Leixões

„Ich bin zwölf Jahre alt. Ich habe ein Meerschweinchen. Ich möchte Zahnpasta, bitte. “ Das sind die einzigen Sätze, die Emma von der britischen Pintail noch in deutsch sagen kann. Dafür hat sie in der Jugend 2 Jahre in Deutschland verbracht. Sie beteuert, dass sie in den zwei Jahren sicher noch mehr sinnvolles gelernt hat, aber sie kann sich nicht mehr erinnern. Witzig ist es jedoch alle mal.

Noch sind wir in Leixões. Der Wind hier weht seit unserer Ankunft sehr stark und nach der doch sehr wackeligen Überfahrt von Porto schlagen wir uns nicht unbedingt darum, bei sechs oder sieben Windstärken draußen zu sein. Weniger wegen des Winds, mehr weil wir keine Lust auf die dazugehörige Welle haben.
Da unsere Freunde von der Pintail und der Sturmschwalbe sich das gleiche gedacht haben, verbringen wir tolle Tage in der Sonne und noch bessere Abende mit unseren neuen Freunden. Die Briten von der Pintail haben von ihren Stegnachbarn ein bisschen frisch gefangenen Thunfisch geschenkt bekommen. Als die Nachbarn den Thunfisch vorbei bringen, sind wir völlig baff. Das ist ein halber Thunfisch am Stück und wiegt bestimmt um die 8 kg. Damit könnte man problemlos die halbe Marina satt bekommen. Ehrlich gesagt haben wir alle ein eher kleineres Stück Fisch erwartet. Die Nachbarn sagen, als sie das Tier aus dem Wasser gezogen haben, war es sicher 1,20 m lang. So groß wie das Teilstück ist, glaube ich das ungesehen.
Für den Abend verabreden wir uns alle auf der Pintail und versuchen unser bestes, den Fisch zu filletieren. Es ist unglaublich, wie viel Fleisch an diesem Tier steckt. Ich bekomme die ehrenwerte Aufgabe, den Fisch zu zerteilen. Gut, dass wir so scharfe Messer an Bord haben!

Wir braten einen Teil und einen anderen Teil räuchern wir in unserem Ofen. Wir essen zu sechst so viel wir können, aber wir schaffen noch nicht mal die Hälfte des Fisches. Jede Crew bekommt für den nächsten Tag noch eine gute Ladung frischen Fisch mit in die Hand gedrückt. Das bedeutet Fisch für die nächsten zwei Tage für drei Schiffe.

Derweil machen wir uns daran, ein paar Dinge zu reparieren (wie immer) und möglichst zu verbessern.
Michael hat sich inzwischen hier eingerichtet und in Gemeinschaftsarbeit versuchen wir, so viele Informationen wie möglich zu bekommen, wie er einen portugiesischen Ausweis erhalten kann und wie lange das wohl dauern wird.

Heute weht es so richtig arg, so dass wir im Hafen bis zu 30 Knoten Wind auf dem Windmesser sehen. Wir wollen gerne weiter, aber nicht unbedingt bei den Konditionen. Ab morgen soll es besser werden. Das heisst für uns, dass wir voraussichtlich Freitag auslaufen mit dem Ziel Figuera da Foz. Leider ist die portugiesische Küste nicht gerade übersät mit Häfen für Sportschiffer. Das bedeutet immer lange Schläge und früh aufstehen. Da es ab Montag wieder mit Starkwind Stärke pusten soll, werden wir am Wochenende so viel Strecke Richtung Lissabon gut machen, wie möglich.

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Stefan mit dem halben Thunfisch

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Crazy german lady with the big knife

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Kategorien:Portugal

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