Just another day in Paradise

Nur ein weiterer Tag im Paradies.

Wir dürfen noch ein paar Tage auf unseren Adapter warten. Also stehen wir morgens auf, trinken unseren Kaffee, freuen uns über Sonnenschein und blauen Himmel. Dann überlegen wir uns, was wir mit dem Tag anfangen. Meist brazzeln wir etwas am Boot, gehen eventuell einkaufen und irgendwann kriegen wir Hunger. Ab und zu kommt Dean, unser Kanadier, mit seinem Fahrrad vorbei, trinkt ein Bier und wir quatschen etwas. 

Wir sind nun seit etwas über einem Jahr mit unserem Boot unterwegs. Nun, nicht immer unterwegs, da wir ja nun schon ne lange Weile hier festhängen, aber wir leben seit einem Jahr auf unserem Boot. Wir haben viel erlebt und unglaublich viele nette Leute kennen gelernt. Auch Dean bestätigt uns, dass sich Segler untereinander helfen, so gut es geht. Man begegnet sich mit Respekt und Freundlichkeit. Etwas, was man nicht unbedingt erwarten kann, wenn man mit dem Campervan oder mit dem Auto unterwegs ist. Das ist schon besonders. So viele Menschen aus anderen Ländern haben wir kennen gelernt und noch jeder hat uns freundlich auf sein Boot eingeladen. Aus purer Neugier nehmen wir diese Einladungen natürlich gerne an 🙂  Schweizer, Engländer, Schotten, Iren, Kanadier, Franzosen (obwohl die meist unter sich bleiben), Schweden, Norweger, Australier und natürlich andere Deutsche und viele Portugiesen sind uns über den Weg gelaufen. Jeder einzelne ist besonders, hat seinen eigenen Charakter. Manche passen besser zu einem, andere weniger, aber man bleibt immer nett. Außerdem hat man ja immer ein gemeinsames Thema: das Boot. Da bekommt der Ausdruck „wir sitzen doch alle im selben Boot“ eine ganz andere Bedeutung. Nun, zwar nicht alle in ein und dem gleichen Boot, aber alle Boote haben ihre Vor- und Nachteile und die See macht vor keinem Halt. Sie unterscheidet nicht nach arm oder reich. Ob das Boot in dem man sitzt, teuer oder billig war ist egal. Wichtig ist, wie man mit der Situation umgeht, die man antrifft und wie gut man sein Boot kennt. Daher kann man sich auf einer sehr menschlichen Ebene begegnen. Denn in Arbeitsklamotten mit Farbe und Schleifstaub bekleckert sieht halt auch jeder gleich aus. Und jedem schmeckt ein kaltes Bier nach getaner Arbeit. 

Uns taugt dieser Lebensstil „liveaboard“ – also auf dem Boot lebend – vollkommen. Es läuft so gut wie nie so, wie wir es planen, aber das ist ja auch das Spannende daran. Wir wollen es jedenfalls sobald nicht mehr missen. 

Entspannen am Meer

Kategorien:Portugal, Umbau

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