Irgendwas ist immer

Seit drei Tagen sind wir nun schon wieder an Land mit unserer Faith. Bislang haben wir jeden Tag von früh bis spät gewerkelt. Bislang haben wir allerdings Baustellen angefangen, aber leider noch arg wenige auch zu Ende gebracht. Meine Lieblingsarbeitsweise ‚eins nach dem anderen‘ kann ich mir hier völlig abschminken. Im großen und ganzen kann ich sagen, dass wir gerade einmal das Boot auseinander gerissen haben und auf einer Baustelle wohnen. Das ist nicht nur unschön anzusehen, sondern auch sehr nervig. Aber Mal konkret. 

Wir haben den tropfenden Echolote er ausgebaut, der nun leider Ersatz braucht. Der Neue will noch nicht ganz passen. Wir wollten mehr Wasserablauflöcher an Deck, dazu haben wir einen portugiesischen Edelstahlspezialisten beauftragt, der spricht allerdings nur portugiesisch. Da komm ich mit meinem Wortschatz von Hallo, Danke und Wie gehts? nicht sehr weit. Mit Händen und Füßen haben wir uns aber verständigt und gestern ist der Gute auch angerückt. Er zeichnet das erste Loch an und beginnt zu bohren. Da höre ich Alex sagen „Oh Mist!“ und glaube, er hätte irgendwas am Boot kaputt gemacht. Hat er nicht. Unsere dickköpfige alte Dame gibt nie kampflos auf, das merkt auch der Portugiese, als er etwas konsterniert auf den abgebrochenen Bohrer in seiner Hand guckt. Dann guckt er mich an und geht wieder. Da er sein ganzes Werkzeug hier lässt, gehe ich davon aus, dass er wohl wiederkommen will. Tut er nach zehn Minuten auch, mit einem neuen Bohrer und einer mal eben selbst geschweißten Bohrführung. Danach gibt sich Faith geschlagen und ruck zuck sind pro Seite drei neue Löcher da. Wofür ich ihnen mühseliger Kleinstarbeit einen halben Tag gebraucht habe, hat er einen Fräser und fräst damit die Löcher auf Decktiefe. Unsere Pinne geben wir ihm auch gleich mit, der Beschlag soll verstärkt werden. Na, der wird sich noch freuen. 

Unseren Anker lassen wir runter und putzen die Ankerkette, die Badeplattform wird komplett überholt und auch die hintere Backskiste braucht viel Liebe und Zuwendung. Rost lässt grüßen. Da krabbele ich also rein und bin mir dauernd selbst im Weg. Ich kann wählen zwischen kopfüber auf Knien in der Kiste hängen (unbequem) und irgendwie in die Kiste krabbeln und dort drin schleifen. Da sind mir aber dauernd meine eigenen Beine im Weg. Irgendwie wurschtel ich mit einer Mischung aus beiden Varianten dahin. Bald kann ich neu streichen. Hier kann ich jedem von ganzem Herzen Multicoat empfehlen! Das Zeug macht keine Gefangenen. Da 2K muss es sehr schnell verarbeitet werden, denn es trocknet schneller als man gucken kann. Aber wo es einmal drauf ist, bleibt es auch. Topp! 

Wir sind also noch ein paar Tage hier beschäftigt, da der Auspuff gleich neu eingedichtet wird und noch gefühlte 20 Baustellen offen sind. Wer jetzt glaubt, eine leichte Frustration heraus zu hören: ja, es nervt. Wir lieben unsere Boot, aber sie ist eine alte Dame und wie schon mal erwähnt, kampflos gibt sie nie auf. Leider. Ich weiß, wir Jammern auf hohem Niveau. Denn zumindest das Wetter ist überragend schön. Sollte es regnen, könnten wir hier gar nichts machen. Und essen können wir trotzdem sehr gut, denn ich habe gestern beim Lidl 2 Kilo super leckere Erdbeeren ergattert 🙂 

Fröhlich fluchendes Schleifen in der Backskiste

Leben auf der Baustelle

Frische Erdbeeren und Joghurt

Kategorien:Portugal, Umbau

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