Ofeneinbau

Ja, richtig. Draußen brennt der Planet vom Himmel, wir schwitzenim portugiesischen Sommer und haben nichts besseres zu tun, als einen Ofen einzubauen.

Das hatte ich ja schon erwähnt, dass Alex damit begonnen hat. Gekauft war das Gerät doch recht schnell. An Bord gehievt mit ein wenig Mumm in den Knochen auch. Dann muss das Ding aber auch irgendwo hin. Wir haben es in der Seitenkabine zwischen gelagert und jetzt wurde der Plan in die Tat umgesetzt.

Die Naviecke muss weichen. Die nutzen wir eh nur als Ablage P. Der größte Angstgegner waren die elektronischen Geräte, die alle umziehen mussten. Beziehungsweise, die Kabelverlegung der Geräte. Funke, AIS, Radio, Kurzwellenfunke, Navtex, Meteoman, GPS und so weiter brauchen ein neues zu Hause. Das haben sie spannender Weise schneller gefunden, als gedacht. Während Alex also Strippen zieht, bastele ich unter dem Boot herum, um ja nicht dumm im Weg herum zu stehen.

Vorher. Die Geräte sind schon abgebaut, die Kabel fliegen rum

Dann muss die Naviecke an sich weichen. Der Boden soll tiefer. Alle Schrauben und Nägel lösen, ordentlich ziehen und ein wenig hämmern und die Naviecke (neueste Wortschöpfung: Kommandotisch!) ist weg. Noch ein wenig sägen und Holzarbeiten später, haben wir eine wunderbare Ecke für den Ofen geschaffen. Mitsamt Holzablage und Bücherregal. Jetzt wird uns erst bewusst, wie viel Platz dort vorher schlicht verschenkt wurde.

Das wird mal das neue Bücherregal

Als die Fliesen, der Fliesenkleber und die Fugenmasse endlich angekommen sind, geht es schnell. An einem Tag werden die Fliesen an die Wand geklebt, am nächsten wird verfugt. Rote Fugenmasse haben wir uns ausgeguckt. Mann, ist das rot. Mir gefällt es. Auch wenn das putzen der Fliesen drei Mal so lange dauert, wie das verfugen selbst.

Verwandlung 1
2
3. Gefliest und verfugt

Dann schrauben wir den Ofen noch fest. Der soll ja bei Wellengang schön an seinem Platz bleiben. Auch wenn er klein ist, schwer ist er trotzdem. Die Ofenrohre brauchen aber auch einen Decksdurchbruch. Das war mein Angstgegner. Mal eben ein Loch von 110 mm ins Deck sägen. Alex war da schwer unerschrocken. Sollte ich ja eigentlich auch sein, nachdem ich 13 Löcher im Rumpf zugemacht habe, aber war ich nicht.

Loch im Deck

Alex sägt und ich gucke gar nicht erst hin. Meine Sorgen waren unbegründet, das Loch passt perfekt. Super. Den Schornstein (haha, unser Boot hat einen Schornstein!) noch montieren und… ähh. Der steht schief. Leider haben wir beide völlig die Decksneigung vergessen. Jetzt hat der Schornstein eine Neigung von guten 10 Grad zur Seite. Das soll glaube ich, anders.

Aber Alex findet auch hier eine Lösung.

Versteht mich nicht falsch. Das ist alles so schnell hier aufgeschrieben. Aber Alex gebührt alle Ehre dafür. Er hat unzählige Stunden an Gedanken und Planung in dieses Projekt gesteckt. Lange gegoogelt und gesucht, wie man was am besten machen kann und was die Abstände zu sein haben. Soll ja möglichst nicht in Flammen aufgehen unser Schiff deswegen.

Jetzt fehlt nur noch über Deck der Schornstein und der Testlauf

So ist das ja irgendwie immer, wenn wir aus dem Wasser gehen. Das Hauptprojekt (wir bauen uns einen neuen Skeg) reicht noch nicht. Wir haben da noch so ein oder zwei kleine „Nebenprojekte“. 🙂 Wie gefällt es Euch denn?

Kategorien:Umbau

1 Antwort

  1. Toll wie das geworden ist. So eine englische Teetime Kuschelecke.
    Richtig schön!

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