Kirmesbesuch

Nachdem der Familienbesuch vorüber ist, gönnen wir uns ein paar Tage in denen wir gar nichts machen. Das Wetter wird eh noch etwas ungemütlicher und wir warten auf ein Paket aus Deutschland, dass irgendwo auf dem Postweg hängen geblieben ist. Der portugiesische Postzusteller CTT antwortet schnell auf die Anfrage, sagt aber, sie haben das Paket nicht. Die deutsche Post schweigt sich aus.

Irgendwie kommt das Paket dann aber doch an und dank Bluewater wird es auch angenommen. Denn Dave, der Manager der Yard hier, ist immer seltener in seinem Büro anzutreffen. Mit Glück sieht man ihn einmal die Woche kurz. Telefonisch ist er zwar immer erreichbar, dass hilft mir aber nicht beim Pakete annehmen.

Ich stürze mich (mehr oder weniger motiviert) darauf, dass Deck vorzubereiten. Wieder schleifen und spachteln. Kennen wir doch irgendwo her?

Ein paar Boote weiter steht seit neuestem ein weiteres Boot aus Deutschland. Wir kommen mit den beiden Besitzern Jens und Dörte schnell ins Gespräch und verbringen zwei sehr nette Abende zusammen. Es gibt doch nichts schöneres, als andere Boote angucken.

Wir lassen uns aber auch gerne ablenken. So ist im November die alljährliche Kirmes hier. Jens, Inge, Tommy und ich gehen zusammen hin, futtern geräucherten Tintenfisch, Churros, bewundern die Fahrgeschäfte und Tommy geht tatsächlich auf den „Elvis“. Alleine. Mir wird da schon vom zugucken schlecht. Jeweils vier Einzelsitze, die sich drehen auf einer Scheibe festgeschnallt, die sich anders dreht und irgendwie dreht sich alles nochmal in die nächste Richtung. Dazu laute Anfeuerung auf Portugiesisch, keine Ahnung was er sagt, aber laut ist es allemal.

Hier kriegste auch richtig was für dein Geld. Denn eine Fahrt dauert gefühlte fünf Minuten. Vorwärts drehen, schaukeln und noch mehr drehen und dann der ganze Spaß rückwärts. Und weils so schön war, noch eine Runde extra. Während ich woanders hingucken muss, damit mir nicht wirklich schlecht wird, freut sich Tommy an jeder Runde. Nicht jeder der anderen Mitfahrer in den Sitzen sieht gleich happy aus wie Tommy. Kann ich gut verstehen. Als sie dann aussteigen kann keiner mehr so richtig geradeaus laufen und sie alle wanken im Seemannsgang zum Ausgang. Tommy überlegt derweil, ob er nicht direkt nochmal mitfährt.

Macht er dann doch nicht, sondern wir spazieren weiter. Wir stöbern durch die Flohmarkt Abteilung der Kirmes, wo chinesische Superware, die garantiert ewig hält von portugiesischen Marktschreiern angeboten wird. Man darf sich nicht wundern, wenn das ach so gute Messer, dass bestimmt ewig hält beim ersten Mal schneiden zerbricht. Naja, so schlimm ist es dann doch nicht. Man kann schon Schnäppchen machen, aber Qualität darf man einfach nicht erwarten.

auch das findet man auf der Kirmes
Einer der Stände mit der guten chinesischen Ware

Kategorien:Umbau

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