Boot. Alles mögliche wird angeguckt und entschieden, ob wir das noch brauchen. Was nicht, wird weggeworfen, verschenkt oder wir versuchen es zu verkaufen. Es ist unfassbar, wie viel Kram sich in der Zwischenzeit unter unserem Boot angesammelt hat.

Ich bin derweil immer noch mit schleifen beschäftigt. Das Deck ist doch mehr Arbeit, als ich anfangs dachte. Wie so oft bei Arbeiten am Boot. Ich habe das Deck in kleinere Abschnitte unterteilt und die werden geschliffen, gespachtelt und dann mit Farbe beglückt. Das Deck hat ziemlich gelitten in den letzten Monaten, der Lack hat viele kleine Löcher und die müssen angeschliffen werden.

Derzeit ist das Cockpit dran. Es ist schon speziell, sich auf dem Boden um den Steuerstand rumzukrauchen und zu schleifen. Aber es soll sich ja lohnen.

Mehr haben wir die letzten Tage kaum getan. Wir gehen noch fleißig zum portugiesisch und versuchen unser bestes, es anzuwenden. Noch sind wir im Kindergartenlevel, aber es macht Spaß ab und an einzelne Wörter und Sätze im Supermarkt zu verstehen. Oder endlich mal mit Antonio ein paar Sätze wechseln zu können.

Seit ein paar Tagen steht ein portugiesisches Fischerboot recht nah bei uns. Sie wurden abends heraus gekrant und am nächsten Morgen stehen ungefähr sechs Jungs am Zaun und nehmen Arbeitsmaterial von ihrem Kleinlaster entgegen. Als ich meine Yoga Übungen wie jeden Morgen unter dem Boot machen will, stehen sie alle da und grinsen mich an. Drei Meter von mir entfernt. Nee, also so kann ich mich dann doch nicht recht entspannen.

Seither schaffen die Jungs auf dem Boot den lieben langen Tag. Zwei schleifen, einer epoxiert alles mögliche zu, zwei weitere fangen schon an zu streichen und der nächste schafft irgendwas drinnen. Dann noch zwei, die beständig am Wasseranschluss sitzen und alles mögliche reinigen. Nicht zu vergessen die zwei oder drei Jungs, die beständig nur dastehen und den anderen bei der Arbeit zugucken und zur Unterhaltung dienen. Sonst wären es ja keine Portugiesen.

Jedes Mal, wenn ich an ihnen vorbei marschiere, werde ich angeguckt, als käme ich vom Mars. Ich glaube, die haben noch nie eine Frau an einem Boot arbeiten sehen. Und da ich über und über mit Schleifstaub bedeckt bin, so dass es schon rieselt, ist es klar ersichtlich, dass ich arbeite.

Wir freuen uns schon sehr darauf, das Boot nach so langer Zeit wieder ins Wasser zu setzen. Wir haben so viel geändert und getan an dem Boot und dem Unterwasserschiff, dass wir auch etwas nervös sind. Noch haben wir etwas Zeit uns vorzubereiten.

Kategorien:Umbau

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