Portimao und das Cabo Sao Vicente

Das Wiedersehen mit den Pintails und den Sturmschnitzels ist wunderbar. Die Schnitzels entschließen sich am Freitag nachmittag Richtung Madeira auszulaufen. Das ist wohl das letzte Mal, dass wir sie sehen werden, denn hier trennen sich unsere Wege für lange Zeit. Das stimmt uns zwar etwas traurig, aber wir wünschen den beiden nur das beste.

Am Samstag morgen um ein Uhr klingelt unser Wecker. Die knapp 90 Seemeilen lange Fahrt bis Portimao liegt vor uns. Wir sind zwar brav um 20.00 Uhr ins Bett gegangen, aber schlafen konnte ich zumindest nicht wirklich. Da sagt mir mein Körper, dass ich wohl doch immernoch nervös bin vor langen Überfahrten. Grundsätzlich gilt bei mir:
1. Ich mag keine Nachtfahrten
2. Ich hasse Nebel.
Nun, ich sollte beides zusammen bekommen, was ich noch weniger mag.
Als wir um halb drei ablegen, ist der Himmel über uns zwar noch klar, aber ich höre das Nebelhorn des Leuchturms. Das verspricht nichts gutes. Kaum sind wir aus dem Hafen draußen, befinden wir uns im dichten Nebel. Dazu ist es stockfinster. Klasse. Die Fischerbojen sind so unmöglich zu sehen. Erst wenn wir eine überfahren sollten und sie sich in der Schraube verheddert, würden wir mitbekommen, dass da eine Boje war. Im Dunkeln sieht man auch die Wellen nicht und das Geschaukel durch die Wellen kommt mir zumindest in der Nacht immer dramatisch vor. Wir ziehen das Großsegel hoch und motoren tapfer durch die nebelige Nacht. Nach zwei Stunden werde ich so müde, dass ich mich für eine Weile hinlege. Als ich anderthalb Stunden später um kurz vor sieben wieder den Kopf aus der Luke strecke, dämmert es zwar, aber dank des Nebels sehen wir immernoch nichts. Alex erzählt mir, dass ein großer Gefahrengut-tanker uns passiert hat, den er wohl auf dem AIS und dem Radar gesehen hat, auch hat er das Geräusch des Motors gehört, aber er konnte noch nicht mal ein Glimmen im Nebel ausmachen. Gruselig, denn die Tanker sind nachts normalerweise beleuchtet wie ein Weihnachtsbaum. Ich bin ein weiteres Mal dankbar für Radar und ein aktives AIS. Dadurch können andere Boote uns sehen und sich entsprechend den Verkehrsregeln verhalten.

Gegen Mittag erreichen wir das südlichste Kap von Portugal. Cabo Sao Vicente. Kurz vorher lichtet sich die Nebelsuppe ein klein wenig, so dass aus den verschiedenen Graustufen um uns herum auch die Küste sichbar wird. Alex hat großen Respekt vor diesem Kap, da sich hier Wind und Wellen aus unterschiedlichen Richtungen treffen. Einmal aus Richtung Gibraltar und aus Norden, wo wir herkommen. Aber der Wetterbericht hat uns nur halb angelogen dieses mal, denn Wind und Wellen bereiten uns keinerlei Probleme. Wir haben uns extra einen Tag ausgesucht, an dem wenig Wind herrscht. Das bedeutet leider auch, dass wir viel motoren müssen.  Endlich klart der Himmel immer weiter auf und wir können die Algarve bewundern. Bis Portimao ist es noch ein gutes Stück und wir kommen mit dem letzten Sonnenlicht um acht Uhr an. Der Ankerplatz ist gut gefüllt, aber wir finden einen guten Platz, der Anker hält sofort und trotz überwältigender Müdigkeit bleiben wir noch eine Weile wach. Wir gehen endlich baden und freuen uns, dass das Wasser nochmals wärmer geworden ist. So langsam bekommt das Wasser Badewannentemperatur. Um elf sind wir sicher, dass der Anker hält und ich falle in einen erschöpften komatösen Schlaf.
Portimao selbst gefällt uns richtig gut und das ist auch gut so, denn wir warten hier noch auf ein Buch, dass wir bestellt haben. Wir wollen und müssen weiter, um endlich in Elba anzukommen. Aber das Wetter scheint uns noch wohl gesonnen zu sein (zur Abwechslung) und wir genießen die Sonne und das warme Wasser. Wir gehen baden und nutzen die Gelegenheit, das  Unterwasserschiff zu putzen. Als Alex sich an unserer Badeleiter wieder hochziehen will, kracht es und ich sehe ihn wieder im Wasser landen. Das beständige Eintauchen in Salzwasser hat Schrauben und Holz irgendwie nicht bekommen und sechs von acht Schrauben haben sich verabschiedet. Die letzten verbleibenden Minischräubchen veranlassen die Badeplattform nach hinten zu kippen, sobald Gewicht auf die Leiter kommt. Ich hatte noch Glück, fünf Minuten vorher. Alex leider nicht mehr und schrammt sich im Fallen die Hand auf. Hand und Finger sind noch dran, aber es tut weh und so wie es aussieht und noch eine Weile. Gut, dass wir den Fenderstep gekauft haben, sonst müsste ich jetzt bis morgen früh Runde um Runde ums Boot schwimmen…. 😉
Also ein weiterer Punkt auf der Reparaturliste. Hektik macht sich trotzdem nicht breit. Alex gibt mir den Schraubenzieher und im Wasser erlöse ich die letzten zwei Schrauben von ihrem Elend. Morgen kommen da ordentliche Schrauben mit Kontermuttern drauf. Gut, dass Alex seine halbe Werkstatt eingepackt hat 🙂

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Cabo Sao Vicente

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Cabo Sao Vicente

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Faith im Sonnenuntergang

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Faith im Sonnenuntergang

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Ankerplatz Portimao

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Aussicht vom Ankerplatz auf die Einfahrt

Kategorien:Portugal

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