lange ist es her

dass ich mal wieder was geschrieben habe. Darum hier nun ein kleines Update.

Was ist in dem letzten Monat denn so passiert? Gute Frage und doch gar nicht so leicht zu beantworten. Eigentlich nicht viel aber irgendwie doch.

Natürlich lag mein Hauptaugenmerk weiterhin auf Assai´s Refit.
Mittlerweile ist das Epoxy inklusive dem Primer drauf. Die Borddurchlässe sind drin, alle Leitungen wieder dran. Bei der Gelegenheit habe ich mich dazu entschlossen die Toilettenauslassschläuche zu reinigen da die doch ein ganz klein wenig zugesetzt waren. Das war eine eher minder tolle Idee. 2 Schläuche, aggressiver Reiniger, diverse Flüche, dem exzessiven Einsatz eines Hochruckstrahlers und einer sehr ausgiebigen Dusche später war das auch überstanden. Von Nachahmungen wird dringendst abgeraten!
Ein kein wenig ging es auch an der Elektrik weiter. Mittlerweile sind die Starterbatterien fest an ihren neuen Platz gezogen. Die Verkabelung ist gelegt und die Hauptschalter endlich mal richtig angeschlossen.
Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch einen Wasseralarm mit 3 Gebern und eine Batterieüberwachung mit Alarm für unsere 4 Batteriebänke zusammengelötet und eingebaut. Schön wenn man Restmaterial rum liegen hat aus dem man Spielereien basteln kann.
Das Bugstrahlruder (das man offiziell nicht zerlegen kann) ist inzwischen auch wieder mit neuen Dichtungen zusammengebaut und dank neuem Öl einsatzbereit. Und das Beste ist dass es augenscheinlich wieder schön dicht ist. Es ist bereits montiert und schleift kaum. Die Idee das Antifouling im Tunnel des Bugstrahlruders mittels eines Pinsels aufzutragen damit ordentlich Material drauf kommt (nachher kommt man ja kaum noch ran) war in der Theorie gut, in der Praxis habe ich es vielleicht ein bisschen zu gut gemeint. Begründet in den Tatsachen dass ich leider keine Ersatzteile bekommen habe und improvisieren musste habe ich mir eine Dichtung selbst anfertigen müssen. Die Originale war ca. 1,5mm dick. In meinem Fundus habe ich leider nur 0,9mm starkes Dichtungsmaterial ähnlicher Beschaffenheit gefunden. Des Weiteren haben wir die Propeller ersetzt da wir nach dem auskranen fest gestellt haben das dort wo sich eigentlich 2 befinden sollten nur noch einer war. Natürlich gab es die seinerzeit montierten 3-Blatt Propeller nicht mehr da das Modell inzwischen out-of-service ist. Laut MaxxPower kann man jedoch welche von einem aktuelleren Modell verwenden, 6-Blatt und nur 5mm größer als die Originalen. Das, plus mein exzessiv aufgetragenes Antifouling haben nun eben zur Folge das die Propeller im oberen Bereich ein wenig schleifen.
Dies habe ich dann kurzerhand und mit formvollendeter Egalität weg ignoriert! Da muss der Wassermixer jetzt einfach durch!
Durch die neuen 6-Blatt Propeller sieht das Teil inzwischen wirklich wie ein getunter Wasserhäcksler aus.

Wie heißt es so schön, wer nichts arbeitet macht auch keine Fehler. In diesem Blog (und in den meisten Anderen) kann man immer lesen was und wie was gemacht wurde. Der manchmal steinige Weg dorthin geht oftmals unter oder wird gar nicht erst erwähnt.
Darum, aus gegebenem Anlass, hier nun mal ein paar Gegebenheiten (und meine Erkenntnis daraus) aus jüngster Vergangenheit die nicht so liefen wie geplant und die sich, natürlich, alle an ein und demselben Tag ereignet haben.
An dem besagten, unlängst vergangenen Tag stand ich früh morgens und hoch motiviert auf. Am Vorabend hatte ich mir eine Liste mit Arbeiten und Dingen gemacht die an jenem schicksalshaften Tag erledigen wollte. Den ersten Hinweis darauf das dies wohl nicht mein Tag werden sollte erhielt ich in der Form dass mir mein Telefon beim Ausschalten des Weckalarms ins Gesicht gedonnert ist. Nun gut kann passieren, Hand-Auge Koordination früh morgens ist halt tricky. Die Tatsache dass mir die Zahnpasta von meiner Zahnbürste auf meine Shorts gefallen ist habe ich auch noch ganz gut weg gesteckt. Das Überkochen der Milch für den Morgenkaffee war da schon etwas anstrengender ob der daran anschließenden Herdreinigungsaktion. Ok, war jetzt auch nicht das erste mal das dies passiert ist. Ärgerlich schon aber was soll´s. Für das was dann folgte müsst ihr wissen dass ich meinen Kaffee mit einer Bialetti zubereite und Milch und Kaffee in der Pantry in meine Tasse kippe. Von der Pantry zum Salontisch sind es vielleicht 1,5m. Kein Problem –wäre da nicht diese kleine Stufe zwischen Pantry und Salon. An eben dieser bin ich natürlich mit meinem Fuß hängen geblieben. Angesichts der frühen Uhrzeit und erwähnter Koordinationsschwierigkeiten auch nicht allzu ungewöhnlich. In dem heroischen Versuch das irgendwie noch gehandelt zu bekommen habe ich erfolgreich die halbe Tasse über den Salonboden, den Salontisch und die Sitzbank verteilt. Aber eben „nur“ die halbe Tasse – positives Denken – gaaaanz wichtig.
Und da ich ja ohnehin schon im Putzmodus war…
Bei der Gelegenheit auch gleich die Bilge geputzt – warum?! Nun wir haben im Salon  verschiedene Bodenbretter auf Stoß, und nun ratet mal wo der Kaffee vom Salonboden hingelaufen ist. Na klar – durch die Ritzen in die Bilge. Ich muss nicht erwähnen dass an dieser Stelle der Bilge unsere Wassertanks sind unter denen man nur in einer dermaßen verrenkten Art ran kommt das diese Körperstellungen es wert wären ins Kamasutra aufgenommen zu werden.
Faszinierenderweise habe ich es danach jedoch geschafft den restlichen Kaffee zu trinken ohne mich einzusauen. Ihr mögt lachen aber ich hatte meine Zweifel daran.
Nach dieser semierfolgreichen Koffeinzufuhr und einer kleinen Weile die ich damit verbracht habe mir guten Mut zuzureden habe ich mich, erneut motiviert, an die Arbeit gemacht.
Beim beschwingten Weg vom Salon ins Cockpit blieb ich dann gleich mal mit dem Kopf am Schiebeluk hängen und natürlich nicht so ein bisschen – sondern mit Volldampf!
Nach ca. 3min Fötusstellung und „in den Schmerz atmen“ dass jede Hebamme stolz auf mich gewesen wäre habe ich den Weg aus dem Schiff erneut in Angriff genommen. Diesmal deutlich weniger enthusiastisch und vor allem sehr viel langsamer.
Da ich schnell fest stellte das ich einige meiner vorgenommen Arbeiten an diesem Tag nicht ausführen kann da mir jedes Mal schwindelig wurde wenn ich mich nach vorne beugte, (aufgrund des Handys im Gesicht, der Kopfnuss des Schiebeluks oder schlicht des Kaffeedefizits wegens war mir schlicht egal) habe ich mich auf mehr aufrechte Tätigkeiten beschränkt.
Eine davon war die Spitzenidee die Toilettenschläuche zu reinigen da diese schon ausgebaut waren. Die Idee war den Belag dieser Schläuche mittels eines Aktivreinigers  einzuweichen und sie dann durchzuspülen. Also flugs wieder unter Deck – langsam und vorsichtig – und den Reiniger angemischt. Da dieser erst reagieren muss habe ich ihn in einen 5L Behälter gegeben und den Deckel vorsorglich nur leicht aufgelegt um den Deckel nachher nicht wieder ewig suchen zu müssen. Währen der Reaktionszeit habe ich andere kleine Dinge erledigt (erstaunlicherweise nahezu problemlos). Diese anderen Tätigkeiten haben, wie üblich, länger gedauert als geplant. Als ich nach ca. 2h wieder an den Behälter mit dem Reiniger ging stellte ich fest das der mittlerweile in der prallen Sonne stand. Die Reaktion hatte statt gefunden und der nur auf gelegte Deckel hat sich beim auflegen wohl verklemmt. Dies war sehr einfach daran zu erkennen dass der Plastikbehälter bis zum Bersten gespannt war.
Im Nachhinein betrachtet  hätte es viele verschiedene Versionen gegeben wie das hätte ablaufen können. Hätte, hätte Fahrradkette. Mein a-la Rambo malträtiertes Gehirn war jedenfalls nur zu einem Gedanken fähig – ´der Druck muss da raus!´
Ich sah mir also quasi selbst dabei zu wie ich zu dem Behälter ging und den Deckel abnahm. Das was dann passierte habe ich das letzte Mal in dem Film Volcano gesehen bzw. in den Nachrichten im Jahr 2010 als auf Island der Eyjafjallajökull ausgebrochen ist.
Die rumfliegen Gesteinsbrocken bei meinem Minivulkan war nicht aufgelöstes Reinigungspulver das die wie Geschosse durch die Pantry und den Salon gefegt sind.

Somit war an diesem Tag Putzen Teil 3 angesagt und dennoch finde ich bis heute noch nicht aufgelöstes Granulat hier und da.
Es war dieser Moment an dem ich beschlossen habe an diesem Tag nur noch die Schläuche zu reinigen und es dann gut sein zu lassen.
Nachdem ich meinen Schlauchreinigungsplan um die Komponente „jetzt reichts – jetzt geb ich´s dir mit dem Hochdruckstrahler“ erweitert habe und der direkt daran anschließenden und sehr nötigen ausgiebigen Dusche war das dann auch, ohne weitere Verluste erledigt.
Den Rest dieses Tages habe ich dann damit zugebracht im Bett zu liegen und darauf zu warten dass der Tag vorbei ist. Achja, abends habe ich mir noch ein Radler bei der ansässigen Fischerbar gegönnt – unnötig zu erwähnen das mir das Bierglas aus der Hand gerutscht und auf dem Boden zerschellt ist.

Was will ich Euch damit sagen? Verschiedene Dinge.
So blöd wie´s manchmal kommt kannst es gar nicht denken.
Es gibt so Tage wo Euch das Schicksal was sagen will – HÖRT ZU
Hakt solche Tage einfach ab und fangt am nächsten von vorne an.

Ein Refit bzw. alleine schon die normalen Wartungs und Pflegearbeiten an Booten auf denen konstant gelebt wird sind nicht zu unterschätzen. Es passieren Fehler und Missgeschicke.
Normaler Lernprozess. Fehler passieren, einfach akzeptieren oder wie heißt es so schön „Arschbacken zusammen kneifen Prinzessin“

Ein guter Freund musste vor Kurzem nach nur 12 Tagen wieder auskranen da er Wassereinbruch hatte. Nun steht er wieder an Land und wartet auf Teile da das komplette Abgassystem geändert/erneuert werden muss.
Anzeichen für das Problem waren bereits da und gewisse Teile hatte er auch schon an Bord, hat es aber aufgeschoben diese einzubauen.
Fehler passieren.

Da wir wissen dass viele liveaboards diesen Blog lesen und wir viele Eurer Blogs auch lesen, hier mal ein Aufruf dazu die Geschichten zu posten die so richtig in die Hose gegangen sind.

Ich bin gespannt wer sich traut und was wir zu lesen bekommen.

Kategorien:Umbau

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