Nur mal eben… 

Eigentlich sollten wir es ja inzwischen gelernt haben. Während wir immernoch auf den Adapter warten, macht sich Alex heute morgen daran, den Schlauch der Bilgenpumpe anzuschließen. Ein Schlauch, ein paar Kabel, wie lang kann das schon dauern? Nun, den ganzen Tag und fertig sind wir trotzdem nicht. Aber von vorne. 

Aus einem Tauschgeschäft vor einer Weile haben wir eine neue Bilgenpumpe bekommen. Unsere funktioniert zwar, aber im Zuge von ‚zu viel Sicherheit gibt es nicht‘, hat Alex die zweite auch gleich eingebaut. Heute sollen nur noch die Kabel angeschlossen werden. Alex hat vorsichtshalber ein Bild von der Verkabelung der alten Pumpe gemacht. Gute Idee, nur eben das Bild ist nicht mehr aufzufinden. Hm, blöd. Aber gut, ausbauen ist nervig, da die Pumpe funktionsbedingt ganz unten im Kiel hängt und man da echt nur schlecht rankommt. So hängt Alex mit seinem Multimeter zum messen eine lange Weile kopfüber in der Bilge und ich darf ab und zu den Schalter von „Off“ über „Automatik“ zu „Manuell“ bewegen. Ab und zu brummte es aus der Bilge, aber eben nur die eine – die alte – Pumpe tut ihren Dienst. Die neue tut gar nichts. Nach ein oder zwei Stunden wurschteln, wird das Ding doch wieder ausgebaut. Und siehe da! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Da haben wir nämlich eine 24 Volt Pumpe, an die wir 12 Volt anlegen. Haha.

Aber nicht verzagen, wir haben ja quasi alles doppelt und so holt Alex eine ganz neue 12 Volt Pumpe heraus und baut eben die ein. Vor dem Einbau getestet, funzt. Gut. Eingebaut, Kabel dran, ich wieder am Schalter. Manuell: wunderbar, es brummt. Automatik: nix. Wieder manuell: nix. Oha? Aha! Sicherung kaputt. Schnell zum Sopromar ums Eck, der hat nur die nächst größere Sicherung da. Was solls, wird eingebaut. Gleiches Spiel von vorne..  Manuell: brummt, gut. Automatik: ich höre ein leises Klack! Das war die Sicherung. Hat ja lange gehalten. Fehlersuche mittels Multimeter hilft, da haben wir einen Kurzschluss im System. Kann man ändern, aber wir haben keine passende Sicherung mehr. Und Sopromar auch nicht. Muss bestellt werden, soll morgen da sein. Okay. 

Ich muss sagen, Alex ist inzwischen voll im Seglerleben angekommen. Noch vor einem Jahr hätte ihn das ganze wohl halb wahnsinnig gemacht, schon allein weil der ganze Vorgang mal eben 4 oder 5 Stunden gedauert hat. Aber es hilft ja nix, sich aufzuregen und die Zeit haben wir eh, da wir ja auf den Adapter warten. Unsere britischen Freunde von der Pintail haben uns schon vorgeschlagen, den Namen der Homepage von „sail-around-the-world“ in „walking-around-Portimao“ zu ändern. Witzig. 

Zwischendurch kommt Dean noch vorbei, sein bestelltes Gerät ist auch noch nicht fertig. Morgen dann. Aber diesmal ganz sicher, wird ihm versichert. Nun, zumindest sind wir nicht die einzigen, die warten. Dean wollte auch schon längst weg sein. Dazu hat er heute festgestellt, dass seine Toilette hin ist, zumindest eine Dichtung. Und da neue Dichtung aus Kanada bestellen länger dauert, als neue Toilette hier kaufen, gibt es eine neue Toilette. Die bestellen wir für ihn in Deutschland, drei Tage Marina mehr kosten weniger, als Expressversand. Seit Tagen ist er auf der Suche nach Wantenspannern. Ziemlich essentielles Teil für ein Segelboot, da sollte man doch meinen, die hiesigen Teilehändler, die sich auf Marinebedarf spezialisiert haben, hätten sowas vorrätig. Aber nö, keiner der fünf Läden in denen er war, konnte damit dienen. Also haben wir kurzen Prozess gemacht und den Wantenspanner gleich mit bestellt. Schon ist der Tag rum und während unser Nachbar die Schleifmaschine bis zum Erbrechen quält, sitzen wir nun beim Feierabendbier im Cockpit in der Sonne und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein 🙂 Mañana, da sind wir wieder zu erreichen…

Kategorien:Portugal, Umbau

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