Langsamer Fortschritt

Die letzten Wochen hat das Wetter uns wieder ganz nach portugiesischer Manier verwöhnt. Strahlend blauer Himmel und schön warm. So ist bei uns die Aktivität wieder ausgebrochen. Wir nähern uns langsam dem Krantermin. Nun, langsamer Fortschritt ist immerhin besser als gar kein Fortschritt.

Alex hat die letzten Spots am Rumpf fertig gestellt. Da muss nur noch Antifouling drauf und dann sind wir mit dem Mammutprojekt tatsächlich fertig. Auch das Ruder wurde wieder aufgehübscht. Nun muss es nur noch wieder an seinen Platz. Es wird gemessen. Wir haben genau 5 Zentimeter Platz, um das Ruder das im übrigen brutal schwer ist, unter die Führung zu kriegen und dann muss es gerade und ohne zu verkanten nach oben.

Sind ja nur ca. 50 oder 60 Kilo die nach oben gewuchtet werden müssen. Wir holen Fritz zur Hilfe. Die Jungs diskutieren erstmal eine Weile und entwickeln den Schlachtplan. Am Nachmittag geht es dann ran an den Feind. Ohne Ruder losfahren ist ja auch keine Option.

Als Fritz dazu kommt, haben Alex und ich das gute Stück schon aufrecht gestellt und fast in der Führung. Dank der Hilfe eines langen Hebels und endlos vielen Holzstückchen wird das ganze Ruder nun langsam nach oben gehoben. Erst anheben mit dem Hebel, dann mit Holz unterbauen. Gucken, ob noch alles passt. Hebel höher und von vorne. Läuft erstaunlich gut. Innerhalb einer Stunde sitzt das Ruder wieder da wo es soll. „Unendlich ist des Menschen Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft.“ Danke Fritz.

Um an den Ruderschaft von innen zu kommen, mussten wir das ganz Bett auseinander bauen. Das hatten wir schon länger nicht gemacht und ich erspare Euch die Einzelheiten, aber wir haben gelernt, dass wir das ab jetzt öfter machen müssen. Unfassbar, was sich da alles so ansammelt.

Währenddessen bin ich endlich mit dem Schleifen im Bug soweit, dass dort die erste Schicht Farbe drauf kann. Die Farbe, die wir hier beim Portilaca gekauft haben, macht einen super Job. Leider zieht sie unglaublich schnell an, so dass ich mich sehr eilen muss, um die Farbe auf das Deck zu bringen bevor sie zu hart wird. Danach sehe ich, dass die Eile leichte Opfer gefordert hat. Es sieht mega fleckig aus. Da muss eine zweite Schicht Farbe drauf. Da die Farbe so mega schnell angezogen hat, mache ich nur eine kurze Pause und dann kommt die zweite Lage hinterher. Das führt aber zu keiner nennenswerten Verbesserung. Die Farbe war noch nicht trocken genug.

Am nächsten Tag will ich also schleifen, um das Elend etwas zu verschönern und letztlich die dritte Schicht aufzubringen, bevor der Wetterbericht wieder mal Regen vorher sagt. Beim schleifen merke ich aber, dass die Farbe noch weit entfernt ist, von durchgehärtet sein. Ich mache mir schon riesige Sorgen, dass ich das Mischungsverhältnis irgendwie verbaselt habe, aber nach Rücksprache mit den Herren der Schöpfung ist das nicht der Fall. Wir beschließen also einfach einen Tag zu warten, vielleicht hat die Feuchtigkeit und die tiefen Temperaturen in der Nacht die Farbe einfach zu weit zurück geworfen.

Einen Tag später gucke ich nach und tatsächlich. Alles super. Farbe bombenfest. Super. Also auch hier Fortschritt!

Die Seitenwände sind schon neu gestrichen
Das Ruder hängt!

Kategorien:Umbau

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