Manchmal geht es doch schneller

Manchmal geht der Wandel doch schneller voran, als man glauben mag. Im Normalfall benötigen wir für alles, was mit dem Boot zu tun hat drei mal so lang, wie ursprünglich geplant. Daher haben wir ein paar unserer Möbel schon mal bei Ebay Kleinanzeigen angeboten. Im guten Glauben, dass sich der Verkauf schon noch hinziehen wird. Bis zur Abfahrt sind es ja noch gute zwei Monate. Die Resonanz allerdings war riesig, so dass wir schon innerhalb einer Woche zwei kleine Schränkchen, ein Sidebord im Schlafzimmer und den kleineren Schrank im Büro versprochen haben. Am Samstag war es dann soweit: die zwei Käufer wollen beide um 10 Uhr vorbeikommen. Nach einem kurzen Gespräch waren die ersten Käufer so begeistert, dass sie uns gleich auch noch den Hängeschrank im Wohnzimmer, das Bücherregal, den Fernseher und zwei TV Unterschränke abgenommen haben. Das fanden wir klasse. Leider hat sich dadurch ein kleines logistisches Lagerproblem ergeben. Ohne kleinen Kleiderschrank und ohne Sidebord mussten die darin gelagerten Dinge (Klamotten, Handtücher, Ordner und allerlei Kruscht) irgendwo anders hin, so dass wir die TV Unterschränke als Ablage P benutzt haben. Ohne diese Schränke war guter Rat weiter teuer. Wir haben den ganzen Tag damit zugebracht zu versuchen, dem Chaos Herr zu werden. Das noch nicht ganz zufrieden stellende Ergebnis seht ihr hier:

Wohnzimmer leer

Büro. Es lebe das Haufenprinzip

Kein Schrank mehr Auf meinem Schreibtisch lagert dafür alles was geht…

Im Wohnzimmer hallt es nun, wenn wir reden und überall wurde das Haufenprinzip als das beste Mittel der Wahl anerkannt 😉 Viele Sachen sind in den Müll oder in die Altkleidersammlung gewandert, die ersten drei Kisten sind gepackt mit Unterlagen, Fachbüchern und Fotos, die wir nicht hergeben wollen und nicht mitnehmen können. Dauerleihgaben für unsere Lieblingstassen, den Plattenspieler sowie die dazugehörigen Platten und vielleicht auch meinen Schreibtisch wurden abgesprochen. Besteck, Teller, Töpfe und Pfannen werden radikal aussortiert. Wir schaffen immer mehr Platz und sind uns aber doch nicht sicher, ob wir nicht doch noch zu viel haben. Auf der anderen Seite haben wir noch zwei Monate, in denen wir in der Wohnung leben werden. Eine Wohnung, die jetzt schon so aussieht, als würden wir nächste Woche ausziehen. Zwei Monate gehen schnell rum, aber komisch fühlt es sich trotzdem an.

Derweil war Alex die letzte Woche daheim, weil er einen Haarriss im Handgelenk hat. Wie er dazu gekommen ist, ist uns allerdings ein absolutes Rätsel. Beim Boot hat eine Schraube angezogen, Handgelenk tat weh und: siehe da, ein Haarriss. Einen Gips wollte er nicht, eine Schiene muss es auch tun zum ruhigstellen. Fleißig war er trotzdem: er hat die Sitzbänke unseres Beiboots (bislang aus Plastik) durch stabile Holzbretter ersetzt, Antifouling bestellt, Bodenbretter unter Deck neu arretiert (die hatten sich verzogen), an der Dauerbaustelle Elektrik weitergebastelt, die Alarmanlage überarbeitet, das Radarkabel angefangen zu löten sowie das komplette Erdungssystem überarbeitet und nebenher weitere 500 Fragen für den Amateurfunkerschein gelernt. Ich war derweil arbeiten und versuchte in jeder freien Minute für den Schein zu lernen. Nächstes Wochenende habe ich Geburtstag und werde diesen wohl in einer so gut wie leeren Wohnung damit verbringen zu lernen, da am folgenden Montag die Prüfung ist. Aktuell muss ich sagen, bin ich mir nicht sicher, ob ich diese Prüfung überhaupt bestehen werde. Es kommt (wie immer) völlig darauf an, welche Fragen ich werde beantworten müssen. Aber vielleicht habe ich ja Glück. Das wäre das beste nachträgliche Geburtstagsgeschenk. Drückt uns also die Daumen!

Kategorien:Deutschland, Umbau, Vorbereitungen